Schalke 04 hat den Umkehrschub eingeleitet. Erst klappte bei den Königsblauen in der Fußball-Bundesliga gar nichts. Jetzt gelingt fast alles. Es läuft wieder rund auf Schalke.

Schalke

Darum läuft es plötzlich so gut

Andreas Ernst, Thomas Tartemann
08. November 2016, 12:45 Uhr
Foto: firo

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Schalke 04 hat den Umkehrschub eingeleitet. Erst klappte bei den Königsblauen in der Fußball-Bundesliga gar nichts. Jetzt gelingt fast alles. Es läuft wieder rund auf Schalke.

Durch fünf ungeschlagene Spiele in Folge hat das neustrukturierte Team die größten Sorgen verscheucht und sich mittlerweile zu einem aggressiven und gefährlichen Gegner entwickelt. „Wir haben die ersten fünf Spiele in den Sand gesetzt und unsere Lehren daraus gezogen“, sagt Trainer Markus Weinzierl.

Der 41-Jährige stellte das System um, weil mit der zunächst favorisierten Viererkette Erfolge ausblieben und durch jeden Rückschlag die Verunsicherung wuchs. Das 3-5-2-System haben Kapitän Benedikt Höwedes und seine Nebenleute schnell verinnerlicht. Bei gegnerischen Vorstößen klinken sich die beiden äußeren S04-Mittelfeldspieler in die Defensive ein, bei eigenem Ballbesitz schalten sie blitzschnell um nach vorne, um Überzahl und Räume zu schaffen.

„Das System, das wir jetzt spielen, passt für uns am besten“, sagt Weinzierl. Als der Fußballlehrer merkte, dass er seinen Plan mit sicherer Defensive und laufintensivem Pressing so nicht umsetzen konnte, reagierte er. „Wir müssen nun weniger Räume verteidigen. Es kommt den Abwehrspielern zugute. Vorne gibt es mehr Präsenz im Strafraum, dazu bringen wir Laufstärke über außen ein. Das passt sehr, sehr gut.“

Nach zehn Gegentreffern in den Spielen gegen Frankfurt, Bayern, Hertha BSC, Köln und Hoffenheim hat Schalke defensiv inzwischen komplett abgedichtet. Mönchengladbach, Mainz und Dortmund schafften im Oktober kein Tor gegen die Königsblauen. Bremen traf am Sonntag lediglich per Elfmeter. Augsburg gelang das 1:1-Unentschieden gegen Schalke durch einen Sonntagsschuss. Ein klarer Beweis dafür, dass Schalke mit der neuen Ausrichtung auf dem richtigen Weg ist.

Markus Weinzierl gelang zudem der schwierige personelle Spagat zwischen Bundesliga und Europa League. Bis zu sechs Profis rotierten nach einem internationalen Auftritt aus der Startelf, um für frische Kräfte im Liga-Alltag Platz zu machen. „Ich glaube, dass wir durch die Rotation sehr gut durchgekommen sind und die Aufgaben gut verteilt haben“, sagt Weinzierl.

In der Länderspielpause lockert der Trainer etwas die Zügel und gab seinen Spielern jetzt zwei Tage frei. Dass er mit seinem Personal mehr als zufrieden ist, demonstrierte er nach dem Sieg über Werder. Weinzierl ergriff im Schalker Beschwörungs-Kreis auf dem Rasen das Wort. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass du nach fünf Niederlagen die nächsten neun Spiele nicht verlierst, davon sogar sieben gewinnst und zwei unentschieden spielst“, lobte Weinzierl und stellte fest: „Das war eine Ansage, dass es ein Kompliment wert ist und die Jungs so weitermachen können und müssen.“

Trainer und Team haben Appetit auf mehr bekommen. „Jetzt haben wir den Anschluss ans Mittelfeld gefunden. Aber damit ist Schalke nicht zufrieden“, betont Weinzierl.

Autor: Andreas Ernst, Thomas Tartemann

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