Die Profi-Fußballer des MSV Duisburg genossen ihren Derbysieg über Fortuna Düsseldorf in vollen Zügen.

MSV

Chef Ingo Wald verneigt sich vor den Duisburger Fans

Thomas Tartemann und Sven Kowalski
02. Mai 2016, 09:54 Uhr
Foto: firo

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Die Profi-Fußballer des MSV Duisburg genossen ihren Derbysieg über Fortuna Düsseldorf in vollen Zügen.

Da zeitgleich sämtliche Konkurrenten ebenfalls am Ball waren, stand bereits am Freitagabend fest, dass sich die Situation für die Zebras schlagartig verbessert hat. „Wir waren vor Wochen schon so weit weg, dass man sich jetzt umso mehr freut. Wenn wir unsere letzten beiden Saisonspiele gewinnen, sind wir gerettet“, strahlte Jürgen Marbach.

Der bestens aufgelegte Duisburger Aufsichtsratschef konnte sich einen Scherz nicht verkneifen. „Ich fordere jetzt bei unserem Partner Schauinsland-Reisen, dass in den nächsten Urlaubskatalog das Land Nigeria als Reiseziel aufgenommen wird. Und dann sollen 20 000 Duisburger dahin fliegen.“

Damit verneigte sich Marbach symbolisch vor dem dynamischen Nigeria-Duo Kingsley Onuegbu und Victor Obinna. Der „King“, nach der Verpflichtung von Leihstürmer Tomané eigentlich schon abgeschrieben, ebnete mit seinem starken Kopfballtreffer den Weg für den Dreier. Und „Rakete“ Obinna, dessen Zukunft zum Jahreswechsel nach seiner Knieoperation noch ungewiss war, unterstrich einmal mehr seinen enormen Wert für die Duisburger Mannschaft. „Victor ist für uns ganz wichtig“, lobte Präsident Ingo Wald, „und auch für Kingsley Onuegbu freue ich mich, dass er so ein tolles Tor erzielt hat.“

Initiator des Führungstreffers war Duisburgs Modellathlet Rolf Feltscher, der die Kugel zuerst an einem Düsseldorfer Gegenspieler vorbeilegte und dann mit Tempo scharf an den Fünfmeterraum nagelte. „Fletscher“, der seit seiner Gelbsperre aus dem Paderborn-Kellerduell am 18. März nur noch einen Kurzeinsatz zu verzeichnen hatte, zeigte die richtige Reaktion.

„Die Tatsache, dass wir nicht mehr Letzter sind, macht uns alle sehr glücklich. Wir nehmen die Kraft für unsere Leistungen von den Fans. Sie motivieren uns extrem.“ Ingo Wald stellte dem Duisburger Publikum, das für flammende Pokalatmosphäre sorgte, die Bestnote aus: „Ich freue mich riesig für unsere Fans, dass sie für ihre Mühen und Unterstützung belohnt werden. Unsere Anhänger sind immer genau dann da, wenn sie am meisten gebraucht werden. Auch darauf sind wir stolz.“

Am 1. April regnete noch Hohn und Spott auf die Zebrakicker nieder, nachdem es gegen Heidenheim ein 0:2 gegeben hatte. So schnell ändern sich die Zeiten. Mittlerweile herrscht nach den Siegen über Nürnberg, 1860 München und Düsseldorf knisternde Aufbruchstimmung. An diesem Montag bemühen sich die Verantwortlichen darum, dem kommenden Auswärtsgegner SV Sandhausen noch mehr Karten für die zu erwartende MSV-Fankarawane aus dem Kreuz zu leiern.

MSV-Manager Ivo Grlic sieht sich bestätigt

„Wir haben das Thema schon unmittelbar nach dem Sieg über die Fortuna angeleiert. Wir bemühen uns um ein großes Kontingent. Bevor das allerdings nicht gesichert ist, brauchen wir uns über einen Sonderzug oder andere Dinge nicht zu unterhalten“, sagt Jürgen Marbach.

Manager Ivo Grlic sieht sich kurz vor dem Saisonende bestätigt. Lange hielt sich der 40-Jährige zurück, setzte immer wieder stoisch auf die Geduldskarte und glaubte an die Mannschaft. „Ich bin die ganze Zeit mit positiver Stimmung vorangegangen. Ähnlich wie vor dem Spiel gegen 1860 München war der Druck bei uns riesig. Aber wir sind zum wiederholten Male damit klargekommen und haben die Fortuna fast 70 Minuten dominiert. Ich bin stolz auf das Team.“

MSV-Stürmer Onuegbu: „Ich war tot. Ich konnte nicht mehr“

Grlic weiß, dass im Fußball nichts planbar ist und lehnt deswegen auch diverse Rechenspiele zur Rettung ab. „Unsere Mannschaft hat es selbst in der Hand. Wir waren lange genug Letzter. Jetzt sieht es tabellarisch schon etwas besser aus. Unsere Mannschaft hat es verdient, in der 2. Liga zu bleiben“, sagt der Duisburger Manager.

Stürmer Kingsley Onuegbu, dessen Vertrag bei den Meiderichern am Saisonende ausläuft, will auch in den letzten 180 Ligaminuten alles raushauen. „Gegen Düsseldorf war es in der 80. Minute für mich vorbei. Ich war tot, konnte nicht mehr. Was wir als Mannschaft für die letzten beiden Spiele versprechen können, ist, dass wir weiter Vollgas geben werden.“

Autor: Thomas Tartemann und Sven Kowalski

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