Thomas Schlieter (22 benotete Einsätze, Durchschnittsnote: 2,5):

RWO: Die Spieler in der Einzelkritik zur Saison 2007/08

Schlieter mit Konstanz zum besten Schnitt

cb
10. Juni 2008, 23:02 Uhr

Thomas Schlieter (22 benotete Einsätze, Durchschnittsnote: 2,5):

Der Abwehrrecke legte in seinem ersten Regionalliga-Jahr den besten Notenschnitt hin. Und das aufgrund der unglaublichen Konstanz in der Rückserie. "Air Schlieter" war in den entscheidenden Partien nicht mehr wegzudenken. Unglaublich stark in der Luft, auch in der Offensive gefährlich und sogar am Boden meistens der Gewinner. Diese Entwicklung hatte ihm zu Saisonbeginn niemand zugetraut.
Christoph Semmler (36 / 2,53): Der Schlussmann legte eine fantastische Spielzeit aufs Parkett. In 36 Partien waren die Fehler an einer Hand abzuzählen. Und wenn er einmal daneben lang, wie zum Beispiel in Erfurt, bügelte er einen Patzer mit klasse Folgeparaden wieder aus. Damit setzte er die Stärke der RWO-Schlussmänner nahtlos fort. Semmler zeigte, die Fußstapfen von Olli Adler oder Daniel Masuch waren ihm nicht zu groß.
Dimitrios Pappas (35 / 2,69): Noch so ein Kicker, der sich von Woche zu Woche steigerte und in Oberhausen fast schon zum Kultakteur wurde. In den 90 Minuten auf dem Feld ging der Grieche als Vorbild voran. Egal, ob als Innenverteidiger oder rechts in der Kette. Und nach den Siegen war es ihm vorbehalten, auf den Rängen die Humba mit der Anhängerschaft anzustimmen.
Tim Kruse (34 / 2,78): In Düsseldorf haben nicht alle verstanden, warum man den defensiven Mittelfeld-Mann nach Oberhausen ziehen ließ. Jetzt weiß jeder, warum. Denn einer der wenigen Neuzugänge der Spielzeit avancierte auf Anhieb zum absoluten Leistungsträger. Ausgestattet mit einer enormen Zweikampfstärke, brachte Kruse auch immer wieder Akzente für die Offensive mit ein. Zusammen mit Kaya bildete er ein Gespann, das in der Liga seines Gleichen suchte.
Benjamin Reichert (27 / 2,78): Die Hinrunde lief für den Kapitän fast perfekt. Er organisierte die Dreierkette und das in einer konstanten Form, die auch Zweitligisten auf den Plan rief. Aber der Spielführer bekannte sich weiter zu RWO. Nach dem Winter mit einer Pechsträhne: Erst die Knieverletzung, dann die Herzmuskel-Entzündung, daher ließen die Leistungen etwas nach. Wird im Bundesliga-Unterhaus im fitten Zustand wieder einer der Eckpfeiler der Truppe werden.
Mike Terranova (36 / 2,79): Der Mann ist der Wahnsinn. In allen Partien auf dem Platz, dabei stets mit einer zweistelligen Kilometerzahl. Trotz dieses Pensums brachte er es auf 18 Buden, eine tolle Quote. Seine aber wohl größte Leistung: Seit mehreren Wochen schleppte er vier Gelbe Karten mit sich rum. Und man weiß, "Terra" ist mit allen Wassern gewaschen, was auch zu der einen oder anderen Verwarnung führte. Im Sinne des Teamerfolgs nahm er sich aber erfolgreich zurück. Und schoss RWO so mit zum Aufstieg.
Daniel Embers (33 / 2,89): Benny Reichert nannte ihn die personifizierte Konstanz. Und in der Tat spulte der Linksfuß sein Pensum auf hohem Niveau ab. Solche Spieler lieben die Trainer, denn sie wissen, große Täler müssen sie nicht befürchten. Selbst in Partien, wo der Anfang nicht so lief wie in Ahlen, drehte der ehemalige Gladbacher auf und fing sich erstaunlich schnell. So wird er auch in der neuen Liga auf eine ganze Zahl an Einsätzen kommen.
Markus Kaya (35 / 2,96): Er brauchte einige Wochen, dann ging die Post ab. Und zwar auf der festen Position neben Kruse vor der Abwehr. Im Laufe der Saison wurde der Ex-Essener zu einem der Köpfe auf dem Feld. Und zwar durch mehrere Attribute: Große Übersicht, Ruhe, Torgefahr und eine stattliche Anzahl von Vorlagen. Kaya wusste quasi auf jede Situation eine Antwort. Und speziell in der Rückrunde gab es nur eine Begegnung, in der er kaum stattfand. Eine Quote, die sich mehr als sehen lassen kann.
Marcel Landers (34 / 3,16): Der Flügelflitzer musste die bittere Pille schlucken, am ersten Spieltag in Essen nur auf der Bank Platz nehmen zu dürfen. Danach holte er sich seinen Posten und gab ihn nicht mehr her. Obwohl die Leistungen in der Rückrunde etwas nachließen. Trotzdem war seine Schnelligkeit und Power auf der rechten Seite eine Waffe, mehrere Treffer leitete das Vereins-Urgestein ein. Jeweils zum Ende der Serien ließen aber sichtbar die Kräfte nach.
Jens Robben (25 / 3,16): Anders als Landers kam der Techniker erst nach dem Winter so richtig in Schwung. Und das, nachdem er selber davon überzeugt war, weniger für die Galerie zu spielen und dafür die einfachen Sachen in den Vordergrund zu stellen. Die Folge: Ein Stammplatz und mehrere wichtige Tore in entscheidenden Momenten. Musste er ganz vorne aushelfen, litten die Leistungen. Agierte er hinter den Spitzen, zeigte der Ex-Trierer sein ganzes Potenzial.
Julian Lüttmann (26 / 3,23): Der Neuzugang aus Lotte muss die Spielzeit in vier Teile trennen. Und zwar in einen tollen Start, eine längere Bankphase, die Rückkehr in die Stammelf und erneut eine wochenlange Reservistenrolle. Trotzdem gab es nie ein Murren und eine zweistellige Quote. Unter anderem den wichtigen Treffer im finalen Match in Berlin. Und daher hat sich der Einkauf des Angreifers mehr als bezahlt gemacht.
David Müller (33 / 3,32): Wer den Linksfuß aus Düsseldorf kannte, der wusste, die Flanken kommen meistens genau ins Zentrum. So fing er auch bei RWO an. Viele Assists, dazu traumhafte Freistoßtore. Zu Beginn war fast jeder Schuss ein Treffer. Nach dem Winter ließ die Genauigkeit nach und der Mann für die ruhenden Bälle fiel in ein Loch, aus dem er sich rechtzeitig zum Schluss-Spurt wieder raus kämpfte. Auch dieser Bruns-Transfer hat die Erwartungen absolut erfüllt.
Auf weniger als die Hälfte der benoteten Einsätze kamen:
Tuncay Aksoy (17 / 3,59): Da Stürmer meistens an den Toren gemessen werden, war es für ihn kein leichtes Jahr. Eine Bude in Bremen, mehr war es nicht. Daher gab es auch Kritik aus den Fanreihen, die der Trainer immer wieder abbügelte. Denn er unterstrich den Wert des Angreifers, der auf dem Feld alles in die Waagschale warf, um der Elf zu helfen. Dabei mit nimmermüdem Einsatz, dennoch vor dem gegnerischen Kasten oft zu überhastet.
Marc Narewsky (6 / 3,42): Der Kämpfer verabschiedete sich schon früh nach Wuppertal. In den wenigen Partien, die er absolvierte, agierte er solide und ohne große Patzer.
Tim Reichert (5 / 3,0): Für ihn begann alles wie geplant. Im ersten Auftritt in Essen in der Startelf und mit einer guten Leistung. Bis das Knie streikte und er monatelang ausfiel. Nach dem Winter wieder mit von der Partie und da, wenn man ihn brauchte. Fügte sich immer wieder nahtlos ein und wurde mit einem neuen Vertrag belohnt.
Thomas Tennagels (4 / 3,5): Auch er gehört in die Kategorie Pechvogel. Begann vielversprechend, verletzte sich und kam dann nie an Landers, Kruse oder Kaya vorbei. Zog die Konsequenzen und nahm Abschied aus Oberhausen. In der Zukunft kickt er in der NRW-Liga für den Bonner SC.
Timo Uster (3 / 2,67): Auch der Routinier musste lange Pausen hinnehmen. Daher gab es im Dezember den Gedanken, die aktive Karriere zu beenden. Aber im Jahr 2008 machte der Körper wieder mit und Uster fand den Anschluss. In den wenigen Auftritten zeigte er, was er noch wert ist. Daher nur logisch, auch der ehemalige Darmstädter bleibt den Kleeblättern erhalten.
Tobias Schäper (1 / 3): Das hatte sich der Rückkehrer anders vorgestellt. Nach vielen Problemen sollte in Oberhausen der Neuanfang gestartet werden. Aber direkt bei der ersten Chance von Beginn an verletzte sich der Linksfuß erneut, diesmal am Knie. Davon erholte er sich nicht wieder. Auch Schäper wird RWO verlassen.
Musa Celik (1 / 3): Der fünfte im Bunde der Pechvögel. Seine Leidensgeschichte: Kreuzbandriss und dann ein Armbruch. Als er eine Chance bekam, fing er sich per Schwalbe eine Ampelkarte. Nach dieser Denkpause ging es aber am Ende nach oben und in den paar Begegnungen, in denen er mitwirken konnte, deutete er an, was in dem wuseligen Offensivmann steckt.
Ohne benoteten Einsatz: Marcel Stiepermann, Monir Ibrahim, Lukas Fronczyk, Ahmet Delic.

Autor: cb

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