Als Halil Altintop im Schalker Mannschaftsbus die Lohrheidestraße immer näher ans gleichnamige Stadion heranfuhr, hatte er plötzlich ein Dejá-vu.

Schalke: 1:0 in Wattenscheid / Altintop hatte ein Dejà-vu

Ruttens Weg der kleinen Schritte

09. Juli 2008, 21:36 Uhr

Als Halil Altintop im Schalker Mannschaftsbus die Lohrheidestraße immer näher ans gleichnamige Stadion heranfuhr, hatte er plötzlich ein Dejá-vu.

„Es kam mir so vor, als ob es erst letzte Woche gewesen wäre, als ich das letzte Mal hier gespielt habe“, wunderte sich der Schalker Stürmer über den Sprung in der Zeitmaschine. Es ist schon fünf Jahre her, seit er Wattenscheid zunächst in Richtung Kaiserslautern verlassen hatte, um drei Jahre später nach Gelsenkirchen zurückzukehren. „Im Stadion hat sich kaum etwas verändert, allerdings kenne ich aus der Mannschaft kaum noch einen Spieler. Bis auf Farat Toku, der damals in der zweiten Mannschaft spielte, ist keiner mehr dabei“, meinte Altintop. „Dennoch war es ein sehr schönes Gefühl, mal wieder in die Lohrheide einzulaufen.“

Sechs Jahre lang hatte er zusammen mit seinem Bruder Hamit in der Wattenscheider Jugend und später in der ersten Mannschaft in der Regionalliga gespielt. Ein Tor war ihm an alter Wirkungsstätte nicht vergönnt, dennoch fuhr Altintop zufrieden nach Hause. „Die zweite Halbzeit war ganz okay. Wir machen in dieser Phase kleine Schritte nach vorne, der Rest kommt später“, fasste der 25-Jährige seine Eindrücke zusammen.

Christian Pander war nach einer Stunde per Freistoß der einzige Treffer geglückt, Vicente Sanchez (20.), Levan Kobiashvili (22.), Albert Streit (48.) vergaben vorher und Carlos Grossmüller (83., 87.) in der Schlussphase Möglichkeiten zu weiteren Treffern. „Wir sind in der Vorbereitung und hatten jetzt zwei Spiele hintereinander. Da werden die Beine schwer, Laufwege und Schnelligkeit stimmen noch nicht. Das ist normal“, fand S04-Coach Fred Rutten die über weite Strecken dürftige Vorstellung seiner Truppe nicht schlimm.

„In der zweiten Hälfte hätten wir zwei, drei Tore mehr machen können, allerdings hat der Gegner eine gute Leistung abgeliefert“, lobte der Holländer den vier Klassen tiefer spielenden Reviernachbarn und war froh, „keine weiteren Verletzungen“ beklagen zu müssen.

Carsten Schmitt, der den noch im Urlaub befindlichen Dirk Helmig vertrat, war natürlich nach dem Achtungserfolg gegen den Champions-League-Anwärter begeistert. „So eine Partie ist ein absolutes Highlight. Für die Zuschauer, den Verein und die Mannschaft war es eine runde Sache, nach dem Halleluja-Cup am Sonntag nun den Top-Verein aus dem Ruhrgebiet bei uns zu haben“, frohlockte der Wattenscheider Co-Trainer.

Mit ein wenig Glück wären Dimitros Ropkas (52.) und Dimitri Steininger (72., Freistoß) sogar noch der Ausgleich geglückt, doch Schmitt war auch so restlos zufrieden. „Das Ergebnis spricht Bände. Wir haben uns gut verkauft, daher bin ich optimistisch, dass es im Februar im Rückspiel in der Arena auch so laufen wird“, feixte der 09er.
Wattenscheid: Kunz (46. Mozin) – Köksal, Keller (46. Steininger), Schmitt (46. Schweer), Kaczenski (46. Daum) – Erdmann (46. Dolezych), Yilmaz, Toku (46. Schreier), Yesilmen – Wienecke (46. Merhi) – Ropkas
Schalke: Schober – Varela (46. Rafinha), Zambrano, Krstajic (65. Höwedes), Pander (65. Lorenz) – Ernst (46. Jones), Kobiashvili (71. Wendel) – Heppke (46. Streit), Kenia (46. Grossmüller) – Asamoah (71. Fiore), Sanchez (46. Altintop)
SR: Thomas Altgeld (Bochum)
Tor: 0:1 Pander (61.)
Zuschauer: 7.450

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