Die drohende Insolvenz des SCW hat im gesamten Bundesgebiet für einen Aufschrei gesorgt. Und in einem Punkt ist sich die gesamte Fußballwelt einig:

Umfrage zur Westfalia

Die gleichen Fehler wie bei RWE

25. Oktober 2009, 13:07 Uhr

Die drohende Insolvenz des SCW hat im gesamten Bundesgebiet für einen Aufschrei gesorgt. Und in einem Punkt ist sich die gesamte Fußballwelt einig:

So ein Traditions-Klub darf nicht von der Bildfläche verschwinden. Trainer Frank Schulz lässt seine Profi-Kontakte spielen, um Freundschaftsspiele gegen Bundesligisten zu organisieren. Und auch andere sind bereit, zu helfen:

Thorsten Kinhöfer (Schiedsrichter und gebürtiger Herner): „Obwohl es in den unteren Ligen immer wieder mal finanzielle Probleme gibt, ist das ein Hammer. Beim SCW hängt vieles an Jürgen Stieneke. Ihn hat die Krise auch getroffen und er kann in diesem Umfang nicht alles auffangen. Auch mit den Zuschauerzahlen kann man sicherlich keine Top-Mannschaft halten. Wenn dann die Sponsoren wegbrechen, wird es noch schwerer, einen Klub zu führen. Zudem liegt Herne genau zwischen Gelsenkirchen, Dortmund und Bochum. In diesem Umfeld Geldgeber zu finden, ist fast aussichtslos. Allerdings wäre es sehr traurig, wenn dieser Traditions-Verein von der Bildfläche verschwinden würde. Denn egal wo ich bin, ob in Rostock oder Frankfurt, überall werde ich auf die Westfalia angesprochen. Ich schaue sonntags auch als erstes nach einem Spiel, wie der SCW, der DSC Wanne-Eickel und der SV Sodingen gespielt haben. Nichts desto trotz sind die Anstoßzeiten der DFL ein Problem für die Amateure. Im Zweifelsfall wird ein Fan lieber die Bundesliga bei ‚Sky’ schauen, anstatt bei Regen ins Stadion zu gehen. Ob es allerdings ein Zurück von dieser Entscheidung, die Bundesliga so auseinander zu ziehen, geben wird, entscheidet der Fernseh-Zuschauer.“

Peter Neururer (MSV Duisburg): „Das ist der Wahnsinn. Die Entwicklung im Amateurfußball ist absolut bedauerlich. Da müssen sich die Herrschaften vom DFB mal schnellsten Gedanken machen, wenn solche Vereine schon den Bach heruntergehen. Ich habe tolle Erinnerungen an den SCW. Mit der STV Horst-Emscher habe ich im Schloss Strünkede noch in der Oberliga Westfalen gespielt. Außerdem habe ich dort zusammen mit meinem Vater Adolf eines meiner ersten Fußballspiele gesehen. Ich war sechs Jahre alt und das Spiel zwischen Herne und Hamborn 07 hat mich begeistert.“

Michael Wurst (Sänger und Ex-Spieler): „Es ist sehr schade, dass es die Westfalia nie verstanden hat, sich wirtschaftlich gesund nach oben zu spielen. Zu oft ist dort genauso wie bei Rot-Weiss Essen Geld in Spieler investiert worden, die es nicht Wert sind. Bei der Kaderzusammenstellung ist auch nicht auf die Homogenität geachtet worden. Es sind zu viele Alphatierchen und zu wenig Arbeiter auf dem Platz. Aber der Verein darf nicht untergehen.“

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