Auch wenn die bisherigen drei Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison keinen Erfolg brachten, soll der neue Übungsleiter des 1. FC Köln Marcel Koller die Mannschaft wieder aus der Abstiegszone führen.

Schaffen Krisen-Klubs die Wende?

tw
08. November 2003, 17:53 Uhr

Auch wenn die bisherigen drei Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison keinen Erfolg brachten, soll der neue Übungsleiter des 1. FC Köln Marcel Koller die Mannschaft wieder aus der Abstiegszone führen.

Am zwölften Spieltag der Bundesliga soll Neu-Trainer Marcel Koller den 1. FC Köln aus dem Tabellenkeller führen. Dabei hat drei weiteren Vereinen der Trainerwechsel in der laufenden Saison noch keinen Erfolg beschert. Der Hamburger SV mit Klaus Toppmöller, Borussia Mönchengladbach mit Holger Fach und Hansa Rostock mit Juri Schlünz warten immer noch auf ihren ersten Sieg unter neuer Führung. Laut Aussage von Hertha BSC kann dagegen Berlin-Coach Huub Stevens das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach nach den Siegen gegen Hansa Rostock gelassen von der Tribüne verfolgen.

Die große Last versucht auch Koller vor der Partie beim VfL Bochum von den Kölner Spielern zu nehmen. "Angst ist ein schlechter Begleiter. Ich bin der Überzeugung, dass wir den Klassenerhalt schaffen", erklärte der am vergangenen Sonntag verpflichtete Fußball-Lehrer. Große Umstellungen wird Koller in Bochum nicht vornehmen.

"Wir befinden uns mitten im Abstiegskampf."

Nach vorne blickt auch Toppmöller beim HSV vor der Partie gegen 1860 München. Toppmöller warnt jedoch nach den beiden ersten Spielen unter seiner Regie ohne Sieg: "Wir befinden uns mitten im Abstiegskampf." Zudem sind Stürmer Bernardo Romeo und Spielmacher David Jarolim angeschlagen.

Seinen ersten Sieg in der Liga will auch Fach mit Gladbach im Kellerduell bei Hertha BSC Berlin feiern. Stürmer Arie van Lent, der zuletzt gegen Hansa Rostock durch einen verschossenen Elfmeter den möglichen "Dreier" vergab, gibt sich weiter optimistisch: "Wir schaffen die Wende." Immerhin gelang den Borussen der letzte Auswärtserfolg am 20. September 2002 im Berliner Olympiastadion.

van Burik kann wieder spielen

Hertha hofft indes auf den ersten Heimsieg der Saison. Gelingt der nicht, muss Stevens nach dem erfüllten Ultimatum mit zwei Siegen in Rostock dennoch nicht um seinen Job bangen. "Wir werden keine neue Trainerdiskussion entfachen", stellte Manager Dieter Hoeneß klar. Nach einer Gehirnerschütterung und drei Wochen Zwangspause kehrt Kapitän Dick van Burik zurück ins Team.

Schlusslicht Hansa Rostock ist gegen den 1. FC Kaiserslautern zum Siegen verdammt, um nicht den Anschluss zu verlieren. "In unserer Situation ist jede Partie wie ein Endspiel", weiß Schlünz, der aus drei Spielen als neuer Hansa-Chefcoach erst einen Punkt aufweisen kann. Fraglich ist der Einsatz von Kapitän und Torhüter Mathias Schober (Rückenprobleme).

Magath dankt Eintracht

Unter Druck steht auch Willi Reimann nach seinem Rundumschlag gegen Fans und Vorstand bei Eintracht Frankfurt - und das ausgerechnet gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter VfB Stuttgart und Frankfurts Ex-Coach Felix Magath. "Für Reimanns Rundumschlag habe ich kein Verständnis. Vielleicht ist er ja so angespannt, weil wir seit Wochen nicht die Leistung abgerufen haben, zu der wir in der Lage sind", erklärte der langzeitverletzte Kapitän Jens Keller und ging auf deutliche Distanz. VfB-Teammanager Magath kann das erneute Theater in Frankfurt entspannt aus der Distanz betrachten. "Ich danke der Eintracht", meinte Magath zu seiner damaligen Entlassung süffisant.

Bei einem Stuttgarter Patzer und einem Sieg im Nord-Derby bei Hannover 96 kann Werder Bremen zumindest vorübergehend wieder die Tabellenführung übernehmen. Allerdings muss Trainer Thomas Schaaf auf Top-Torjäger Ailton (Bindehaut-Entzündung) verzichten. Ailtons Sturmpartner Angelos Charisteas (Knieprobleme) ist ebenfalls angeschlagen. Der SC Freiburg will unterdessen gegen den VfL Wolfsburg seine Negativserie mit drei Niederlagen in Folge stoppen.

Autor: tw

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