In der Saison 2013/14 hat Alemannia Aachens Jerome Propheter ein halbes Jahr an der Essener Hafenstraße gespielt. Nun schoss er den RWE ins Unglück.

Alemannia Aachen

Propheter kann sich Rückkehr zu RWE vorstellen

01. April 2017, 11:04 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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In der Saison 2013/14 hat Alemannia Aachens Jerome Propheter ein halbes Jahr an der Essener Hafenstraße gespielt. Nun schoss er den RWE ins Unglück.

Nachdem Schiedsrichter Dominik Jolk ein Foul von Philipp Zeiger an Joy-Lance Mickels pfiff und auf den Punkt zeigte, stürmte Jerome Propheter sofort nach vorn. Der etatmäßige Schütze der Kaiserstädter, Dennis Dowidat, kann wegen eines Leistenbruchs im Moment nicht ran, also packte der 26-Jährige sich den Ball und versenkte den Elfmeter flach unten links. Es war das Siegtor beim 2:1-Erfolg der Aachener im Stadion Essen. "Timo Staffeldt und ich streiten uns immer, wer schießt, üben das gemeinsam im Training. Ich habe mich sicher gefühlt und bin angetreten."

Obwohl Propheter nur ein halbes Jahr im Stadion Essen für die Rot-Weissen gespielt hat, war es für den damals aus Bielefeld ausgeliehenen Defensivspieler ein besonderes Tor. So scherzte er: "Es war mein zweites Saisontor, vielleicht hole ich ja noch Mike Wunderlich ein." Dass es denn letztendlich ein Foul war, daran bestand für den gebürtigen Kölner kein Zweifel: "Es ist immer so eine Sache. Mickels kommt da im vollen Sprint, dann reichen Kleinigkeiten, um jemanden zum Fallen zu bringen. Generell finde ich, hat der Schiedsrichter eine gute Leistung gebracht. Für den Aufwand, den wir betrieben haben, haben wir uns auch den Sieg verdient." Ein Sieg für den er sich übrigens beim eigenen Anhang bedankt: "Das war ein Zeichen an die Fans, gerade weil so viele mitgekommen sind. In so einer Lage ist das nicht selbstverständlich."

Ich leugne nicht, dass ich mich hier sehr wohl gefühlt habe
Jerome Propheter (Alemannia Aachen)

Die Lage in Aachen bleibt dennoch angespannt. Nicht wegen des sportlichen Erfolgs, dafür aber wegen der finanziellen Schwierigkeiten. So mussten die Kaiserstädter im März Insolvenz anmelden. Vor allem für die Spieler ist es ein stark verunsichernder Faktor: "Es fällt dann schwer bis Mai oder Juni zu warten, was man machen kann. Es gibt ja auch welche, die ihre Familien ernähren müssen. Meine Mutter sagt immer: Fußball ist ein moderner Sklavenhandel. Vieles liegt in unserer Hand, vieles aber auch nicht."

Wohin es ihn am Saisonende zieht oder ob er dem Verein sogar erhalten bleibt, weiß der Abwehrspieler noch nicht. Einem erneuten Engagement in Essen wäre er jedenfalls nicht abgeneigt: "Ich leugne nicht, dass ich mich hier sehr wohl gefühlt habe. Aber man wird sehen."

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