"Oldie" Askamp denkt nicht ans Aufhören

"Ich entscheide von Monat zu Monat"

RS
03. Februar 2007, 20:58 Uhr

Marlies Askamp ist mit ihren 36 Jahren ein Aushängeschild des deutschen Basketballs. Mit über 150 Einsätzen für die Nationalmannschaft ist sie ebenfalls eine der erfolgreichsten Spielerinnen Deutschlands. Die gebürtige Dorstenerin startete ihre Karriere mehr oder weniger zufällig. Eine Freundin nahm sie mit zwölf Jahren mit zu einem Spiel, seitdem hat Askamp ihre Leidenschaft für den Sport entdeckt – und ist dabei noch überaus erfolgreich.

1989 bekam sie ihre erste Erstliga-Berufung von Wolfenbüttel, wo sie fünf Jahre lang Erfahrungen sammelte. Nach einem halben Jahrzehnt beim BC wechselte sie wieder nach Nordrein-Westfalen zum BTV Wuppertal, wo sie eine sechsjährige Doppelbelastung mit der WNBA, der US-Profiliga der Frauen, in Kauf nahm. Die Spielzeiten der beiden Ligen überschnitten sich nicht, so konnte Askamp im „Winter“ in der DBBL an den Start gehen und im „Sommer“, wenn in Deutschland Pause war, für die WNBA.

In den USA lernte sie schnell das Geschäft im Profibasketball kennen, 1997 fing sie bei den Phoenix Mercury an, im November 1999 kam sie zu den Minnesota Lynx, sechs Monate später zu Miami Sol und zwei Jahre darauf zu den LA Sparkes, mit denen sie auch im Sommer 2002 WNBA Champion wurde. „In dieser Zeit konnte ich mich nicht wirklich beschweren, alles in allem bin ich gut weggekommen. Bis auf einen Sehnenriss nach einer Pflichtspiel-Serie von 100 Partien und einem Achillessehnenriss 2001 ist mir nichts passiert. Als ich diese unfreiwillige Pause bekam, merkte ich schon dass mein Körper sie gebraucht hat", kommentiert die 36-jährige ihre damalige Belastungszeit.

Auf die Frage wie sie den Vergleich zu NB Oberhausen, ihrem jetzigen Verein sieht, betont sie: „Ich habe nicht mehr die Möglichkeit, jeden Tag zu trainieren, ehrlich gesagt möchte ich das auch nicht mehr. Ich trainiere jetzt dreimal die Woche mit dem Team und an einem Tag mache ich Krafttraining für meine Knie, die auf gut Deutsch im Arsch sind. Außerdem habe ich jetzt einen Vollzeitjob.“

Nach der gespielten Hinrunde steht Oberhausen auf dem fünften Platz. Sicherlich hätte es etwas besser laufen können, aber NBO hat eine sehr junge Mannschaft – mit Ausnahme von Askamp, die gemeinsam mit Sophie von Saldern als einzige die 30 überschritten hat. „Uns fehlt die Konstanz, aber eigentlich kann man mit unserer Leistung zufrieden sein, für unsere Youngster ist es noch zu schwer, uns ältere Spieler zu ersetzen. Aber unser Ziel ist dennoch das Final Four und der vierte oder fünfte Platz, bis es dann in die Play-offs geht", erklärt Askamp.

Als „Oldie“ ist es allerdings oft nicht leicht: „Ich werde weiter machen, bis es nicht mehr geht, dass entscheide ich von Monat zu Monat. Dass ich aber nächste Saison noch spiele, ist eher unwahrscheinlich, denn wann soll ich sonst mit meiner Familienplanung beginnen. Ich denke das liegt auch viel daran, dass es mir bei NBO so gut gefällt, würde es keinen Spaß machen hätte ich längst aufgehört."

Autor: RS

Kommentieren