Vielleicht ist es ganz gut, dass Tom Weilandt einige Fachzeitschriften nicht mehr als seine Lektüre bezeichnet.

VfL

Weilandt nach auskurierter Verletzung im Angriffsmodus

16. Januar 2017, 11:08 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Vielleicht ist es ganz gut, dass Tom Weilandt einige Fachzeitschriften nicht mehr als seine Lektüre bezeichnet.

So hätte er sich am Montag vor einer Woche sicherlich verwundert die Augen gerieben, als er bei einer großen Sportzeitung in der Rangliste der Außenbahnoffensivspieler nicht auftauchte. Die Begründung: „Tom Weilandt konnte die Erwartungen bei seinem Arbeitgeber nur ansatzweise erfüllen.“ Und weiter hieß es: „Der 24-Jährige deutete seine Stärken immer nur an, konnte aber nicht konstant überzeugen. Weilandt: „Das interessiert mich nicht.“

Ist auch nur die halbe Wahrheit, denn nach einem Tor und sechs Vorlagen in den ersten Spielen, stand zwei Drittel der Hinrunde Weilandt nur noch sporadisch auf dem Platz. Waren es zunächst massive muskuläre Probleme („die habe ich ein wenig ignoriert und versucht das Ganze mit Schmerztabletten zu bekämpfen“), so kam das Aus im Spiel in Greuther Fürth. Nach seinem Muskelfaserriss bei der 1:2-Niederlage musste er sich in Geduld üben, kam bis zum Ende der Hinrunde nur noch einmal über 45 Minuten zum Einsatz in Bielefeld und da auf der ungewohnten linken offensiven Außenbahn. Weilandt: „ Hätte mich dieser Muskelfaserriss nicht erwischt, hätte ich sicher eine bessere Statistik aufzuweisen, denn bis dahin lief es für mich beim VfL Bochum mehr als gut.“

[person_box=4395][/person_box]

Doch das unglückliche Ende der Hinrunde hat der 24-Jährige inzwischen verarbeitet. In den Tagen vor Weihnachten war er kurz mit Freunden in Ägypten, die Festtage verbrachte er dann bei seiner Familie in Rostock. Doch dies nicht ohne körperliche Betätigung. Auch wenn er nicht zu den Akteuren gehörte, die vom Trainerstab per VfL-App täglich über ihren Fitnesszustand Rechenschaft ablegen musste, so war der Offensivspieler trotzdem sehr aktiv: „Meine Vorgabe war es, im Kraftraum zu arbeiten. Das habe ich sowohl in der Hotelanlage in Ägypten, als auch in einem Rostocker Fitnessstudio getan.“ Damit nicht genug: Mit ehemaligen Teamkollegen von Hansa Rostock gab es zusätzlich regelmäßig Waldläufe. Und so ist sich Weilandt sicher: „Ich bin sehr gut erholt und topfit.“ Und so überraschte es nicht, dass er gegen den 1. FC Köln (im B-Team) und gegen Fürth (im A-Team) zu den auffälligsten Akteuren gehörte. Was offensichtlich auch dem Trainerteam markant ins Auge stach, denn beim dritten Testspiel am vergangenen Samstag in Darmstadt stand Tom Weilandt erneut in der Stammformation.

Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage am Böllernfalltor war Weilandt mit der Teamleistung durchaus zufrieden: „Ich denke, wir haben das sehr ordentlich gemacht. Lediglich unsere Chancenverwertung ist noch verbesserungswürdig.“ Zu seiner eigenen Leistung wollte er nicht viel sagen: „Ich habe viel versucht, aber da ist noch viel Luft nach oben.“ In den nächsten knapp zwei Wochen wird er sich um die Rechtsaußenposition wohl einen fairen Zweikampf mit Alexander Merkel liefern. Weilandt: „Wir sind beide derzeit gut drauf. Das wird eng.“

Nun gilt es in den letzten beiden Tests gegen Leverkusen (Dienstag) und dann Samstag in Münster die bisherigen Eindrücke zu bestätigen. Weilandt: „Mein Ziel ist es an der alten Försterei beim Rückrundenauftakt wieder in der Startformation zu stehen.“ Dass inzwischen mit Alexander Merkel eine echte Konkurrenz auf der rechten offensiven Außenbahn entstanden ist, spornt Weilandt noch mehr an: „Der Konkurrenzkampf ist zusätzlich motivierend. Ich kann mich nur empfehlen, alles andere entscheidet der Trainer.“

Im Nachhinein ärgert sich Weilandt ein wenig, dass er die Schmerzen im Oberschenkel ein paar Wochen ignoriert hat: „Hätte ich früher reagiert, wäre es vielleicht nicht zu einer längeren Pause gekommen.“

Weilandt hat im Winterurlaub sich nicht nur körperlich fit gehalten, sondern sein Augenmerk auch auf seine Ernährung gerichtet: „Dieses Thema habe ich lange vernachlässigt. Ich habe mich ein wenig schlau gemacht und meine Ernährung umgestellt. Vielleicht hat das auch dazu beigetragen, dass ich mich viel besser fühle als zuletzt.“ Sein Ziel mit Vollgas und Spaß zurück in die Startformation. „Einige meiner Kollegen sind auch wieder gesund zurück. Man sieht deutlich in den Trainingsspielen, dass die Qualität gestiegen ist. Ich bin sicher, dass wir diese positiven Eindrücke auch beim Rückrundenstart bestätigen können.“

Dann würden sich auch bei Tom Weilandt die Prognosen bestätigen, die Sportvorstand Christian Hochstätter bei der Verpflichtung des 24-Jährigen geäußert hat: „Tom ist ein Spieler, der aufgrund seiner außergewöhnlichen, guten Technik kreative Lösungen für das Offensivspiel findet. Er kann nicht nur außen spielen, sondern auch zentral auflaufen. Sein großes Plus ist die Beidfüßigkeit.“ Schafft der gebürtige Rostocker dies in der Rückrunde umzusetzen und an die starken Auftritte zu Beginn der Hinrunde zu bestätigen, dann wird in der Rangliste der offensiven Außenbahnspieler in Liga zwei er garantiert nicht mehr ignoriert werden.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren