Das 3:0 des Wuppertaler SV bei Schwarz-Weiß Essen wurde von einem Eklat überschattet.

Stefan Vollmerhausen

"Habe niemanden gewürgt!"

Krystian Wozniak
19. Dezember 2015, 19:19 Uhr
Foto: Ketzer

Foto: Ketzer

Das 3:0 des Wuppertaler SV bei Schwarz-Weiß Essen wurde von einem Eklat überschattet.

WSV-Coach Stefan Vollmerhausen wird vorgeworfen, ETB-Kapitän Sebastian Michalsky nach einer Rudelbildung im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen gegangen zu sein. Nach dem Spiel verpasste sich Vollmerhausen einen Maulkorb und wurde auch auf der offiziellen Pressekonferenz von Wuppertals Sportlichem Leiter Manuel Bölstler vertreten. In den Abendstunden stand der Wuppertaler Erfolgstrainer, der mit seinem Team als Oberliga-Wintermeister und Niederrheinpokal-Halbfinalist in die Pause geht, RevierSport Rede und Antwort.

Stefan Vollmerhausen, können Sie sich überhaupt so richtig über den Sieg und das Weiterkommen freuen?
Natürlich hat das alles einen faden Beigeschmack. Nichtsdestotrotz freut es mich für die WSV-Fans, dass sie zum Jahresabschluss uns noch einmal so fantastisch unterstützt haben und wir ihnen einen Sieg schenken konnten. Zudem bin ich sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben heute drei Spieler auf dem Platz gehabt, die noch in der U19 spielen können. Da ist es alles andere als selbstverständlich, dass wir bei Schwarz-Weiß Essen so deutlich gewinnen. Trotzdem bin ich über mich selbst verärgert.

Sie meinen sicherlich die Situation mit Michalsky. Die Bilder sprechen gegen Sie. Haben Sie den ETB-Kapitän gewürgt?
Nein, ich habe niemanden gewürgt! Das war lediglich ein Schubser, weil ich von zwei Spielern bedrängt wurde. Nach dem ich das Videomaterial gesehen habe, bestätigt das meine Schilderung. Der Fotograf hat im richtigen Augenblick abgedrückt und so hat er dieses Foto geschossen, welches mich blöd aussehen lässt. Es gab nach einem harten Einsteigen eines ETB-Spielers gegen einen meiner Schützlinge eine Rudelbildung. Ich wollte meinen Spieler schützen und habe mich über das meiner Meinung nach unnötige, überharte Einsteigen sehr geärgert. Zwei, drei ETB-Spieler haben mich verbal angegriffen und auf diese Aktion hin habe ich reagiert und Michalsky geschubst. Das war ein Reflex, ich habe nicht darauf geachtet, wo die Hände hingehen. Klar ist aber auch, dass ich in dieser Szene ruhiger bleiben muss. Das darf mir nicht passieren, da habe ich nichts zu suchen. Ich bin seit 2007 Trainer und bin noch nie hinter die Barriere oder auf die Tribüne verwiesen worden. So eine Aktion wird mir nicht noch einmal passieren. Ich bereue das alles sehr.

Sie sind dann auch der Pressekonferenz ferngeblieben. Hatten Sie etwas Bammel vor den Fragen?
Nein, ganz und gar nicht. Ich bin ein Mensch, der auch negativen Fragen nicht aus dem Weg geht, sondern sich stellt. Vor allem nach solchen Aktionen, in denen man selbst involviert war. Unser Sportlicher Leiter Manuel Bölstler hat mir nur mitgeteilt, dass er nach diesem Spiel sein Statement abgeben wird und das habe ich dann zu akzeptieren. Der Sportliche Leiter ist mein Vorgesetzter.

Zurück zum Sport: Wen wünschen Sie sich im Halbfinale?
Da habe ich kein Wunschlos. Wir stehen in der Vorschlussrunde und wollen natürlich jetzt auch ins Endspiel. Wir haben keinen Einfluss auf den nächsten Gegner und nehmen es so hin, wie es kommt.

Autor: Krystian Wozniak

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