„Ich mache den ganzen Schnitt kaputt“, scherzt Markus Kurth (35), umgeben von seinen zumeist deutlich jüngeren Mannschaftskollegen.

RWE: Das wertvolle „Auslaufmodell“ Markus Kurth

Der „Maas“-Stab Hirsch

Aaron Knopp
09. Juli 2009, 16:47 Uhr

„Ich mache den ganzen Schnitt kaputt“, scherzt Markus Kurth (35), umgeben von seinen zumeist deutlich jüngeren Mannschaftskollegen.

Ganz unrecht hat er damit nicht, allein Dirk Heinzmann (31) kann dem Routinier noch das Wasser reichen. Verständlich, dass man sich langsam so seine Gedanken macht. Welche Rolle kann und soll er in der Mannschaft der jungen Wilden übernehmen?

Zuletzt wurde ja sogar darüber spekuliert, ob Kurth nur noch als Stand-by-Profi geführt und stattdessen eine andere Aufgabe im Verein übernehmen soll. „Na klar, wir haben ganz offen darüber gesprochen, dass es schwer für mich wird“, offenbart der Angreifer. „Wir haben auch über eine Funktion im Verein gesprochen, für den Zeitraum, nachdem mein Vertrag ausläuft. Aber dafür ist es noch zu früh, jetzt stehen erstmal andere Dinge im Vordergrund.“
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Nach Möglichkeit ein Aufstieg. Und an dem will Kurth noch tatkräftig mitwirken, denn für den Vorruhestand fühlt er sich noch zu frisch. „Ich habe mir auf jeden Fall als Ziel gesetzt, topfit in die Saison zu gehen. Was dann dabei rauskommt, werden wir sehen.“

Großen Illusionen, den Stammplatz, den er über weite Strecken der Vorsaison innehatte, verteidigen zu können, gibt er sich indes nicht hin. „Die Konkurrenz ist sicherlich größer geworden. Aber wir werden sehen. Wenn einer auf meiner Position kommt, der mich verdrängt, muss ich damit leben, dann muss er aber natürlich auch besser sein.“

Aber ganz kampflos will sich der Ex-Duisburger nicht mit dem Dasein als Bankangestellter im Vorruhestand anfreunden. Immerhin kann er nicht nur mit jeder Menge Erfahrung im Allgemeinen aufwarten. Er hat auch die letzte Saison hautnah miterlebt und seine Schlüsse daraus gezogen. „Wir hatten auf dem Platz zum Teil verschiedene Meinungen und waren uns nicht immer einig, was die Taktik angeht.“

Gift für jede Mannschaft: „Das sind natürlich so Floskeln, aber ein Team besteht eben aus den Spielern eins bis 20 oder sogar noch mehr.“

Ob er selbst dabei auf dem Platz stehe sei nebensächlich, behauptet Kurth, fast schon altersmilde. „Nein, ich sehe das mittlerweile tatsächlich so locker. Wenn ich gebraucht werde und spiele, ist das gut. Aber das liegt sowieso nur an mir.“

Und für den Fall, dass nicht, interpretiert er seine Rolle trotzdem wertvoll. „Als ich nach Duisburg kam, waren dort Spieler wie Dietmar Hirsch und Rob Maas. Die haben fast gar nicht gespielt, aber in jedem Training Gas gegeben, wodurch ständiger Konkurrenzkampf herrschte. Damit waren sie wesentlich daran beteiligt, dass wir aufgestiegen sind.“
Sprach‘s und verabschiedete sich: „Jetzt brauche ich noch einen Kaffee.“ Schließlich ging‘s gleich zur nächsten Einheit und da will Kurth das tun, was er am besten kann: „Gas geben“.

Autor: Aaron Knopp

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