14-8-3. Ob Schalkes Angreifer Guido Burgstaller mit dieser Kombination sein Handy entsperrt, ist nicht bekannt.

Schalke

Burgstaller hat 22 Treffer in zwei Ligen erzielt

Thomas Tartemann
01. Mai 2017, 08:37 Uhr
Foto: firo

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14-8-3. Ob Schalkes Angreifer Guido Burgstaller mit dieser Kombination sein Handy entsperrt, ist nicht bekannt.

Aber die Zahlenreihe hat auch so entschlüsselnden Charakter. Nach seinen 14 Treffern für Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg hat Burgstaller für seinen neuen Klub Schalke seit Januar acht Tore in der Bundesliga erzielt. „Das war mir vorher nicht klar“, sagt Burgstaller und ist zumindest etwas von sich selbst überrascht. Dass er zudem noch dreimal in der Europa League hingelangt hat, rundet sein starkes Zwischenzeugnis ab.

Laute Töne sind auch nach seinem Doppelpack beim 4:1 (3:0) in Leverkusen, wo Burgstaller erneut in typischer Manier mit ausgeprägtem Torriecher zur Stelle war, nicht seine Welt. Burgstaller überzeugt durch ehrliche, sachliche Arbeit. Das gleißende Rampenlicht braucht er nicht. Der Österreicher ist Teamplayer durch und durch: „Ich probiere, mein Bestes zu geben. Und es funktioniert. Ich treffe Gottseidank ab und zu mal ins Tor und bin froh, dass ich der Mannschaft so helfen kann.“ Und bei seinen Mitspielern kommt der Stürmer bestens an – auch wenn er zunächst Überzeugungsarbeit leisten musste.

Goretzka sagte der Name nicht viel
Mittelfeld-Antreiber Leon Goretzka verrät: „Als Guido gekommen ist, habe ich Alessandro Schöpf nach ihm gefragt, weil der Name mir zu dem Zeitpunkt noch nicht so viel gesagt hat. Schöpfi meinte, Guido spielt ein bisschen unorthodox, aber er trifft oft. Ich glaube, manchmal weiß Guido selbst nicht, wie er da durchkommt. Aber er tut unheimlich viel für die Mannschaft.“

Sportvorstand Christian Heidel, der den Angreifer für 1,5 Millionen Euro aus Nürnberg verpflichtete, wird sich schon mehrmals die Hände gerieben haben. Aus dem weitgehend unbekannten Angreifer ist binnen weniger Monate ein Stürmer geworden, vor dem die Elite-Liga Respekt hat. Burgstallers aktueller Marktwert laut transfermarkt.de: Fünf Millionen Euro.

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„Wenn man seine Zweitligatore noch dazu rechnet, befindet sich Guido auf den Spuren von Pierre-Emerick Aubameyang, Anthony Modeste und Robert Lewandowski. Es kann ja keiner sagen, ob Guido in der Hinrunde nicht auch so für uns getroffen hätte“, adelt Heidel seinen Stürmer. Burgstaller kommt in dieser Saison auf 22 Meisterschaftstreffer in zwei Ligen. Bayerns Lewandowski traf 28 Mal in der Bundesliga, Dortmunds Aubameyang (27) und Kölns Modeste (23) bestechen ebenfalls durch beeindruckende Treffsicherheit.

Fakt ist: Ohne den Instinkt des 28-Jährigen wären Schalkes Hoffnungen, sich auf der Zielgeraden doch noch für das internationale Geschäft zu qualifizieren, nahezu aussichtslos. Burgstaller ist auch für die letzten drei Partien in Freiburg, gegen Hamburg und in Ingolstadt einer der Hoffnungsträger.

„Klar lernst du hier dazu“

In der Hinserie gab es gegen die drei Kontrahenten nur vier Punkte. Das wäre jetzt zu wenig. „Wir hatten in dieser Saison Höhen und Tiefen und müssen sehen, dass wir mehr Konstanz reinbekommen. Das wissen wir auch“, sagt Burgstaller selbstkritisch und schiebt nach: „Daran arbeiten wir. Jetzt hoffe ich, dass wir die nächsten drei Spiele positiv absolvieren.“

Guido Burgstaller merkt, dass er sich in den letzten Wochen auf Schalke weiterentwickelt hat. „Klar lernst du dazu. Wenn du mit guten Spielern trainierst, wirst du beim Training immer besser. Und das kommt mir natürlich auch zugute“, sagt Burgstaller. Seine komplette Spielweise wird er aber niemals ändern. „Ich mache nicht viel anders als in Nürnberg oder bei meinen anderen Klubs. Zum Glück treffe ich das Ding momentan ganz gut“, sagt er. Bescheiden, sachlich, Burgstaller.

Autor: Thomas Tartemann

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