So einen Titelkampf hat die Bochumer Kreisliga A3 lange nicht gesehen. Fünf Spieltag vor Saisonende liegen Concordia Wiemelhausen (61 Punkte) und der TuS Querenburg (60) Kopf an Kopf vorne, weit entfernt vom Rest der Liga. Die Querenburger sind dabei seit einer Woche wieder nur

Im Interview: Andreas Bergolte (TuS Querenburg) und Jörg Hoffmann (Conc. Wiemelhausen)

"Einer wird bittere Tränen weinen"

Felix Guth
04. Mai 2007, 13:00 Uhr

So einen Titelkampf hat die Bochumer Kreisliga A3 lange nicht gesehen. Fünf Spieltag vor Saisonende liegen Concordia Wiemelhausen (61 Punkte) und der TuS Querenburg (60) Kopf an Kopf vorne, weit entfernt vom Rest der Liga. Die Querenburger sind dabei seit einer Woche wieder nur "Jäger" statt "Gejagter". Nach 22 Spieltag verloren sie die Tabellenspitze an den Fusionsverein aus Wiemelhausen. Doch die Konstellation bleibt hoch spannend: Am letzten Spieltag steigt in Querenburg das direkte Duell der beiden Top-Teams. Der TuS hat jedoch noch einmal spielfrei, so dass am 3. Juni auch schon alles entschieden sein könnte. Im Doppel-Interview sprechen die Trainer Jörg Hoffmann (Wiemelhausen) und Andreas Bergolte (Querenburg) über die Gefühlslage im Titelrennen.

RevierSport online:Hier der Sprung vom Jäger zum Gejagten, dort der Sturz von der Spitze. Wie haben Sie den vergangenen Spieltag erlebt?

Hoffmann: Wir sind die ganze Zeit hinterher gelaufen, nachdem wir sehr früh in der Saison spielfrei hatten und dann das erste Spiel gegen Querenburg unglücklich verloren haben. Jetzt haben wir endlich zum ersten Mal die Nase vorn. Das ist schon ein gutes Gefühl.

Bergolte: Jetzt sind wir leider wieder der Jäger. Dabei haben wir uns da oben so wohl gefühlt. In den letzten Spielen merkt man schon einen gewissen Verschleiß. Wir haben auch einfach nicht mehr die Lockerheit wie noch zu Saisonbeginn.

RevierSport online:Warum, glauben Sie, kam der Wechsel an der Spitze gerade jetzt?

Hoffmann: Wir haben eine starke Saison gespielt, vor allem in der Rückrunde. Im Jahr 2007 haben wir noch keinen Punkt abgegeben. Damit haben wir gezeigt, dass wir psychisch stark genug sind, dranzubleiben und Querenburg damit unter Druck gesetzt.

Bergolte: Es hat eigentlich schon mit dem letzten Spiel vor der Winterpause gegen TuRa Rüdinghausen II begonnen, als wir unsere erste Niederlage kassiert haben. Das hat einen Knacks gegeben, danach war der Nimbus dahin. In einigen Spielen hat die Mannschaft nicht mehr diese Topleistungen bringen können wie noch im Herbst, als wir jeden geschlagen haben. Uns fehlt außerdem Benni Griesen, der im Winter zurück in seine Heimat in Süddeutschland gegangen ist. Das ist zum einen ein fußballerischer Verlust, aber er hat sich als Kapitän auch sehr um die Mannschaft bemüht.

RevierSport online:Was wird am Ende den Ausschlag für Ihre Mannschaft geben?

Hoffmann: Wir müssen jetzt einfach so stabil weiter spielen. Jetzt will jeder uns schlagen, das ist eine neue Situation. Aber auch Querenburg könnte nervös sein, nachdem sie so lange Erster waren. Doch bislang sind wir gut damit gefahren, dass wir nicht auf Querenburg, sondern nur auf unsere Leistung geschaut haben. Wir sind noch längst nicht durch. Wenn wir die nächsten vier Spiele gewinnen - was schwierig genug wird - wäre schon vor dem Duell mit Querenburg alles klar. Auf ein Endspiel könnte ich gut verzichten. In solchen Partien können Kleinigkeiten entscheiden. Das hat schon unsere unglückliche Niederlage im Hinspiel gezeigt, das muss ich nicht nochmal haben.

Bergolte: Wir geben noch nicht auf. Die optimale Konstellation wäre ein Endspiel auf unserem Rasenplatz. Das könnte ein tolles Duell mit vielen Zuschauern werden. Allerdings müsste Wiemelhausen vorher noch einmal patzen. Die Mannschaft ist stark genug, die Spitze wieder zu erobern. Vielleicht sollten wir Wiemelhausen sogar ein bisschen als Vorbild nehmen, denn sie haben zu keinem Zeitpunkt aufgegeben, als sie Zweiter waren.

RevierSport online:Wie groß wäre die Enttäuschung, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt?

Hoffmann: Sie wäre riesengroß. Es gibt in diesem Jahr einfach die Konstellation, dass zwei Teams derart stark spielen, aber nur einer aufsteigen kann. Das ist bitter. Einer wird bittere Tränen weinen. Da gibt es dann wahrscheinlich nicht viele tröstende Worte.

Bergolte: Wenn es mit dem Aufstieg wieder nicht klappt, müssten wir uns eigentlich in "TuS-Vizemeister" umbenennen. Das wäre dann das sechste Mal, dass wir Zweiter werden. Aber noch ist es nicht so weit.

Autor: Felix Guth

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