Nach dem 0:2 des FC Viktoria Köln in Ahlen war die Stimmung bei den Verantwortlichen sehr getrübt.

Viktoria Köln

Boss Wernze bleibt gelassen

Krystian Wozniak
19. November 2015, 10:27 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Nach dem 0:2 des FC Viktoria Köln in Ahlen war die Stimmung bei den Verantwortlichen sehr getrübt.

Trainer Tomek Kaczmarek sprach von einer verdienten Niederlage und Sportvorstand Franz Wunderlich ging sogar noch weiter und bezeichnete die Leistung als unterirdisch. "Ich will nichts mehr von Aufstieg hören. Wir haben immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen und kommen einfach nicht in Tritt. Ich erwarte einfach mehr Konstanz", betonte Wunderlich.

Wer denkt, dass die Stimmung bei Mäzen und Vereinsboss Franz-Josef Wernze ähnlich schlecht und gereizt ist, der wird im nachfolgenden Interview eines Besseren belehrt. Wernze ist zu diesem Zeitpunkt der Saison und einem Rückstand von sieben Punkten auf Spitzenreiter Lotte gelassen.

Franz-Josef Wernze, eigentlich dürften Sie doch mit der aktuellen Lage auch nicht zufrieden sein, oder?
Warum denn? Wir haben noch die Hälfte der Saison vor uns. In dieser Liga gibt es keine einfachen Spiele und deshalb tun wir uns auch schwer. Das geht den anderen Mannschaften aber ähnlich. Es macht doch keinen Sinn, jetzt den Hammer rauszuholen. Ich bin wirklich gelassen und entspannt.

Franz Wunderlich sagte, dass er nichts mehr vom Aufstieg hören will. Nehmen Sie dieses Wort ebenfalls nicht mehr in den Mund?
Da bin ich anderer Meinung. Jeder kennt doch den Franz und weiß, dass das ein sehr emotionaler Mensch ist. Kurz nach dem Spiel sieht man alles etwas kritischer. Mit einigen Nächten danach schätzt man die Lage schon rationaler ein. Mein Anspruch ist es immer Meister zu werden. Deshalb nehmen wir doch an den Spielen in der Liga teil. Und das bleibt auch das Ziel.

Sie sind jetzt im fünften Jahr bei der Viktoria. Haben Sie da solche Momente, in denen Sie sich fragen, warum Sie sich das alles antun?
Natürlich. Ich frage mich aber auch, warum ich in meinem Alter jeden Morgen von Köln nach Essen in die ETL-Zentrale fahre. Ich könnte doch auch ein entspannteres Rentner-Dasein haben. Aber dafür liebe ich meine Arbeit und auch den Fußball zu sehr. Ich werde der Viktoria auf jeden Fall die Treue halten.

Wie lange werden die Fans denn noch auf den ersehnten Sprung in die 3. Liga warten?
(lacht) Wenn ich das nur wüsste. Wir wollen doch alle aufsteigen, aber leider garantiert ja nicht einmal der erste Platz den Aufstieg. Solange sich diese Aufstiegsregelung nicht ändert, wird es für jeden Klub unheimlich schwer aus der Regionalliga zu kommen. Aber wir werden es immer weiter versuchen.

Der Winter rückt näher und die Gerüchteküche fängt langsam an zu brodeln. Immer wieder fällt der Name Fatih Candan. Ist eine Rückholaktion des verlorenen Sohnes geplant?
Nein. Das möchte ich auch an dieser Stelle betonen. Fatih verdient in der Türkei gutes Geld und solange er bezahlt wird, wird er auch dort bleiben. Vielleicht passt ihm da auch nicht alles. Aber dafür erhält er eben auch ein ordentliches Schmerzensgeld.

Wird die Mannschaft denn im Winter verstärkt?
Das müssen wir sehen. Ich will nichts ausschließen. Wenn der Trainer Wünsche hat, dann werden wir uns mit unserem Sportvorstand Franz Wunderlich und dem Sportlichen Leiter Stephan Küsters sicherlich darüber unterhalten.

Autor: Krystian Wozniak

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