Wenn so ominöse Begriffe wie „Restprogramm“ und „Rathausbalkon“ durch die Gegend geistern, ist klar: Die Fußball-Saison neigt sich langsam dem Ende entgegen.

Top 5 Torhüter

12:1! Wenn der C-Liga-Zampano zetert

20. April 2009, 21:05 Uhr

Wenn so ominöse Begriffe wie „Restprogramm“ und „Rathausbalkon“ durch die Gegend geistern, ist klar: Die Fußball-Saison neigt sich langsam dem Ende entgegen.

Auch wenn angesichts der Ergebnisse der Eindruck der Wettbewerbsverzerrung entstehen könnte - damit haben die hier ausgewählten Klubs überhaupt nichts am Hut.

Es ist viel mehr so, dass das Risiko einfach erhöht werden musste, um noch das Optimale aus der Spielzeit herauszuholen. Naja, der Schuss ging etwas nach hinten los. Wie es richtig gemacht wird, zeigte ein Trainer der Gegner: Der Zampano des SV Vonderort II saute seine Kicker vor dem Spiel dermaßen ab, dass ihnen gar nichts anderes übrig blieb, als ihre Aggression am Sonntag auf dem Platz an einem hilflosen Opfer auszulassen.

1. Barisspor Bottrop (Bezirksliga 9 NR)

SG Schönebeck – Barisspor Bottrop 10:1

Liebe Schönebecker, jetzt ist aber auch mal gut mit austeilen - ab in die Landesliga, da weht ein anderer Wind. Während den SG-Männern nur noch ein Punkt zum Aufstieg fehlt, guckt Ditip Barisspor nach unten. Und dumm aus der Wäsche, denn ein zweistelliges Ergebnis ist nie besonders erbaulich. Böser Nebeneffekt: Das Auftauchen in dieser Rubrik. Aber es dämmert am Ergebnis-Horizont. Nächsten Sonntag könnte für die Bottroper der erste Sieg seit Ende November 2008 drin sein - es geht gegen die Nachbarn von Dostlukspor. Da sind vom Tabellenstand her echte Brüder im Geiste am Werk. Barisspors „Dritte“ hat es übrigens noch „besser" gemacht und keine zwei Stunden vorher ein 1:12 kassiert.

2. DJK Falke Gelsenkirchen (Kreisliga C 2, Gelsenkirchen)

Spfr. Haverkamp II - Falke Gelsenkirchen II 14:0

„Er kreist so wie ein Falke“, war am Freitag nach langer Durststrecke mal wieder in der Schalker Arena zu vernehmen. Ein paar Kilometer südlich im Stadtteil (Bulmke-)Hüllen ist der Raubvogel sogar Namenspatron eines Fußballvereins. Dessen Reserve von den Sportfreunden Haverkamp sportlich gesehen aber allzu deutlich überflügelt wurde. Im Aufeinandertreffen zweier Jubilare – Die Sportfreunde werden 2009 50, die DJK Falke 90 Jahre alt, ließen die Jungspunde aus der Nachbarschaft jeglichen Respekt gegenüber dem Älteren vermissen. Was für eine Kinderstube...

3. BW Baukau II (Kreisliga C 3, Herne)

DSC Wanne-Eickel II – BW Baukau II 12:0

Doch, doch – der DSC Wanne-Eickel hat auch eine zweite Mannschaft (wie Westfalia Herne im Übrigen auch, der SCW II kickt in der B-Kreisliga). Und wer die Bilanz der Elf von Willi Koppmann beeindruckend findet, sollte sich mal anschauen, was die Reserve zu bieten hat: 23 Spiele, 22 Siege, ein Remis – Platz 384 in der RevierSport-Top-100 und damit bester C-Ligist des Reviers. Für BW Baukau II war die Packung von den Schwarz-Gelben das erste zweistellige Debakel der Saison. Die Zweitvertretung hat damit vereinsintern gegenüber der „Ersten“ wiederum klar die Nase vor. Die hat das Gefühl schon dreimal erlebt. Zuletzt – und da schließt sich der Kreis – gegen Westfalia Herne II.

4. Vogelheimer SV III (Kreisliga B 1 Essen Nord-West)

TuRa 86 - Vogelheimer SV III 14:1

Die Ausgangslage war klar: Ein Heimsieg gegen Vogelheim und der Aufstieg für TuRa war perfekt. Offenbar hatte der Gast da auch nichts gegen und wollte bei der Meisterfeier nicht als Feten-Crasher von der Serlostraße gejagt werden. Ob es dann gleich ein so dickes Präsent sein musste, bleibt dahin gestellt. Aber vielleicht sagen sich die Vogelheimer nach dem Kreispokal-Sieg der ersten Mannschaft auch: „Man muss auch gönnen können“.

5. Fortuna Alstaden II (Kreisliga C 1 Oberhausen-Bottrop)

Fortuna Alstaden II - SV Vonderort II 1:12

Blickt man auf das Tableau der oben genannten Staffel, mutet das Bild ein bisschen an wie das Rennen um die größte Schießbude des Ruhrgebiets. Gleich sechs Teams melden mittlerweile „Dreistelligkeit“ in der Kategorie Gegentreffer. Nach 26 Spieltagen "mittendrin statt nur dabei" ist natürlich auch das Schlusslicht aus Alstaden. In Sachen desaströse Defensive zeigt aber die Konkurrenz aus Osterfeld und vom FC Heide, dass die Grenze des Machbaren noch lange nicht erreicht ist. Vier Runden stehen noch an, wir freuen uns auf ein furioses Finale! Ansonsten lohnt auch ein Besuch der Homepage der Gäste. Wir sagen nur eins: Die Ansprache des Vonderort-Trainers Achim K. („ich habe ich ja gedacht, ihr kneift nur gegen Mannschaften, die über uns stehen“) hat ihre Wirkung nicht verfehlt.

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