Zwei ehemalige Schalker wagen beim ambitionierten Zweitligisten Hannover 96 einen gemeinsamen Neustart. Ein Kommentar.

Hannover-Kommentar

Heldt geht mit Breitenreiter ein Risiko ein

Peter Müller
20. März 2017, 19:54 Uhr
Foto: firo

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Zwei ehemalige Schalker wagen beim ambitionierten Zweitligisten Hannover 96 einen gemeinsamen Neustart. Ein Kommentar.

André Breitenreiter neuer Trainer bei Hannover 96? Klingt für Hannoveraner logisch. Der Mann kommt schließlich aus der Stadt, kennt den Verein, spielte früher für ihn. Breitenreiter spricht von einer „Herzensangelegenheit“.

André Breitenreiter neuer Trainer bei Hannover 96? Klingt für Schalker komisch. Denn der Mann, der ihn erneut verpflichtete, ist derselbe, der mit ihm in einer gemeinsamen Saison auf Schalke nicht gerade beste Erfahrungen gemacht hatte.

Vor der Saison 2015/2016 suchte Manager Horst Heldt einen Nachfolger für Roberto Di Matteo, der mit seiner introvertierten Art nicht zu den Königsblauen gepasst hatte. Gefahndet wurde nach einem Mann, der Schwung in den Laden bringen sollte, der für Erneuerung, für Frische und für begeisternden Fußball stand. Markus Weinzierl war damals gerade auf Höhenflug mit Augsburg und deshalb noch nicht zu haben, mit dem legendären Schalker Eurofighter Marc Wilmots kam Heldt nicht überein – André Breitenreiter aber überzeugte ihn auf Anhieb. Obwohl es nicht leicht zu vermitteln war, dass ausgerechnet ein Trainer vom Absteiger Paderborn Schalke in eine bessere Zukunft führen sollte, vertraute Heldt Breitenreiter. Der aber zog dann weitgehend sein eigenes Ding durch. Und erwarb sich im Klub den Ruf, selbstgefällig, stur und beratungsresistent zu sein.

Beide betonen, es sei für sie damals eine extrem schwierige, unruhige Zeit auf Schalke gewesen. Das stimmt. Ihre Nachfolger Christian Heidel und Markus Weinzierl arbeiten unter für Schalker Verhältnisse geradezu paradiesischen Bedingungen. Denn bei den Blau-Weißen herrscht trotz schwankender Leistungen der Mannschaft erstmals seit vielen Jahren Ruhe.

Horst Heldt hat die damalige Unruhe auf Schalke als Hauptgrund für das nicht gerade von Harmonie geprägte Verhältnis mit Breitenreiter ausgemacht. Und er glaubt, durch eine offene Aussprache, in der beide ihre Fehler eingestanden, alles ausgeräumt zu haben. Und doch geht Heldt ein Risiko ein. Scheitert Breitenreiter in Hannover an der Aufgabe, die Aufstieg heißt, wird dies auch auf Heldt zurückfallen.

Autor: Peter Müller

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