Der Wuppertaler SV ist die Mannschaft der Stunde in der Regionalliga West. 5:1, 4:1, 4:1, so lauteten die ersten drei Pflichtspiel-Ergebnisse des WSV im Jahr 2017. Der Lohn: Platz 4!

WSV

Bölstler erklärt die starken Wintertransfers

Krystian Wozniak
28. Februar 2017, 15:25 Uhr
Foto: Micha Korb

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Der Wuppertaler SV ist die Mannschaft der Stunde in der Regionalliga West. 5:1, 4:1, 4:1, so lauteten die ersten drei Pflichtspiel-Ergebnisse des WSV im Jahr 2017. Der Lohn: Platz 4!

Die Wuppertaler haben sich im Winter gleich von acht Spielern getrennt und drei Zugänge präsentiert. Zwischenzeugnis: 1 - alles richtig gemacht. Spieler wie Noah Salau, Len Heinson, Said Harouz oder Julian Kray kamen beim WSV über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus. Deshalb waren die Abgänge logisch. Mit Andreas Ivan (Rot-Weiss Essen, Vertrag bis 30. Juni 2018), Jan Holldack (FC Brentford, ausgeliehen) und Yordi Teijsse (FC Dundee, ausgeliehen) kam ein neues Trio, das auf Anhieb überzeugte. Alle drei sind Stammspieler und haben auch schon Torerfolge gefeiert. "Das sind drei Verstärkungen", unterstreicht Trainer Stefan Vollmerhausen.

Ob Holldack und Teijsse auch über den Sommer hinaus in Wuppertal bleiben, und wie der WSV vor allem die Auslandstransfers realisieren konnte, erklärt Manuel Bölstler, Sportvorstand des Wuppertaler SV, im Interview.

Manuel Bölstler, wie sehr überrascht Sie die tolle Frühform des WSV?
Das überrascht mich überhaupt nicht. Nur die hohen Ergebnisse überraschen mich etwas. Aber ansonsten hatte ich schon in der Wintervorbereitung ein gutes Gefühl. Unser Trainer hat die Neuzugänge sehr gut in die Mannschaft integriert und das Team weiterentwickelt. Schon im Testspiel gegen Saarbrücken (2:0) haben wir gesehen, was in der Mannschaft steckt.

Damit dürfte man in Wuppertal nicht mehr über den Abstiegskampf sprechen, oder?
Eigentlich nicht. So selbstbewusst können wir mittlerweile sein. Aber trotzdem: Unser Ziel bleiben die 42 Punkte. Diese Marke wollen wir knacken. Danach sehen wir weiter.

Um solche Spieler aber zu bekommen, muss man sich umhören, umschauen und viel arbeiten. Man muss Gespräche führen, scouten etc. Solche Spieler fallen einem nicht vor die Füße
Bölstler über Holldack und Teijsse

Im Winter haben Sie drei neue Spieler geholt. Die Konkurrenz fragt sich, wie der WSV vor allem die Auslandstransfers von Holldack und Teijsse finanziert...
Diese Frage beantworte ich sehr gerne, weil ich die Diskussion mitbekomme und mich das Ganze gewaltig nervt. Ich betone an dieser Stelle, dass Holldack und Teijsse auch in Sprockhövel, Ahlen oder Siegen spielen könnten. Das ist die Wahrheit. Diese Jungs kosten uns fast gar nichts. Bei uns spielen 70 Prozent der Spieler auf 450-Euro-Basis. Um solche Spieler aber zu bekommen, muss man sich umhören, umschauen und viel arbeiten. Man muss Gespräche führen, scouten etc. Solche Spieler fallen einem nicht vor die Füße. Sowohl Jan als auch Yordi haben große Abstriche gemacht, weil sie sich einfach in Deutschland präsentieren und vor allem spielen wollen. Eine Win-win-Situation! Wir haben einen Etat von 650.000 Euro für die Regionalliga und da ist alles inbegriffen, inklusive der Putzfrau. Da sind wir transparent und machen kein Geheimnis draus.

Werden Holldack und Teijsse auch über die Saison hinaus in Wuppertal bleiben?
Aktuell ist das utopisch. Da haben wir finanziell keine Chance. Wir arbeiten aber dran, unseren Etat zu erhöhen. Wir sind mit vielen Leuten und Sponsoren in Gesprächen.

Wie viele Spieler haben denn für die neue Saison einen gültigen Vertrag?
Aktuell sind es neun Spieler: Gaetano Manno, Kevin Hagemann, Sivlio Pagano, Sercan Er, Sebastian Wickl, Niklas Heidemann, Andreas Ivan, Daniel Grebe und Davide Leikauf. Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen die nächsten Vertragsverlängerungen unter Dach und Fach bringen werden. Zudem gibt es in unserer U19-Mannschaft zwei, drei Spieler, die schon bei uns mittrainieren und durchaus eine Option für den Regionalliga-Kader 17/18 sind.

U19-Mannschaft ist ein gutes Stichwort: Wie wichtig ist der Klassenerhalt der U19 für den Verein?
Natürlich sehr wichtig. Aber: Der Wuppertaler SV hat in der U19-Bundesliga den kleinsten Etat. Da wird es immer so sein, dass der Klassenerhalt ein großer Erfolg ist. Falls wir absteigen würden, wäre es nicht schön, aber auch keine sportliche Katastrophe.

Am Samstag kommt der SC Verl ins Stadion am Zoo. Gibt es da den nächsten Kantersieg?
(lacht) Das wäre schön. Aber ein 1:0 reicht mir aus. Ich hoffe auf ein sehr gut gefülltes Stadion und drei Punkte. Wir brauchen am Samstag eine starke Kulisse und wollen alle Fans im Stadion sehen. Wir haben schon viele Spiele gewonnen und drehen können, eben weil uns die Zuschauer zum Sieg geschrien und angefeuert haben. Sie sind gerade für uns als Aufsteiger ein echtes Rückgrat, auf das wir auch am Samstag zählen. Also: Bringt alle eure Freunde, Verwandte und Bekannte mit! Mal wieder mehr als 4000 oder sogar mehr als 5000 Zuschauer im Stadion zu haben - das wäre auch für unsere Jungs eine tolle Belohnung und sicher noch einmal eine zusätzliche Motivation.

Autor: Krystian Wozniak

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