Glückliche Fußballer sehen anders aus. Mimoun Azaouagh
stapfte rund 30 Minuten nach dem Abpfiff in der Münchener Allianz-Arena ziemlich missmutig zum Mannschaftsbus.

Azaouagh schließt Rückkehr zu S04 unter Slomka aus

Müller will Deutsch-Marokkaner zurück

10. April 2008, 14:17 Uhr

Glückliche Fußballer sehen anders aus. Mimoun Azaouagh
stapfte rund 30 Minuten nach dem Abpfiff in der Münchener Allianz-Arena ziemlich missmutig zum Mannschaftsbus.

Dabei hatte der Mittelfeldspieler sich eigentlich keine Vorwürfe zu machen. Denn mit einem sehenswerten Treffer gegen Olli Kahn hatte er die Weichen für ein Erfolgserlebnis an der Isar eigentlich gestellt. Doch nach seiner Fußverletzung und dem damit verbundenen Aus fehlte seiner Mannschaft in der Folge jegliche Kreativität.

Am Ende gab es eine 1:3-Niederlage. Azaouagh: „Gerne würde
ich mein Tor für einen Punkt in München herschenken. Diese Niederlage war vermeidbar.“ Dabei war die Stimmung von Mimoun Azaouagh vor dem Spiel richtig gut: „Hier in Bochum habe ich die Freude am Fußball wieder gewonnen. Das ist für mich hier eine sportliche Wiederauferstehung.“

Fast zwei Jahre hatte der Mittelfeldspieler mit seinem Schicksal gehadert und den Spaß an seinem Beruf schon verloren: "Eigentlich dauert eine Innenbandriss-Verletzung sechs Wochen. Bei mir ging alles schief, es wurden eineinhalb Jahre daraus.“ Und als er dann endlich gesund war, hatte ihn Schalkes Coach Mirko Slomka aussortiert.

„Ich habe keine Chance bekommen, wurde dann nach Mainz ausgeliehen. Dann haben sie mich unbedingt zurück holen wollen. Und ich habe wieder nicht gespielt. Das passiert mir bestimmt kein drittes Mal.“ Und deshalb legt sich Mimoun Azaouagh in seiner Zukunftsplanung ganz klar fest: „Ich kann mir alles vorstellen, nur nicht jemals wieder unter Trainer
Slomka zu arbeiten.“

Da hat der ehemalige U-21-Nationalspieler andere Ziele: „Ich hatte zuletzt ein langes Gespräch mit Marcel Koller und habe ihm gesagt, dass ich mich sehr wohl fühle, sein Vertrauen spüre und mittlerweile weiß, wie der VfL tickt. Wir haben nämlich ein Team, das die Qualität noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Hier ist noch viel mehr möglich. Und ich möchte dabei sein.“ Doch
dassWunsch und Realität vielleicht auch hier auseinander klaffen, dafür gibt es ein Indiz. Schalkes Manager Andreas Müller nämlich ist die Entwicklung von Azaouagh nicht verborgen geblieben. Müller: „Wir können ihn auch zurückholen.“

Eine Aussage, die den Betroffenen nicht wundert: „Andreas
Müller kennt meine Qualitäten, hat immer zu mir gehalten.“ Und so wird es letztlich ein Feilschen geben, da Azaouagh in Schalke noch einen gültigen Vertrag für die kommende Saison besitzt. Azaouagh: „Ich weiß natürlich, dass der VfL keine utopische Ablösesumme zahlen kann.“ Doch bevor das Gerangel richtig beginnt, freut er sich auf die letzten Spiele der Saison: „Da
kann ich das tun, was ich am liebsten mache: Mit Freunden Fußball spielen. Lange genug habe ich darauf verzichten müssen."

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