Geknickt schlichen die Spieler des FC Schalke 04 vom Hamburger Rasen.

Schalke

Mit Misserfolg geht es in die Winterpause

Peter Müller
20. Dezember 2016, 21:53 Uhr
Foto: firo

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Geknickt schlichen die Spieler des FC Schalke 04 vom Hamburger Rasen.

Sie nehmen ein weiteres Misserfolgserlebnis mit in die Winterpause: Das letzte Aufgebot der Königsblauen erlaubte sich am Dienstagabend eine schwache Leistung, der HSV schöpft nach seinem 2:1-Erfolg neuen Mut im Abstiegskampf.

Die Partie war eine einzige Unzulänglichkeit. Wer sich die Mühe machte, alle Fehler mitzuzählen, der konnte auch an diesem eiskalten Abend im Volksparkstadion ins Schwitzen kommen. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie schwer unter Druck standen: Die Hamburger im ständigen Ringen um die Erstligazugehörigkeit, die Schalker bei ihrem mittlerweile verzweifelt aussehenden Versuch, den miesen Saisonstart zu korrigieren.

Nach fünf Minuten hätte Schalke schon führen können. HSV-Abwehrspieler Gideon Jung, der frühere Oberhausener, wurde beim Versuch, den Ball nach vorne zu schlagen, von Yevhen Konoplyanka geblockt. Der Ukrainer sprintete mit dem Ball in Richtung Tor, schloss aber dann überhastet ab.

Aber nicht nur Konoplyanka fehlte der Überblick. Unsicherheiten auf beiden Seiten prägten das Spiel. Im Mittelfeld wurden wiederholt unerklärbare Querpässe von außen in die Mitte und damit in den Lauf des Gegners gespielt, und wiederholt ließen sich Abwehrspieler sicher geglaubte Bälle noch abnehmen. So wie in der 22. Minute der junge Schalker Thilo Kehrer, der sich von Filip Kostic abkochen ließ - Glück für Schalke, dass sich nach dessen Hereingabe Nicolai Müller ungeschickt anstellte.

Natürlich fehlten bei den Schalkern viele verletzte, erkrankte oder gesperrte Stammspieler, aber damit allein war diese Leistung nicht zu erklären. Es war ja keinem verboten worden, sich bei der Ballannahme zu konzentrieren oder vor dem Abspiel den Kopf zu heben. Auch Schalkes Torwart Ralf Fährmann ließ sich von der allgemeinen Verunsicherung anstecken: Mit dem Ball am Fuß leistete er sich mehrere Patzer. Zwei Minuten vor der Pause aber packte Fährmann bei einem Schuss von Luca Waldschmidt sicher zu, nachdem Johannes Geis den Ball zuvor auf haarsträubende Art hergegeben hatte.

In der 52. Minute hätte auf beiden Seiten das erste Tor fallen können: Ecke für Schalke durch Johannes Geis, Kopfball von Leon Goretzka - HSV-Torwart Christian Mathenia parierte. Im direkten Gegenzug lösten die Hamburger Alarm in der Schalker Hälfte aus: Drei Angreifer gegen zwei Verteidiger - doch der frühere Bochumer Michael Gregoritsch verschlief ein Abspiel im richtigen Moment.

Besser machten es die Hamburger in der 61. Minute. Wieder ließen sich die Schalker nach eigenem Angriff auskontern, diesmal standen in der letzten Reihe Nabil Bentaleb und Sead Kolasinac ganz schlecht: Nicolai Müller schlich sich in ihrem Rücken davon und brachte den Ball im Netz unter.

Johan Djourou verschenkte das 2:0, als er in Minute 76 mit einem Elfmeter an Ralf Fährmann scheiterte. Thilo Kehrer hatte vorher Filip Kostic von den Beinen geholt. Sieben Minuten später aber konnten die Hamburger dann doch durchatmen: Bobby Wood vernaschte Benedikt Höwedes und Nabil Bentaleb - Deckel drauf, die Entscheidung. Der schöne Anschlusstreffer des eingewechselten Donis Avdijaj in der 90. Minute kam zu spät.

Autor: Peter Müller

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