Effenberg: Schalke muss Wilmots holen

04.03.2019

S04-Trainerfrage

Effenberg: Schalke muss Wilmots holen

Foto: Firo

Beim FC Schalke 04 brennt nach der Peinlich-Pleite gegen Fortuna Düsseldorf (0:4) der Baum. Trainer Domenico Tedesco muss um seinen Job bangen. Für Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg führt an einer Trennung kein Weg mehr vorbei.

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hatte nach dem Debakel am Samstag einen schnellen Trainerwechsel ausgeschlossen. "Der neue Sportvorstand wird sich am Dienstag vorstellen und sich zur Lage äußern. Ich werde jetzt nicht Trainer aus- oder einstellen", sagte er zur Zukunft von Trainer Domenico Tedesco. Der neue Sportvorstand Jochen Schneider saß am Samstag an der Seite von Tönnies auf der Tribüne und soll am Dienstag offiziell als Nachfolger von Christian Heidel vorgestellt werden. Seine erste Amtshandlung könnte eine Trainerentlassung sein.


Nach Meinung von Stefan Effenberg (50) habe der Heidel-Nachfolger keine andere Wahl, als die Reißleine zu ziehen. "Ich bin überhaupt kein Freund davon, einen Trainer schnell zu entlassen", betont der Ex-Nationalspieler in seiner Kolumne für "T-Online" und fügt hinzu: "Auf Schalke ist es aber sicherlich so, dass den Verantwortlichen nichts anderes übrig bleibt."

Stevens und Büskens laut Effenberg "keine unsympathische Lösung"

Laut Effenberg habe der junge Schalke-Trainer entscheidende Fehler gemacht, die ihm nun zum Verhängnis werden. So sei innerhalb der Mannschaft keine intakte Hierarchie vorhanden. Dies habe der Trainer mit seinen gewagten Personalentscheidungen verursacht: "Tedesco hat erst Kapitän Höwedes abgegeben, die Kapitänsbinde an Fährmann weitergereicht – und auch den irgendwann aus dem Tor genommen. Dabei muss ein Kapitän und Führungsspieler unumstritten sein", sagt er. Tedesco habe zudem einen Führungsstab errichtet, der nahezu komplett aufgelöst wurde: "Der Mannschaftsrat vor knapp zwei Jahren bestand aus Fährmann, Goretzka, Höwedes, Naldo und Burgstaller. Drei der fünf Spieler sind weg, einer ist entmachtet. Und die Abschiede sind nicht unbedingt im Stile eines Topklubs verlaufen. Das alles hat dazu beigetragen, dass Unruhe reingekommen ist."

Bis zum Ende der Saison bevorzugt Effenberg einen Interimstrainer. Die "Bild" berichtet von einem möglichen Gespann, das aus Jahrhunderttrainer Huub Stevens und Ex-Spieler Mike Büskens bestehen soll. Dies wäre "keine unsympathische Lösung", betont der ehemalige Bayern-Kapitän. 

Effenbergs Favorit für den Trainerposten auf Schalke ist Marc Wilmots. Die Schalker Mittelfeld-Legende arbeitete zuletzt als Nationaltrainer seines Heimatlandes Belgien und der Elfenbeinküste. Aktuell sucht der 50-Jährige eine neue Herausforderung. Zum richtigen Zeitpunkt, meint Effenberg: "Einen wie Wilmots musst du dahinsetzen. Einen, der im Trainingsanzug an der Seite steht und das Ding mit anschiebt. Einen, der mitmalocht. Wer auch immer Trainer wird: Ich kann ihm nur viel Erfolg wünschen – das wird eine Mammutaufgabe. Denn die Probleme bei Schalke liegen möglicherweise tiefer."

Autor: Martin Herms

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04.03.2019 - 22:26 - KB1904

@Kastelorizo

Die Weisheit mit einem ganz großen Löffel hat ja wohl unsere jetzige Trainer gefr...... oder?

04.03.2019 - 18:32 - Kastelorizo

Warum bekommen gescheiterte Trainer wie Effenberg und Neururer, die kein Verein haben will, immer wieder Raum in dieser Zeitung für deren "Expertenmeinung". Ich finde es blamabel, wenn solche "Trainer" glauben, sie haben die Weisheit mit dem Löffel gegessen, ohne selber mal den Beweis für Qualität und Erfolg abgeliefert zu haben. Schon seit Jahren sind sie ohne Verein und werden auch noch von Reviersport u. a. hofiert. Bitte liebe Redaktion, wenn Ihr schon andere über andere kommentieren lasst, dann aber bitte Fachleute, die es sich aufgrund Ihrer Vita verdient haben.

04.03.2019 - 17:55 - Maddin04

Für mich steht außer Zweifel: Wenn es einen gibt, der auf Schalke aufräumen könnte, dann unser Kampfschwein Marc Wilmots. Und zwar genau so, wie er es mit dem Fußball in Belgien gemacht hat. Zur Erinnerung:

Als unser Kampfschwein 2012 da anfing, da hatte sich Belgien sportlich ewig nicht mehr für eine EM (über 30 Jahre lang!) oder WM qualifiziert. Mit ihm wurde sich nicht nur erstmals wieder für beide Endrunden qualifiziert sondern auch jeweils das Viertelfinale (bei einer WM erst das zweite Mal in der Geschichte überhaupt) erreicht und Wilmots wurde sogar Trainer des Jahres.

Als er Verantwortung übernahm lag der Fußball in Belgien am Boden, auch über den grünen Rasen hinaus: Noch mehr (als das Land allgemein) war die Nationalmannschaft und ihr Umfeld zerstritten zwischen Wallonen und Flamen. Belgien war im Fußball ein hoffnungslos zerstrittener Sauhaufen aus verhätschelten und überbezahlten Profispielern/Söldnern, ahnungslosen Funktionären, Wichtigtuern, desillusionierten Fans, falschen/hinterhältigen Journalisten, die alle mitreden/bestimmen wollten, uvm. (Sollte jetzt jemand Ähnlichkeiten mit Schalke entdecken, so sind diese nicht beabsichtigt, sondern unvermeidlich!).
Wilmots hat das bis dato Unmögliche geschafft, Wallonen und Flamen im Fußball zu vereinen, und zwar über den grünen Rasen hinaus. Sein Nachfolger Roberto Martinez lässt bis heute keine Gelegenheit aus um ihm dafür öffentlich zu danken.
Deshalb kommt unser Kampfschwein heute keineswegs nur als Trainer auf Schalke in Frage.

Unser Kampfschwein ist zudem persönlich und finanziell unabhängig und hat auch schon außerhalb des Sports Karriere gemacht und Verantwortung getragen. Er hat es deshalb nicht mehr nötig, jeden Posten irgendwo anzunehmen und sich (von Tönnies z.B.) einlullen oder reinreden zu lassen. Zudem hat er aus seinem Engagement, als er der Elfenbeinküste helfen wollte, sicherlich gelernt, und nimmt nur noch Sachen an, die (1904%) passen.

Problem in dem Zusammenhang natürlich: Schalke hat ihn schon mal als Nebelkerze missbraucht (als er vertraglich an Belgien gebunden war und ein wichtiges Spiel seiner Mannschaft anstand), und er hat wahrscheinlich Clemens alias "keine Schalker Götter neben mir" Tönnies und dessen Lautsprecher (also Alfred Draxler und die Bildzeitung) gegen sich. Und auf Schalke müsste er unter dem einem Sportvorstand arbeiten, der bei uns seit Jahren (seit Assauer!) von Tönnies´ Gnaden agiert. Wie Jochen Schneider tickt, ob er so eine starke Persönlichkeit akzeptieren kann und nicht nur als Befehlsempfänger von Tönnies fungieren will, keine Ahnung...

04.03.2019 - 17:38 - Bayerischschalke

Für den Rest der Saison Stevens / Büskens und danach Wilmots / Büskens, fände ich auch sehr sympatisch.
Wieso ist Wilmots schon einige Male krachend gescheitert? Ich denke, in Belgien hat er eine sehr gute Mannschaft zusammengebaut, na klar auch mit einigen sehr guten Einzelspielern. Das in Belgien zu schaffen, ist aber auch bestimmt keine leichte Aufgabe. Das es später intern im Belgischen Verband Probleme gab, hat er ja auch schon mal angedeutet.
Die WM mit der Elfenbeinküste würde ich mal komplett aus der Wertung nehmen. So häufig krachend gescheitert ist er meiner Meinung nach auch wieder nicht. Und Effenberg hat diesmal absolut recht, der würde voran gehen. Der lässt sich bestimmt nichts gefallen und wäre auch intern bestimmt nicht ganz bequem. dazu als Ausgleich Büskens, müsste doch passen. Gerne auch noch C. Metzelder dazu.
Oder lieber Bruno???

Helmut Kremers wäre bestimmt auch mal irgendwann eine gute Idee gewesen. Leider zu spät, auch schon in Rente.

04.03.2019 - 16:59 - KB1904

Schalke soll noch etwas warten , der Veh wird bald frei.

04.03.2019 - 16:20 - NorbiNig

Ich denke auch, das Wilmot nicht schlechter sein wird wie jeder andere neue coach. Sollte denn DT wirklich nicht mehr die Kurve kriegen.
Auch er sollte jetzt den Schuss gehört haben und sein System umstellen. Wenn er aber immer noch meint, das er unbedingt seine Art auf Fussball durchziehen muss, muss er leider gehen!

04.03.2019 - 14:50 - Schalker1965

@luko1944
Anstatt hier rumzupöbeln und andere Leute grundlos zu beleidigen, solltest du vielleicht mal versuchen, dich durch sachliche Argumente an der Diskussion zu beteiligen. Ansonsten lieber schweigen!

04.03.2019 - 13:52 - Meysegeyer

"Kampfschwein Willi" ist einer der Helden - und wird es immer bleiben. Als Trainer wäre er nur ein weiteres Schalker Experiment, weil er bereits einige Male krachend gescheitert ist. Lasst ihn ein Held bleiben.

Eine Übergangslösung muss her. Ob Büskens sich nochmal dafür hergibt, wage ich zu bezweifeln. Der ideale Coach für die neue Saison wäre Hasenhüttl - der hat bereits einen eindrucksvollen Leistungsnachweis mit der Limo-Truppe abgeliefert. Der weiß, wie man erfolgreich richtig Fußball spielt.

04.03.2019 - 12:58 - Julius.Oppermann

Helmut Kremers wird auf Schalke der neue starke Mann. Niemand hat vergessen, wie einst der Bäcker Neumann ihn im Sportstudio 1997 hart anging. Auf youtube kann man es nachsehen. Neumann sang damals das hohe Lied auf Assauer und verschmähte Kremers. Assauer und Neumann sind tot, nun sollte Helmut Kremers seine Chance bekommen. Helmut Kremers ist auch Weltmeister 1974 und hat viele neue hochkarätige Trainer für Schalke im Gepäck.

04.03.2019 - 12:55 - luko1944

Dieser Kommentar wurde entfernt.

04.03.2019 - 12:53 - Noah1

Da kein Trainer der Welt, ob mit oder ohne Stallgeruch in drei Tagen bis zum Bremen -Spiel überhaupt etwas bewirken könnte, kann es doch kurzfristig nur eine Lösung geben: Tedesco macht noch die nächsten Spiele in Bremen und in Manchester- da verliert man auch ohne Trainer- und gewinnt für eine Übergangslösung die notwendige Zeit.

04.03.2019 - 12:36 - Schalker1965

Falls Marc Wilmots zu haben sein sollte, unbedingt zugreifen! Alternativ kann man über Rose von Salzburg nachdenken. Alles das ist aber Zukunftsmusik. Jetzt steht erst einmal das Thema Klassenerhalt auf der Tagesordnung. Der nächste Kraftakt ist die Ablösung von CT und - soweit möglich - seiner "Gefolgsleute" im Aufsichtsrat auf der nächsten HV!

04.03.2019 - 12:24 - Mike S04

Gut TD ist Geschichte. Die Idee den Huub/Willmots nochmal ranzulassen wäre jetzt genau das Richtige. Aber den Labbadia zu holen, setzt die Kathastrophe defintiv fort.

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