Nur eine halbe Stunde dauerte am Samstag die außerordentliche Sitzung des Schalker Aufsichtsrats im

Schalke: Keine Rückkehr von Stevens

"Mich hat niemand angerufen"

15. März 2009, 10:17 Uhr

Nur eine halbe Stunde dauerte am Samstag die außerordentliche Sitzung des Schalker Aufsichtsrats im "Raum Libuda" der Veltins-Arena.

Als Clemens Tönnies um 11.44 Uhr das Vereinsgelände wieder in Richtung Rheda verließ, war die Amtszeit von Andreas Müller bei den Königsblauen auch formell beendet. Zuvor hatte sich das S04-Kontrollgremium einstimmig für die Entlassung des am Montag beurlaubten Ex-Managers entschieden. Müller selbst wollte sich das Tribunal eins gegen zehn nicht antun und verzichtete auf sein nach Paragraph 8.2 in der Vereinssatzung verankertes Recht auf Anhörung.

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Die Suche nach seinem Nachfolger ist weiterhin völlig offen. Obwohl sich Vereinsboss noch am Freitag nach der Niederlage in Wolfsburg für Fred Rutten als neuen starken Mann aussprach, will der Holländer seine Entscheidung, ob die Doppelfunktion Trainer und Manager wie in Enschede auch auf Schalke etwas für ihn sein könnte, sorgfältig abwägen. "Es wundert mich, dass alle Zeitungen und Medien schon bestätigt haben, dass ich das mache, denn ich habe noch keine Aussagen darüber getätigt", bremst Rutten. "Das steht noch nicht hundertprozentig Prozent fest. Ich muss mir selbst überlegen, ob ich das will. Und die Zeit dafür nehme ich mir", will der 46-Jährige Bedenkzeit bis nächste Woche.

Rutten wurde gebeten, die sportliche Planung in die Hand zu nehmen, was er bisher in Absprache mit Mülle auch schon getan hatte. Das beinhaltet die Suche nach neuen Spielern und die Überlegung, mit welchen Profis des aktuellen Kaders man weiter zusammenarbeiten will. "Ich könnte mit der Lösung leben, wenn Fred Rutten diese Aufgabe übernehmen würde - auch übers Saisonende hinaus. Er plant auf jeden Fall die neue Mannschaft", betonte Schnusenberg, der lieber heute als morgen wissen will, wer das Amt des Managers in seiner ganzen Breite ausüben kann. "Es ist dringlich, dass diese Position besetzt wird, denn wir müssen die nächste Serie planen. Das muss jetzt passieren und nicht erst in zweieinhalb Monaten", drückt der für die Vertragsgespräche zuständige Diplom-Finanzwirt aufs Gaspedal.

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Der weil hat sich Peter Peters "gewundert, wie viele Leute hier mit Absagen in Verbindung gebracht wurden. Mein Verständnis darüber ist, dass derjenige erst einmal ein Angebot haben muss, um absagen zu können", hat der S04-Geschäftsführer keine Lust, täglich neue Namen, die für den Managerposten in Frage kommen könnten, zu kommentieren. "Gute Leute bewerben sich nicht. Hamburg hat damals sehr gut vorgelebt, dass man sich nicht unter Druck setzen lassen muss, sondern dass man ruhig bleibt und die Dinge abwägt. Ob der Manager einen großen Namen hat, oder ob er sich erst durch seine Tätigkeit für Schalke einen großen Namen macht, ist zweitrangig", findet Peters. "Entscheidend ist, dass wir die Position optimal für die Bedürfnisse des Vereins besetzen."

Ob das der schon allein als Trainer gescheiterte Rutten wirklich sein kann, ist sehr fraglich. Sein Landsmann Huub Stevens jedenfalls wird ihn wohl nicht auf Schalke beerben - weder als Trainer noch als Interimsmanager. "Ich hatte eine schöne Zeit auf Schalke und sicherlich auch ganz guten Erfolg, aber vom Verein hat mich niemand angerufen", kann der "Eurofighter"-Coach von 1997 das Gerücht um seine Rückkehr nach Gelsenkirchen nicht bestätigen. "Was auch wo passiert: Mein Name wird immer genannt, denn jeder weiß, dass ich momentan frei bin", kennt der vor zwei Monaten beim PSV Eindhoven von sich aus zurückgetretene 55-Jährige das Geschäft.

So bleibt es bei Spekulationen um einen immer größer werdenden Personenkreis, der sich rund um Schalke zieht. Wegen der sportlichen Talfahrt und der chaotischen Außendarstellung des Klubs wird es aber immer schwerer, einen Top-Mann für den Verein zu finden. Ob Bierhoff, Kahn, Sammer, Calmund oder all die ehemaligen S04-Spieler: Für alle Kandidaten finden sich viele Gründe, in der jetzigen Situation nicht auf Schalke anzuheuern.

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