Nach dem Training legte Schalkes Jungprofi Donis Avdijaj noch eine kleine Zusatzschicht ein.

Schalke

Heidel hat Avdijaj auf der Rechnung

Manfred Hendriock
06. Januar 2017, 16:08 Uhr
Foto: Firo

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Nach dem Training legte Schalkes Jungprofi Donis Avdijaj noch eine kleine Zusatzschicht ein.

Der 20 Jahre alte Stürmer reihte ein paar Bälle an der Strafraumlinie auf und versenkte sie nacheinander im Tor. Danach sammelte er die Utensilien auf dem Platz ordentlich ein, schob das große Aluminium-Tor an die Seitenlinie und ging mit dem aus der A-Jugend zu den Schalker Profis gekommenen Haji Wright vom Feld. Keine Extratour von Avdijaj, sondern eine Extraschicht.

Vor drei Jahren durfte Donis Avdijaj schon einmal ein Winter-Trainingslager mit den Schalker Profis mitmachen; damals spielte er noch in der A-Jugend und galt als ebenso schwierig wie talentiert. In der Zwischenzeit musste er kleine Brötchen backen, Schalke lieh ihn auch einmal an Sturm Graz aus, weil man keine rechte Verwendung für ihn hatte. Jetzt aber bekommt er eine neue Chance: Denn Stürmer werden auf Schalke gerade gesucht.

Weil Klaas-Jan Huntelaar, Breel Embolo und Franco Di Santo verletzt sind, steht von den etablierten Angreifern nur Eric Maxim Choupo-Moting zur Verfügung, aber auch der ist kein echter Torjäger - er fühlt sich in der Rolle des Vorbereiters wohler. Deswegen rücken zwangsläufig die Talente in den Blickpunkt, zumindest so lange, bis ein neuer Stürmer verpflichtet ist.

Nachdem am Donnerstag auch der Ghanaer Bernard Tekpetey (19) endgültig für den Afrika-Cup nominiert wurde, bleiben Trainer Markus Weinzierl noch drei junge Angreifer. Zum einen Fabian Reese (18), ein ehrgeiziger Spieler, der aber noch Zeit braucht. Zum zweiten Haji Wright (18), der bei den Profis erst einmal nur vorspielen soll. Und zum dritten eben Donis Avdijaj, dessen Name am häufigsten fällt, wenn es um die Sturm-Talente geht. “Der Junge hat was”, sagt Manager Christian Heidel und fragt: “Wann, wenn nicht jetzt, soll er es denn zeigen können?”

Avdijaj war vor Weihnachten schon in Schwung gekommen: Im letzten Spiel vor der Pause beim HSV (1:2) erzielte er sein erstes Bundesligator überhaupt. Auch das gab ihm das Gefühl, dass er jetzt den Konkurrenzkampf aufnehmen kann: “Ich traue mir das auf jeden Fall zu. Es ist nicht so, dass ich mich jetzt verstecke.” Avdijaj will sich nun “für mehr anbieten”.

Schalkes Trainer Markus Weinzierl sieht den wuseligen, mitunter ziemlich ballverliebten Spieler eher im offensiven Mittelfeld, aber Avdijaj kann auch weiter vorne spielen: “Ich spiele gerne zu Zweit vorne, komme über rechts oder über links, auch als falsche Neun.” Auf jeden Fall hat er einen ausgeprägten Torinstinkt, in der Jugend schoss er einmal 44 Tore in einer Saison. Danach erhielt er auf Schalke einen Profivertrag, in dem eine Ablösesumme von 49,5 Millionen Euro festgeschrieben ist. Er wurde in einem Atemzug genannt mit Talenten wie Julian Draxler, Max Meyer oder Leroy Sané.

Der Karriere hat das ganz sicher nicht gut getan, aber mit 20 Jahren ist Avdijaj noch jung genug, um die Kurve zu kriegen. Manager Heidel hat ihn jedenfalls jetzt auf der Rechnung, da auf Schalke Stürmer gesucht werden: “Die Leute sagen mir immer: Warum könnt ihr nicht die Jungen spielen lassen? Und mit Donis haben wir einen, der das richtig gut macht. Ich möchte ihm nicht den Weg zubauen.”

Trotzdem geht die Suche nach einem neuen Stürmer auf Schalke noch weiter. Nur nicht mehr mit dem Zeitdruck, dass er unbedingt im Trainingslager da sein muss.

Autor: Manfred Hendriock

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