LÜNER SV - Kein Kuhhandel mit Gladbeck

hb/tr
19. Juli 2004, 14:19 Uhr

Nach zwölf Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für den Lüner SV hat Peter Marx seinen Job als Geschäftsführer an den Nagel gehängt.

Nach zwölf Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit für den Lüner SV hat Peter Marx seinen Job als Geschäftsführer an den Nagel gehängt. Mit seiner Entscheidung schuf der 39–Jährige drei Monate vor der turnusmäßigen Jahres-Hauptversammlung, bei der auch Vorstands-Wahlen anstehen, Fakten. Marx Nachfolger dürfte der bisherige zweite Geschäftsführer Klaus Makowski werden.

„Es war bereits klar, dass ich mich im Oktober nicht mehr zur Verfügung stellen würde. Ich habe fast ein Drittel meines Lebens dem Lüner SV gewidmet, aber ich schaffe diese zusätzliche Belastung zwischen Beruf, Familie und Verein nicht mehr“, erklärt der beim Reise-Veranstalter Thomas Cook angestellte Bereichsleiter West. „Ich bin sechs, sieben Mal im Jahr jeweils für eine Woche geschäftlich unterwegs. Daher sehe ich meine Familie schon selten genug“, nickt Marx, der Frau Christina und die fünfjährigen Zwillinge Katharina und Julia oft allein zu Hause weiß.

Aber auch der Ärger über den sportlichen Werdegang des LSV, verbunden mit dem Abstieg in die Verbandsliga, hinterlässt Spuren. Besonders den Nerv getroffen hat die Einteilung in Staffel eins, obwohl Lünen die Aufnahme in Klasse zwei beantragt hatte. „Das ist eine Sauerei, zumal es Aufsteiger Gladbeck erst egal war, in welcher Gruppe sie spielen würden. Die Begründung, der Germania würden so drei Derbys durch die Lappen gehen, ist doch ein schlechter Witz“, ereifert sich Marx. „Wir befinden uns geographisch auf der Grenze zum Münsterland und nach Ostwestfalen. Deswegen ist es für den Verband ein Leichtes gewesen, uns in die Nord-Ost-Staffel einzugliedern.“

Also setzte man sich mit Gladbeck in Verbindung, um die Möglichkeiten eines Tauschs zu erörtern. Als Germanen-Trainer Frank Schiel aber beim Treffen mit Lünens Wirtschaftsrat Dirk Hartmann die Summe von 10.000 Euro für den „Kuh-Handel“ aufrief, war die Geschichte schnell gestorben. „Die haben sie wohl nicht alle“, schüttelt Marx den Kopf. Schließlich habe man in den vergangenen drei Jahren nicht über 200.000 Euro Rückstände beim örtlichen Finanzamt abgebaut, um sich in derlei dubiosen Transaktionen zu verstricken.

Von der Zahl 10.000 Euro, die Marx in den Raum geworfen hat, weiß Gladbecks "Boss" Ulrich Stienen hingegen nichts: "Ich kann dazu nichts sagen. Ich weiß, dass unser Trainer Frank Schiel Kontakt mit dem LSV hatte, aber ein Ergebnis sollte mir nur mitgeteilt werden. Da ich nie etwas davon gehört habe, war das Thema für mich erledigt."

Schiel gibt zu, mit den Lünern gesprochen zu haben, aber "über Summen rede ich nicht. Ich habe unsere Prioritäten klar gemacht, Lünen hat sie nicht erfüllt, damit ist die Sache erledigt. Wenn sie unbedingt in die Westfalen Klasse II gewollt hätten, hätten sie es doch machen können."

Der Coach weiter. "Dass sie im Nachhinein über irgendwelche Beträge sprechen, zeigt deren Disharmonie. Wir haben nämlich nie ein Wort über Geld verloren. Zudem habe ich auch gar nicht mit Peter Marx gesprochen."

Autor: hb/tr

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