Schalkes Saison: Ein ständiges Auf und Ab. Wie geht es weiter? Mit welchem Trainer? Ein Kommentar.

Schalke-Kommentar

Weinzierls Zukunft heißt Goretzka

Pit Gottschalk
23. April 2017, 19:54 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Schalkes Saison: Ein ständiges Auf und Ab. Wie geht es weiter? Mit welchem Trainer? Ein Kommentar.

Aus Schalke wird niemand schlau. Obwohl Ideengeber Leon Goretzka ausfiel und die halbe Mannschaft umgebaut werden musste, war die Leistung beim 1:1 gegen den designierten Vizemeister RB Leipzig vielversprechend. Und trotzdem: nur Platz elf in der Bundesliga.

So geht das schon die ganze Saison: ein ständiges Auf und Ab. Nach dem Tiefpunkt von Darmstadt das Zwischenhoch gegen Leipzig: Wie strapazierfähig sind die Nerven auf Schalke noch?

Sportvorstand Christian Heidel hat am Sonntag eine schonungslose Analyse der Saisonleistung angekündigt, sobald der letzte Spieltag am 20. Mai vorüber ist. Beim FC Schalke gibt es einiges aufzuarbeiten. Der punktlose Saisonstart. Die erwähnte Achterbahnfahrt zwischen Bundesliga und Europa League. Ja, auch die Arbeit des neuen Trainers Markus Weinzierl.

Die Vereinsführung hält ihm zugute, dass eine kontinuierliche Arbeit nicht möglich gewesen ist. Baba, Coke, Embolo und Naldo — gleich vier neue Spieler fielen mit Verletzungen monatelang aus. Mit dann 50 Pflichtspielen war die gerupfte Schalke-Elf trotzdem deutlich häufiger gefordert als zum Beispiel RB Leipzig (35 Spiele). Das geht an die Substanz.

Nicht zu vergessen: Sowohl in der Europa League als auch im DFB-Pokal erreichte Schalke das Viertelfinale. Auch das kommt nicht jedes Jahr vor. Intern sagen sie auf Schalke: Wir hatten halt das Pech, dass unser Pokalgegner Bayern München hieß — und nicht Lotte wie bei den Kollegen von Borussia Dortmund.

Alle Zeichen deuten deshalb darauf hin, dass Weinzierl Trainer auf Schalke bleibt. So sehr der Anhang zwischenzeitlich auf ihn schimpfte, weil spielerisch keine Besserung einzutreten schien und vermutlich die Qualifikation für den Europacup erstmals seit Jahren ausblieb: Die Entscheidung entspricht auf Schalke wohl dem breiten Wunsch nach Kontinuität in der Trainerfrage.

Welcher Trainer könnte eine erfolgreichere Saison 2017/18 garantieren? Nicht Roger Schmidt. Nicht Lucien Favre. Nicht Bruno Labbadia. Schalke würde wieder von Neuem anfangen. Es ist logisch und richtig, die bisherige Strategie fortzusetzen. Und diese Haltung hat ganz viel mit einer anderen Personalie zu tun: mit Leon Goretzka.

Heidel wird um den begnadeten Spielgestalter eine Mannschaft aufbauen. Goretzka soll das Gesicht des neuen Schalke werden. Längst geht es bei dessen Vertragsverlängerung nicht mehr nur um Geld. Es geht um die Perspektive: Goretzka, Kind des Ruhrgebiets, will bleiben und fordert eine international wettbewerbsfähige Mannschaft um sich.

Erst dann und wohl mit aller Konsequenz wird Markus Weinzierl beweisen müssen, dass er der richtige Trainer für Schalke ist. Und auch da gilt: Für einen teuren Kader, wie ihn Schalke hat, kann nächste Saison nur ein Platz in der Champions League das Ziel sein. Der Vertrauensvorschuss war üppig. Irgendwann wird die Rückzahlung fällig. Auch auf Schalke.

Diskutieren Sie mit Pit Gottschalk auf Twitter

Autor: Pit Gottschalk

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren