Die Bundesliga-Manager sind im Kaufrausch. Während Borussia Dortmund schon sechs neue Spieler vorgestellt hat, ist es auf Schalke noch ziemlich ruhig.

Schalke

Naldo ist bereit für seinen neuen Verein

Christoph Winkel
12. Juni 2016, 18:05 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Die Bundesliga-Manager sind im Kaufrausch. Während Borussia Dortmund schon sechs neue Spieler vorgestellt hat, ist es auf Schalke noch ziemlich ruhig.

Christian Heidel hat bislang erst einen neuen Spieler unter Vertrag genommen: Innenverteidiger Naldo kommt ablösefrei vom VfL Wolfsburg. Schalkes neuer Manager hatte betont, sämtliche Transfers mit dem neuen Cheftrainer Markus Weinzierl abstimmen zu wollen, dessen Verpflichtung sich sehr lange hingezogen hat.

Außerdem will Heidel erst mit allen noch unter Vertrag stehenden Spielern sprechen. Der Manager will sich ein Bild davon machen, ob ein Spieler sich zu hundert Prozent mit dem neuen Weg, den Schalke gehen will, identifizieren kann. Spätestens am 27. Juni wird Heidel wohl mit allen Spielern gesprochen haben, der Tag des Trainingsbeginns auf Schalke.

Markus Weinzierl ist einverstanden

Die Verpflichtung von Naldo war deshalb eine Ausnahme. „Da habe ich einfach mal vorausgesetzt, dass der neue Trainer etwas mit ihm anfangen kann. Als mit Markus Weinzierl alles klar war, zeigte er sich mit dem Transfer auch sehr einverstanden“, sagte Heidel und lachte. Gleich an seinem ersten Arbeitstag auf Schalke, am Pfingstsonntag, setzte Heidel damit eine Ausrufezeichen. „Als wir gehört haben, dass Naldo verfügbar ist, haben wir uns sofort um ihn bemüht. Es war enorm wichtig, einen so erfahrenen Spieler für eine junge, talentierte und entwicklungsfähige Mannschaft zu gewinnen, wie wir sie haben“, begründete Heidel.

Aus dem Urlaub in Dubai sendete Naldo in der vergangenen Woche über Instagram schon mal Grüße nach Gelsenkirchen. Auf einem Foto ist er mit einem großen Falken auf der Hand zu sehen. Darunter schrieb er: „Nächste Saison??? Ich bin bereit.“ Naldo25_oficial ist der Name seines Instagram-Profils. Die 25 deshalb, weil er diese Nummer beim VfL Wolfsburg auf dem Trikot trug. Auf Schalke wird sich Naldo wohl eine neue Rückennummer aussuchen müssen, die 25 trägt seit sechs Jahren Klaas-Jan Huntelaar.

Naldo, der als Kind immer nur Stürmer sein wollte, ist der torgefährlichste Innenverteidiger der Bundesliga, in 298 Spielen traf er 38 Mal. Vor allem seine knallhart geschossenen Freistöße aus der Distanz sind bei den Torhütern gefürchtet. Sein Spitzname: Knalldo. Erst im Alter von 18 Jahren schloss sich Naldo einem Fußballverein an, es war der Wunsch seines Vaters. „Ich war ein Straßenfußballer durch und durch“, sagte er in einem Interview mit „11 Freunde.“

Auf Schalke soll Naldo die Lücke schließen, die Joel Matip mit seinem Wechsel zum FC Liverpool in der Innenverteidigung hinterlassen hat. Der 33-Jährige, der in der brasilianischen Großstadt Londrina geboren ist, kennt die Bundesliga aus dem Effeff. 2005 wechselte er aus Brasilien zu Werder Bremen, 2012 folgte dann der Wechsel nach Wolfsburg.

Obwohl der 1,98 Meter große Abwehrspieler Anfang Mai angekündigt hatte, seinen Vertrag beim VfL verlängern zu wollen, gab er wenig später Heidel und Schalke das Ja-Wort. „Christian Heidel hat mich in den Gesprächen so begeistert, dass ich große Lust auf die Herausforderung bei Schalke habe, mit einer richtig guten Mannschaft Erfolge zu feiern“, sagte er. Deutscher Meister ist der neue Mann übrigens noch nicht geworden. Mit Werder Bremen wurde er 2006 und 2008 Vizemeister. 2009 gewann er mit Werder den DFB-Pokal, 2015 mit dem VfL Wolfsburg.

Naldos Leibspeise ist Bratwurst

Seit anderthalb Jahren ist Naldo Deutscher. Im Wolfsburger Rathaus wurde ihm nach bestandenem Einbürgerungstest die Einbürgerungsurkunde überreicht. 33 Fragen rund um Deutschland musste er zuvor beantworten. Auch seine Ehefrau Carla und die Kinder Naldinho und Liz sind haben die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. „Das ist eine große Ehre für mich und meine Familie. Ich fühle mich so wohl in Deutschland“ sagte er. „Mein Sohn hat mich fast jeden Tag gefragt, wann wir endlich Deutsche werden.“

Naldos Leibspeise ist Bratwurst – auch nicht gerade typisch brasilianisch. Einen typisch deutschen Namen wolle er sich aber nicht zulegen: „Herr Naldo reicht.“

Autor: Christoph Winkel

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren