Wie sehr die Profis des VfL Bochum offensichtlich immer noch an ihre Chance auf ein Eingreifen in die Aufstiegsentscheidung glauben, zeigte sich schon wenige Minuten nach dem Abpfiff auf dem Betzenberg.

VfL

Erfolgsserie stößt bisher nur auf sehr wenig Resonanz

18. März 2016, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Wie sehr die Profis des VfL Bochum offensichtlich immer noch an ihre Chance auf ein Eingreifen in die Aufstiegsentscheidung glauben, zeigte sich schon wenige Minuten nach dem Abpfiff auf dem Betzenberg.

So richtete [person=2462]Felix Bastians[/person] gleich den Blick auf den kommenden Sonntag. Der Innenverteidiger: „Jetzt drücken wir alle Leipzig gegen Nürnberg die Daumen und hoffen darauf, dass wir bei einem Erfolg gegen Fürth mit nur noch vier Punkten Rückstand in die Länderspiel-Pause gehen.“ Und weiter fügte der Linksfuß an: „Wir glauben an uns und verfügen über die mannschaftliche Geschlossenheit, um in dieser Saison noch etwas zu erreichen.“

Fakt ist, der Entwicklungsprozess der Mannschaft ist beeindruckend. Und die Zahlen sprechen eindrucksvoll für die gute Arbeit an der Castroper Straße. Vor einem Jahr stand der VfL nach 26 Runden bei 35 Punkten. Und einem Torverhältnis von 43:39. Jetzt sind es schon 43 Punkte (42:25 Tore). Damit hat der VfL acht Runden vor dem Saisonende schon einen Zähler mehr auf dem Konto als zum Saisonende der Spielzeit 2014/15. Seit der Niederlage in Braunschweig im November letzten Jahres ist der VfL in zehn Zweitligaspielen unbesiegt und hat mit den Leistungen in den Heimbegegnungen gegen Paderborn, Freiburg, Sandhausen und Bielefeld und auch im Pokalspiel gegen Bayern München weitestgehend überzeugt.

Doch der sich mehr und mehr einstellende sportliche Erfolg mag sich in der Zunahme der Sponsoren noch widerspiegeln und auch die Mitgliederzahl im letzten Vierteljahr von 5.300 auf über 7.300 nach oben gedrückt haben. Doch die Bochumer Fußball-Öffentlichkeit zeigt dem VfL weitgehend die kalte Schulter. So waren die letzten sechs Heimspiele, was die zahlenden Kunden anging, mit Ausnahme der Spiele gegen Freiburg und Bielefeld (3.000 Arminen-Fans) schlichtweg ein Desaster. Ein Phänomen, mit dem der VfL allerdings schon seit Jahrzehnten kämpft. So findet sich in einer Bundesliga-Chronik aus dem Aufstiegsjahr 1971/72 folgender Text, der noch heute seine Gültigkeit hätte: „Einziger Wermutstropfen blieb das Bochumer Publikum, das überraschend nur mit 6.000 Mann zum letzten Heimspiel gegen Hertha (4:2) anrückte und die Kalkulation damit untertraf.“ Dabei verlor der VfL damals als Aufsteiger nur zwei der letzten neun Erstligaspiele.

Wen wundert es da, dass Christian Hochstätter auch auf dem Betze nicht müde wurde in den Bemühungen, Bochums Anhang für die letzten vier Heimspiele noch einmal wach zu rütteln: „Wir haben jetzt noch insgesamt acht Spiele und dürfen uns keinen Patzer mehr erlauben. Ich hoffe, dass viele Zuschauer gegen Fürth kommen. Wir brauchen die Unterstützung der VfL-Fans.“

Was der VfL aber noch dringender benötigt, sind Einnahmen, um die Mannschaft im Sommer noch einmal zu verstärken. Das würde schon gelingen, wenn man Marco Terrazzino langfristig an den Klub binden könnte. Der offensive Mittelfeldspieler fehlte in Kaiserslautern an allen Ecken und Enden, weil das Knie beim Abschlusstraining zwickte. Terrazzino: „Ich glaube, ich bin am Sonntag im Rasen hängengeblieben.“ Nach eingehenden Untersuchungen meldete sich „Terra“ am Mittwochmittag per Mail bei RS: „Die Diagnose lautet Reizung am Innenband. Wir müssen jetzt von Tag zu Tag schauen, ob es für Sonntag reicht.“

Terrazzino, mit vier Toren und neun Vorbereitungen zweitbester Scorer, stände dem VfL über das Saisonende hinaus sehr gut zu Gesicht. Das Gleiche gilt auch für Janik Haberer, dessen Vertrags-Konstellation (Ausleihe von Hoffenheim) den Verbleib in Bochum aber noch schwieriger macht. Viel Arbeit also für Sport-Vorstand Christian Hochstätter, der allerdings schon im letzten Jahr am Beispiel Michael Gregoritsch bewies, dass er sein Geschäft versteht. Ungeachtet dessen ist zu befürchten, dass auch der Sieg in Kaiserslautern in der Bochumer Öffentlichkeit weitgehend auf taube Ohren stößt. Denn bis Mittwoch (elf Uhr) waren für das Spiel am Sonntag gerade einmal 7.500 Karten verkauft.

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