Auszuschließen ist nicht, dass Cristiano Ronaldo eine unruhige Nacht hatte.

Festung Westfalenstadion

BVB seit 32 Heimspielen unbesiegt

Daniel Berg
17. März 2017, 08:37 Uhr
Foto: firo

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Auszuschließen ist nicht, dass Cristiano Ronaldo eine unruhige Nacht hatte.

Schließlich liegen die lustigen kleinen Plastikkügelchen im hübschen Nyon schon bereit, um am Freitagmittag die Viertelfinalpaarungen in der Champions League zu ermitteln.

Borussia Dortmund gehört zu diesem erlesenen Kreis des europäischen Fußballs, und das könnte schon der Beginn der Sorgen des größten und schönsten Stars von Real Madrid sein. Denn wie in den vergangenen Jahren schon häufiger geschehen, könnte die Ziehung wieder das Duell des BVB mit Real bringen. So wie jüngst erst in der Gruppenphase der Königsklasse.

Da sagte jener Ronaldo: „Jedes Mal, wenn wir nach Dortmund müssen, wissen wir schon, dass wir dort eine harte Zeit haben werden. Das Stadion ist unglaublich, und die Fans sind verrückt.“

Ein Stückchen Liga-Geschichte

Der portugiesische Europameister dürfte damit der prominenteste Zeuge sein, wenn es um den Nachweis geht, dass sich da im Stadion in Dortmund besondere Dinge abspielen können. So wie derzeit wieder. Die Rede ist von einer erstaunlichen Serie, mit der der BVB gerade ein Stückchen Liga-Geschichte schreibt. Seit 32 Bundesliga-Spielen ist der BVB im heimischen Stadion ungeschlagen.

Bleibt es nach der Partie gegen den abstiegsbedrohten FC Ingolstadt am Freitagabend (20.30 Uhr / Sky) dabei, gibt es nur noch vier Serien in der Historie der Bundesliga, die länger währten.

Die letzte Heimniederlage datiert vom 4. April 2015 – gegen den FC Bayern München. Aus den folgenden 32 Spielen – die ersten vier noch unter Ex-Trainer Jürgen Klopp – holte Dortmund 26 Siege und verzeichnete ein Torverhältnis von 87:23. Das Stadion mit den markanten vier gelben Stahlträgern ist eine sportliche Festung.

„Das sind Zahlen, bei denen man im Nachhinein merkt, was das für eine wahnsinnig lange Zeit ist“, sagt BVB-Trainer Thomas Tuchel, der seit seinem Amtsantritt im Sommer 2015 noch kein Liga-Heimspiel verloren hat. Er schätzt das gelbe Gedröhne als Kraftschub, der der viel beanspruchten Mannschaft auswärts manchmal fehle. „Es entsteht eine sehr besondere Energie in unserem Stadion, die auch die Müdigkeit vergessen lässt und den Spielern hilft, sich zu verausgaben“, so Tuchel. Aber das sei nur der eine Part des Vorteils.

Der andere spielt sich weit vor dem Anpfiff ab: keine Reisestrapazen, schlafen im eigenen Bett, gewohnter Ablauf im Teamhotel, routinemäßige Ankunft im Stadion.

„Jeder weiß, wie es aussieht, wie es riecht, wo sein Platz ist“, sagt Tuchel. Ein Vorteil, den die BVB-Profis offenbar mit allen Sinnen genießen. „Und wenn man dann rauskommt und die vielen gelben Shirts sieht... Es ist für andere sauschwer, bei uns zu spielen. Keiner hat Lust darauf, ich hatte dazu auch fünf Jahre lang keinen Bock.“

Als Trainer des FSV Mainz kam er als Gegner – und verschwand stets ohne Sieg. So geht es Cristiano Ronaldo – in einem anderen Wettbewerb allerdings – auch.

Autor: Daniel Berg

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