15 Anhängern des FC Schalke 04 droht nach dem Champions League Spiel beim CF Valencia ein unangenehmes Nachspiel. Gegen sie ermittelt die spanische Justiz wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung. Der Vorfall hatte sich bereits am Dienstagabend in der Innenstadt von Valencia ereignet und erregte in Spanien landesweites Aufsehen.

Schalker unterwegs in Valencia

15 S04-Fans droht unangenehmes Nachspiel

sb
01. Dezember 2007, 13:06 Uhr

15 Anhängern des FC Schalke 04 droht nach dem Champions League Spiel beim CF Valencia ein unangenehmes Nachspiel. Gegen sie ermittelt die spanische Justiz wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung. Der Vorfall hatte sich bereits am Dienstagabend in der Innenstadt von Valencia ereignet und erregte in Spanien landesweites Aufsehen.

Den Fans wird vorgeworfen, sie hätten in der Bar Bolseria randaliert. Über den vermeintlichen Tathergang gibt es unterschiedliche Aussagen. Während die spanischen Zeitungen berichten, dass der Barbesitzer sich von den lautstark feiernden Schalke Fans provoziert fühlte, deshalb die Polizei gerufen habe und die Situation in Folge dessen eskaliert sei, berichten Augenzeugen von einer regelrechten Jagd der spanischen Kneipenbesucher auf die ungebetenen Gäste aus Deutschland. Mit Fäusten und sogar einer Eisenstange sei auf die zum Teil noch sehr jungen Fans eingedroschen worden, die schließlich von der Polizei einkassiert wurden.

Zwei Nächte mussten die Anhänger hinter Gittern verbringen, wurden erst am späten Donnerstagabend mit einer fünfseitigen Anklageschrift in der Hand nach langen Verhören entlassen. Entgegen anderslautender Gerüchte wurden die Angeklagten ohne Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt und konnten Valencia am Freitag verlassen. Für die Beschuldigten erwies sich als Glücksfall, dass sich die Rechtsanwältin des FC Schalke 04 Lucia Leal, selbst Spanierin, am Donnerstagmorgen noch vor Ort befand und zwischen den Fans und der Justiz vermitteln konnte. Die hatten zum Teil in Einzelhaft, zum Teil gemeinsam mit Spaniern untergebracht, in ihren Zellen außer Bananen und Keksen über 50 Stunden lang kaum etwas zu essen bekommen und sollten das chlorhaltige Leitungswasser aus den Anstaltshähnen trinken.

Entsprechend erleichtert reagierte Fanprojektmitarbeiter Markus Mau, als sich am Donnerstag kurz vor 23.00 Uhr die Tore öffneten und er die Fans, die teilweise aus dem Umfeld der Ultras kommen, in Empfang nehmen konnte. „Wie die Verfahren letztendlich ausgehen, werden wir sehen. Aber wie sich Schalke, der Fanclubverband und auch die szenekundigen Beamten für unsere Fans eingesetzt haben, das ist gar nicht hoch genug anzurechnen. Wir gehen ja oftmals sehr kritisch mit der Arbeit der Polizei und des Vereins um. Aber das war vorbildlich und hat manchen doch sehr nachdenklich gemacht“, war laut Mau die bereitgestellte Hilfe „ein Segen.“

Denn die spanische Justiz hatte zuvor offenbar recht eigenmächtig die Muskeln spielen lassen. „Erst hieß es, die Fans würden Mittwoch nach dem Spiel entlassen. Dann sollte Donnerstag ab 8.00 Uhr weiterverhandelt werden. Doch die sechs bereitgestellten Anwälte konnten kein Deutsch und der Dolmetscher kam erst viel später und nur zeitweise dazu“, war Schalkes Fanbeauftragter Rolf Rojek, der hinter den Kulissen bereits an einer Bereitstellung etwaiger Geldstrafen und Kautionen arbeitete, froh, dass für die Fans zunächst außer zusätzlichen Hotel- und Flugkosten keine weiteren Belastungen anfielen.

Die Urteile werden in der ersten Februarwoche gefällt. Auf ein persönliches Erscheinen der Schalke-Anhänger wird nach jetzigem Stand verzichtet. Entstanden ist, unter anderem durch den Bruch einer Fensterscheibe, ein Sachschaden von 7500 Euro. Weitere drei Anhänger, die wegen Zechprellerei ebenfalls vorübergehend in Gewahrsam genommen wurden, haben da weit weniger zu befürchten. Sie hatten mit Spanierinnen zusammen gefeiert, anschließend gab es unterschiedliche Auffassungen über die gemeinsame Rechnung. Diese beendeten die Südländerinnen auf ihre Weise. Sie verließen die Bar ohne zu bezahlen mit dem Hinweis, die Deutschen würden das schon regeln.

Autor: sb

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