Rot-Weiß Oberhausen hat auch das zweite Regionalliga-Spiel des Jahres 2017 gewonnen. Bei den Sportfreunden Siegen feierte RWO einen 2:0 (0:0)-Sieg.

RWO

Terranova kann sich auf sein Bauchgefühl verlassen

Peter Voss
11. März 2017, 16:53 Uhr
Foto: Micha Korb

Foto: Micha Korb

Rot-Weiß Oberhausen hat auch das zweite Regionalliga-Spiel des Jahres 2017 gewonnen. Bei den Sportfreunden Siegen feierte RWO einen 2:0 (0:0)-Sieg.

„Ich rufe Oli eigentlich nie an. Aber Freitag habe ich mich bei ihm gemeldet und gesagt: „Oli, Du Blinder, morgen bist du dran.“ RWO-Trainer Mike Terranova hatte ein richtiges Gefühl aus dem Bauch heraus: Oliver Steurer ebnete mit seinem ersten Tor den Weg zum 2:0 (0:0)-Sieg bei den Sportfreunden Siegen. Der war hochverdient, aber zunächst eine zähe Angelegenheit. Aber Terranova war voll zufrieden: „Wir hatten sechs, sieben gute Chancen und haben vor allem nichts zugelassen. Wir haben für die Verhältnisse richtig guten Fußball gezeigt. Jetzt wollen wir die Spannung bis zum Pokalspiel hochhalten.“

RWO begann mit Rafael Garcia für den gelbgesperrten Robert Fleßers auf der offensiven Sechs. Trainer Mike Terranova vor dem Spiel: „Ich habe in den Partien, die ich von Siegen gesehen, dass die immer tief stehen, egal gegen wen. Dem wollte ich geballte Offensivkraft und Schnelligkeit entgegensetzen.“ Benjamin Weigelt und Steve Tunga wären defensivere Varianten gewesen. Arnold Budimbu sicher die offensiv vielversprechendste, doch der ehemalige Kölner fehlte in der Woche dreimal im Training und nahm sich damit selbst aus der Elf.

Aber Ausrichtung hin und her, es gibt ja immer noch einen Gegner. Und wenn der Platz als Gegner noch hinzu kommt, wird’s nicht einfacher. Siegen war zudem keineswegs gewillt, noch einmal solch ein Schützenfest wie in der Hinrunde mitzuerleben. Trotz des Heimspiels waren die Bemühungen voll defensiv ausgerichtet. Und das machten die Spieler von Trainer Thorsten Seibert, der übrigens nach dem 7:1 früher als geplant ans Ruder kam, eigentlich recht gut. Sie ließen den Oberhausener von Beginn an wenig Raum und spielten das auch konzentriert runter. Simon Engelmann erkannte das früh und versuchte es erstmals aus der Distanz (5.). Terranovas Maßnahme, mit Garcia als offensivem Sechser aber fruchtet auch. „Die Umstellung hat sich ausgezahlt. Wir haben das spielerisch heraus geholt, was drin war.“

So entwickelte sich ein Spiel wie im Pokal-Viertelfinale in Hilden: unattraktiv zwar, aber von beiden Seiten konzentriert geführt. RWO war um Linie bemüht, fand die aber zunächst nicht. Lediglich Engelmann hatte vor der Pause noch mal so etwas wie eine Gelegenheit, zwingend war die aber nicht (43.).

In der Pause mahnte Terranova Geduld an: „Wir bekommen unsere Chance.“ Dies vielleicht schneller, als er es selbst gedacht hatte. Gerade neun Minuten waren im zweiten Durchgang auf der Uhr, als Oliver Steurer eine Kombination abschloss und unbedrängt aus kurzer Distanz einschoss. Jetzt waren plötzlich mehr Räume da. Und als Tim Hermes über links Gas geben konnte und lang flankte, stand Raphael Steinmetz goldrichtig und jagte die Kugel unter die Latte (62.). „Es macht momentan einfach richtig Spaß“, war Terranova stolz auf die Truppe.

Das reichte den Oberhausenern. Fortan verwalteten sie das Spiel, ließen bis zum Schluss keine einzige Chance zu und hätten durch Alex Scheelen (69.) sowie Engelmann in der Schlussminute noch erhöhen können. Taten sie nicht, doch 2:0 gibt auch drei Punkte. Vielmehr nutzte Terranova im Gefühl des sicheren Sieges, weiteren Spielern sein Vertrauen auszusprechen. Güngör Kaya kam nach längerer Spielpause für Steinmetz mal wieder zu ein paar Minuten, Marvin Lorch zu seinem Regionalligadebüt zwei Minuten später für Dominik Reinert. Terranova zu Lorch: „Das hat er sich wirklich verdient. Er zieht im Training immer voll mit. Jetzt hat er sechs, sieben Freistöße rausgeholt, das war sein Job.“

Autor: Peter Voss

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