Leon Goretzka ist auf Schalke in den letzten drei Jahren zum Leistungsträger gereift.

Schalke

Goretzka will Höwedes unterstützen

23. Juli 2016, 13:07 Uhr
Foto: firo

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Leon Goretzka ist auf Schalke in den letzten drei Jahren zum Leistungsträger gereift.

Dem Mittelfeldspieler wird enormes Potenzial attestiert, die Gesundheit machte dem 21-Jährigen aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Nun nimmt er einen neuen Anlauf, um den Durchbruch zu schaffen.

Leon Goretzka, Sie kommen gerade von der Behandlung. Ihr neuer Trainer schont Sie im Training nicht. Markus Weinzierl vermittelt Ihnen sehr klar seine Vorstellungen, oder?
Absolut. Ich denke, dass gehört dazu: Eine klare Führung und eine klare Linie – und die ist unter Markus Weinzierl auch gegeben. Noch sind wir zwar am Anfang, aber mein bisheriger Eindruck ist durchweg positiv. Ich bin überzeugt, dass er eine klare Idee hat, wie es am Ende auszusehen hat.

Schalke hat auch einen neuen Sportvorstand. Ist Christian Heidel der Hoffnungsträger für Schalke 04, als den ihn viele sehen?
Christian Heidel hat ja selbst gesagt, dass er einiges hier verändern will, auch infrastrukturell. Das geht natürlich nicht in ein oder zwei Wochen. Wir brauchen generell etwas Zeit, um uns zu entwickeln, denn wir sind eine junge Mannschaft. Ich glaube trotzdem, dass hier etwas entstehen kann, wenn hier an den richtigen Rädchen gedreht wird. Und ich glaube, dass Christian Heidel genau der richtige Mann ist, um an diesen Stellschrauben zu drehen.

Ist Ihr persönliches Saisonziel vor allem verletzungsfrei zu bleiben? Das hat in der vergangenen Spielzeit nicht ganz geklappt.
Natürlich gab es in der Rückrunde noch die Schulterverletzung, die mich für ein paar Spiele rausgeworfen hat. Trotzdem täuscht der Eindruck meiner Meinung nach ein bisschen. Es waren ja nicht mehr als drei oder vier Partien. In den Zeitungen stand zwar oft, ich sei angeschlagen, aber bis zur Mitte der Rückrunde war ich einer der Spieler mit den meisten Einsatzminuten.

Gab es zwischendurch auch mal grundsätzliche Zweifel, weil Sie in Ihrer Karriere schon so viel Pech hatten?
Nein, überhaupt nicht. In der letzten Saison war es ja kein großes Problem, da habe ich viele Partien absolvieren können.

Ich möchte dabei helfen, unseren Kapitän Benedikt Höwedes zu unterstützen
Leon Goretzka

Kommt bei Ihnen nicht doch mal der Gedanke auf, dass Sie noch viel weiter sein könnten, wenn Sie in Ihrer jungen Karriere nicht immer wieder schwere Verletzungen erlitten hätten?
Definitiv ärgerlich war die Verletzung (Bündelriss, Anm. d. Red.) unmittelbar vor der WM 2014. Ich hatte dank meines Debüts in der A-Nationalmannschaft das Gefühl, dass ich jetzt dazu gehöre – dann wirft einen solch eine Nachricht in einem so jungen Alter schon etwas zurück.

Sind Sie denn auch mal zu ehrgeizig gewesen und haben nach einer Verletzung zu früh wieder angefangen?
Gerade bei einer Muskelverletzung wie ich sie hatte, sollte man sehr genau auf die Signale des Körpers hören. Ich bin aber ein Typ, der eher auf die Zähne beißt. Ich lasse mich nicht so schnell auswechseln oder sage, dass ich nicht trainieren kann. So bin ich nun mal, über Schmerzen sehe ich schon mal hinweg. Das möchte ich auch nicht verändern.

So äußert sich ein Führungsspieler. Beim Testspiel in Wanne-Eickel trugen Sie erstmals die Kapitänsbinde. Ein Signal, dass Sie nun in den Mannschaftsrat aufrücken?
Nein, soweit denke ich noch nicht. Ich hätte aber nichts dagegen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich glaube auch, dass dies wichtig ist für unser Spiel – gerade auf meiner Position. Ich will viel mit den Mannschaftskameraden kommunizieren, das Spiel auch mal in die Hand nehmen. Das kann jedoch nicht einer alleine tun. Ich möchte dabei helfen, unseren Kapitän Benedikt Höwedes zu unterstützen.

Er scheint bei Turnieren noch mal über sich hinauszuwachsen und auf den Punkt immer da zu sein. Ist das auch Ihr Eindruck von Höwedes?
Bene ist ein Spieler, der gerade auch mental sehr stark ist. In Situationen, die andere eher hemmen, ist er in der Lage, seine beste Leistung abzurufen. Das macht ihn so besonders.

Ein Spieler zu dem Sie aufschauen?
Natürlich, aber das war auch schon vor der Europameisterschaft so und bevor er Weltmeister wurde. Bene ist ein enorm wichtiger Spieler für Schalke 04 und kann uns auch neben dem Platz sehr viel mitgeben.

Gibt es bei Ihnen eine Sehnsucht, einen weiteren Schritt zu wagen? Hin zu einem der sogenannten Weltklubs oder, wie bei Ihrem Kumpel Leroy Sané, ins Ausland?
Damit habe ich aktuell wenig am Hut. Ich will im nächsten Jahr vor allem erstmal mein Ding mit Schalke durchziehen.

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