Der FC Schalke 04 hat seine beiden Winter-Tests mit einer ausgeglichenen Bilanz beendet.

Kommentar

Bis Badstuber alle mitreißen kann, wird es dauern

Thomas Tartemann
14. Januar 2017, 17:56 Uhr
Foto: firo

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Der FC Schalke 04 hat seine beiden Winter-Tests mit einer ausgeglichenen Bilanz beendet.

Dem 2:1 über den belgischen Erstligisten KV Oostende folgte ein 1:2 bei Drittligist Chemnitzer FC. Ein Sieg, eine Pleite, 3:3 Tore. Nicht besonders gut, aber auch nicht komplett schlecht.

Legt man die Generalprobe vom Samstag als Gradmesser zugrunde, dann sind die Königsblauen noch nicht bereit für den Wiederbeginn der Bundesliga. Am kommenden Samstag soll die Aufholjagd gegen den abstiegsbedrohten FC Ingolstadt beginnen. Mit den Schwächen, die Abwehrschrank Naldo, der zunächst auf ungewohnter Position eingesetzte Neuzugang Holger Badstuber und der für die rechte Seite zuständige Dauerrenner Alessandro Schöpf offenbarten, wird es allerdings schwer, den Laden dicht zu halten.

Das Fehlen von Weltmeister und Kapitän Benedikt Höwedes macht sich bei den Schalkern stark bemerkbar. Das Kämpferherz laboriert weiterhin an den Folgen einer Hüft-Reizung und konnte in keinem der beiden Testpiele eingesetzt werden. Noch besteht leise Hoffnung, Höwedes bis zum Liga-Start hinzukriegen. Wenn es klappt, dann wäre es ein Kalt-Start mit Risiko. Da auch Holger Badstuber noch nicht auf seinem absoluten Toplevel agieren kann, auch wenn er seit vier Monaten beschwerdefrei trainiert und nach dem Chemnitz-Arbeitsnachweis keine Probleme verspürte, muss Schalke die ersten Spiele irgendwie überbrücken. Verteidiger-Talent Thilo Kehrer steht wegen einer Bänderdehnung nicht zur Verfügung, hinter Höwedes steht ein Fragezeichen – da führt an Holger Badstuber jetzt schon kein Weg vorbei.

Die Bayern-Leihgabe muss sich schnell freischwimmen und jedes Spiel als zusätzliche Wettkampf-Einheit nutzen. Der kleine Haken an der Sache: In der Druck-Situation, alleine schon aus finanziellen Gründen noch unter die Top-Sechs zu springen, darf sich Schalke überhaupt keine Patzer mehr erlauben. Negativserien, wie sie in der Hinserie zweimal vorkamen, sind ab sofort für Leon Goretzka & Co. verboten. Friss oder stirb sagt man auch dazu. Holger Badstuber weiß, worauf er sich eingelassen hat. Der Mann ist in München mit Druck aufgewachsen. Druck ist sein zweiter Vorname. Auf Schalke kann er in den nächsten Monaten beweisen, dass er auch hier im Stande ist, solche Extremsituationen in positive Energie umzuwandeln. Und im Idealfall noch das Zeug dazu hat, alle mitzureißen. Doch bis es so weit ist, wird die Selbstfindung dauern. Allzu viel Zeit sollte der Prozess aber nicht in Anspruch nehmen.

Autor: Thomas Tartemann

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