Mit dem fünften Sieg im fünften Euro League-Spiel hat der FC Schalke 04 seine Super-Serie fortgesetzt.

Schalke

"Es war keine 1B-Mannschaft"

Thomas Tartemann
24. November 2016, 22:58 Uhr
Foto: firo

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Mit dem fünften Sieg im fünften Euro League-Spiel hat der FC Schalke 04 seine Super-Serie fortgesetzt.

Nach dem 2:0 (1:0) über OGC Nizza sind die Königsblauen wettbewerbsübergreifend seit elf Spielen ungeschlagen und gehen am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/Sky) mit Riesen-Selbstbewusstsein ins Bundesliga-Heimspiel gegen Darmstadt 98. „Jeder Sieg, jedes zu-Null gibt Stabilität und Selbstvertrauen. Wir befinden uns in der Meisterschaft immer noch im Aufholmodus und wollen die Serie weiter ausbauen“, sagt Schalkes Stammtorwart Ralf Fährmann.

In der Europa League standen die Königsblauen schon vor dem Nizza-Duell als Gruppensieger fest. Trainer Markus Weinzierl nutzte die Gelegenheit, um vielen jungen Leuten eine Chance zu geben. So rückten die Talente Bernard Tekpetey sowie Thilo Kehrer in die Startelf. Im weiteren Verlauf wurden mit Fabian Reese und Donis Avdijaj noch zwei Jungfüchse eingewechselt. „Es war keine 1-B-Mannschaft“, wollte Ralf Fährmann nichts von einem sogenannten zweiten Anzug wissen. Der Schlussmann argumentierte: „Der Konkurrenzkampf ist ja gerade das, was uns ausmacht.“

Die neu formierten Schalker verkrafteten die Personal-Rochade gut. Im Abwehrzentrum gab der erfahrene Naldo die Kommandos, in der Offensive versuchte Max Meyer, der zur Pause allerdings mit einer Sprunggelenksverletzung raus musste, Dampf zu machen. Die erste große Chance hatte allerdings Nizza. Anastasios Donis traf aus 18 Metern die Latte. Ein paar Sekunden später gelang den Hausherren mit freundlicher Hilfe der Franzosen der Führungstreffer. Nach einem schönen Spielzug über Junior Caicara und Meyer, dessen Schuss leicht abgefälscht wurde, ließ Nizzas Torwart Yoan Cardinale den Ball fallen. Yevhen Konoplyanka schaltete schnell und beförderte die Kugel zum 1:0 ins Netz (14.).

Nizza versprühte aus der Distanz Gefahr. S04-Torwart Ralf Fährmann kratzte eine Flanke von Dalbert Estevao gerade noch über den Querbalken (26.). Rémi Walters Flachschuss zischte knapp vorbei (34.). Zur Pause brachte Weinzierl mit Fabian Reese den dritten Jungfuchs. Reese war sofort präsent, holte schon nach ein paar Sekunden eine gelbe Karte heraus und vergab das mögliche 2:0 auf Pass von Junior Caicara nur knapp (54.). Fast 20 Minuten passierte danach wenig bis gar nichts. Dann scheiterte der eingewechselte Nabil Bentaleb mit einem knackigen Schuss an Yoan Cardinale (72.). Nach einem Solo von Bernard Tekpetey, den Nizzas Vincent Koziello auf der Strafraumgrenze auflaufen ließ, entschied Schiedsrichter Aliyar Aghayev auf Strafstoß. Dennis Aogo ließ sich die Chance nicht entgehen und machte den Deckel drauf (80.).

Kleiner Wermutstropfen am Ende: Bernard Tekpetey sah in der Nachspielzeit nach einem Zusammenprall mit dem Torwart die Ampelkarte. Nicht nur Tekpetey war am Ende gefrustet, sondern auch Nizzas Trainer Lucien Favre. Nach der Pleite auf Schalke hat der französische Tabellenführer keine Chance mehr aufs Weiterkommen.

Donis hat im Training und im Spiel angedeutet, dass er Potenzial hat
Markus Weinzierl über Donis Avdijaj

In der Startformation stand auch Thilo Kehrer - ein weiteres Talent. Der 20-Jährige erledigte seinen Job in der Abwehr gewissenhaft. Weinzierl: „Thilo hat eine souveräne Leistung gezeigt. Er hat mir mit am besten gefallen.“ Bernard Tekpetey (19) konnte im Angriff ebenfalls positive Akzente setzen. Der Ghanaer holte den Strafstoß zum 2:0 heraus, flog aber nach einem Zusammenprall mit OGC-Torhüter Yoan Cardinale in der Nachspielzeit vom Platz. „Schade, dass er mit Gelb-Rot runter musste. Bernard war sehr engagiert. Anfangs hat man ihm die Nervosität angemerkt, aber dann wurde es immer besser“, so Weinzierl.

Zum Schluss feierte auch noch der 20-jährige Donis Avdijaj ein Kurz-Debüt. „Donis hat im Training und im Spiel angedeutet, dass er Potenzial hat. Wir arbeiten mit den jungen Spielern. Sie sollen weiter Gas geben“, so Weinzierl. Und damit den vielen etablierten Kräften zeigen, dass sie da sind.

Autor: Thomas Tartemann

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