Beim MSV Duisburg geht es kurz nach dem Finale drunter und drüber. Die Mannschaft löst sich auf und Sportdirektor Bruno Hübner flieht zu Eintracht Frankfurt.

Sukalo bleibt ein Zebra

Milan Sasic "läuft nicht davon"

29. Mai 2011, 15:04 Uhr

Beim MSV Duisburg geht es kurz nach dem Finale drunter und drüber. Die Mannschaft löst sich auf und Sportdirektor Bruno Hübner flieht zu Eintracht Frankfurt.

Zudem ist die öffentliche Schlammschlacht zwischen Aufsichtsrats-Boss Hans-Werner Tomalak und Vereinschef Dieter Steffen das unrühmliche Ende einer eigentlich gelungenen Spielzeit. „Aber im Erfolgsfall gibt es in der hoch emotionalen Angelegenheit Fußball immer Störfeuer“, gibt sich Geschäftsführer Roland Kentsch wenig überrascht.

Klar, dass die Fans jetzt auch Angst haben, dass Architekt Sasic ebenfalls das Weite sucht und seinem „Kumpel“ Hübner zur Eintracht folgt. „Unsinn“, winkt Sasic ab. „Wir haben gut zusammengearbeitet, doch ich habe Duisburg viel zu verdanken. Es wäre moralisch falsch, wenn ich gehen würde. In unserer Situation ist es wichtig, die Kräfte zu bündeln, um die Probleme zu lösen.“

Auch der Gefahr, dass er die jüngsten Triumphe nicht unbedingt wiederholen kann, blickt der Fußballlehrer ins Auge. „Ich nehme es in Kauf, am Ende der Schuldige zu sein“, hat Sasic extra seinen einwöchigen Familienurlaub in der Türkei abgesagt, um Hübners Aufgaben zu übernehmen. „Ich laufe nicht weg, sondern stelle mich. Doch trotz meiner guten Arbeit bin ich kein David Copperfield.“

Dennoch versucht der 52-Jährige alles, um die Vertragsverhandlungen mit Neuzugängen in trockene Tücher zu bringen. „Wir brauchen die gleichen Charaktere wie zuletzt. Und ich bin zuversichtlich, dass wir es auch schaffen, eine Truppe zu formieren, die sich erneut mit dem MSV identifiziert.“
Wie lange er den Job des Trainers und Sportdirektors alleine ausfüllen muss, steht noch in den Sternen. „Es ist eine strategische Entscheidung, die wir in Ruhe beraten“, meint Kentsch. Doch alles deutet daraufhin, dass Ivica Grlic Hübners Nachfolger wird. Tobias Willi und Michael Meier werden ihn unterstützen. Sasic lacht: „Wir alle verstehen uns blendend. Das passt und kann erfolgreich sein.“

Erfolgreich war auch Goran Sukalo und hat seinen bis 2012 datierten Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert. „Wir haben etwas aufgebaut, aber wir sind noch nicht am Ziel. Ich will helfen, das fortzuführen, was wir begonnen haben“, fühlt sich Sukalo trotz der derzeitigen Umstände in Duisburg wohl. Sorgen Sasic und Sukalo nun für die Wende zum Positiven?

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