André Breitenreiter ließ gegen Sparta Prag kräftig rotieren - und das zeigte am Donnerstagabend auch Wirkung.

Schalke-Noten

Der zweite Anzug zwickt

22. Oktober 2015, 21:01 Uhr
Foto: firo

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André Breitenreiter ließ gegen Sparta Prag kräftig rotieren - und das zeigte am Donnerstagabend auch Wirkung.

Der zweite Anzug zwickte merklich, vor allem defensiv gab es sichtbare Abstimmungsschwierigkeiten. Der eingewechselte Leroy Sané (ohne Note) sorgte aber schließlich für ein versöhnliches Ende.

Die Schalker in der Einzelkritik:

Ralf Fährmann (3+): Stand goldrichtig, als Dockal den Ball (endlich) aufs Tor brachte (39.). Obwohl seine Vorderleute wackelten, brauchte er bis dahin kaum einzugreifen. Beim Ausgleich hatte er dann keine Chance, beim 1:2 auf dem falschen Fuß. Leitete dafür mit einem Abwurf à la Manuel Neuer das 2:2 ein.

Junior Caicara (3-): Hatte Pech, dass er nach dem kleinen Rempler gegen Costa zurückgepfiffen wurde (39.). Entfachte nach vorne mehr Druck als Kolasinac auf links, hat defensiv aber immer noch Luft nach oben.

Benedikt Höwedes (4-): Gab die unglückliche Vorlage zum Ausgleich und war auch beim zweiten Gegentor mit in der Verlosung. Die völlig neu formierte Abwehr zu organisieren, war offenbar nicht ganz so einfach. Abstände und Abstimmung sowohl mit dem defensiven Mittelfeld als auch mit den Außenverteidigern waren nicht optimal.

Roman Neustädter (4-): Spielte nicht wie angekündigt auf der "Sechs", sondern in der Innenverteidigung und klärte gleich zweimal direkt vor Fährmann (18./30.). Sein Problem war, dass ihn sowohl Höjbjerg als auch Kolasinac mit ihren Stellungsfehlern in die Bredoullie brachten. Muss sich das zweite Gegentor mit ankreiden lassen.

Sead Kolasinac (5): Hatte mit Konate durchaus so seine Probleme und konnte auch offensiv nicht vollends überzeugen. Wenn er mal mit viel Power nach vorn marschierte, fehlte bei den Hereingaben jegliche Präzision.

Pierre-Emile Hjöbjerg (5): Er muss wesentlich mehr zeigen, wenn er in die Startelf will. Die Laufbereitschaft war okay, Passquote, Stellungsspiel und Ideenreichtum jedoch überschaubar. Wurde auch bei Kontern der Gäste mehrmals auf dem falschen Fuß erwischt. Zwei brauchbare 20-Meter-Schüsse retteten die Bilanz nicht.

Leon Goretzka (4): Sehr fleißig, auch in der Rückwärtsbewegung - aber ohne große Akzente. Auf dem Flügel bei Weitem nicht so effektiv wie sonst im zentralen Mittelfeld.

Kaan Ayhan (4): Nach seiner Freistoß-Vorlage zum 1:0 hätte man ihn fast als perfekten Backup für Johannes Geis bezeichnen können, wenn er nicht mitunter zu große Lücken gelassen hätte und natürlich auch nicht solch ein Stratege ist, wie der Mann, der ihn nach einer Stunde wieder ersetzte.

Max Meyer (3): Bester Fußballer und bester Schalker auf dem Platz. Konnte an seine tolle Form der letzten Tage aber wohl deshalb nicht ganz anknüpfen, weil ihm die rechte Unterstützung fehlte. Baute gegen Ende ein bisschen ab.

Franco Di Santo (3+): Bekam Szenenapplaus - nicht etwa für seinen Kopfballtreffer, sondern für seinen defensiven Einsatz (23.). Verarbeitete den Ball zum 1:0 perfekt und rackerte unermüdlich - egal, ob er den Sparta-Keeper Bicik anlief oder einen Flugkopfball im Mittelfeld machte. Tauchte in der zweiten Halbzeit erstmal ab, bis er beim 2:2 schnell schaltete und einen Zuckerpass auf Sané aus dem Fußgelenk schüttelte.

Eric Maxim Choupo-Moting (4-): Die Ecke konnte er leider nicht mehr drücken (22.). Hatte nach 52 Minuten die nächste gute Gelegenheit, strahlt zur Zeit aber einfach keine Torgefahr aus. Beim 1:2 hätte er es sein müssen, der Lafata blockt, bevor dieser einnetzt. Nach Sanés Einwechslung klärte er dafür hinten umso resoluter.

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