Das 0:0-Remis in Berlin war ein Spiel zum Vergessen - das wussten auch die BVB-Profis. Entsprechend selbstkritisch äußerten sie sich nachher vor der Presse.

Sahin ehrlich:

"Sie wollten den Sieg mehr als wir"

Matthias Dersch
29. März 2010, 12:27 Uhr

Das 0:0-Remis in Berlin war ein Spiel zum Vergessen - das wussten auch die BVB-Profis. Entsprechend selbstkritisch äußerten sie sich nachher vor der Presse.

Die Enttäuschung über das 0:0-Remis gegen Berlin war den Borussen vor der Rückfahrt nach Dortmund am Samstag deutlich anzusehen. Der Sieg gegen den Tabellenletzten war eigentlich fest eingeplant.

In der Realität musste man am Ende sogar glücklich darüber sein, dass man überhaupt einen Zähler mitnehmen konnte. Denn die Herthaner waren den Schwarz-Gelben in nahezu allen Belangen überlegen und verzeichneten ein deutliches Chancenplus. Die Frage lautete daher: Hat der BVB den Tabellenletzten etwa auf die leichte Schulter genommen?

„Berlin kämpft ums Überleben. Wir wussten, worum es bei ihnen geht. Wir wussten aber auch, worum es bei uns geht“, verneinte Nuri Sahin, den Gegner unterschätzt zu haben. Doch auch der 21-Jährige hatte den Eindruck, dass die Einstellung der Herthaner einen Tick besser war als die der Borussen: „Sie waren bissiger und wollten den Sieg mehr als wir.“

Patrick Owomoyela, der noch derjenige war, der in der BVB-Viererkette am ehesten an seine Normalform herankam, kritisierte ebenfalls: „Wir haben viel zu viele Fehler gemacht. Das darf einfach nicht passieren, sonst kommt man gegen Berlin unter die Räder. Wir müssen froh sein, dass wir überhaupt den einen Punkt mitnehmen konnten.“

Großen Anteil daran hatte Schiedsrichter Lutz Wagner, der dem vermeintlichen Treffer von Theofanis Gekas die Anerkennung versagte. Eine Entscheidung, die auch die Akteure auf dem Platz nicht sofort nachvollziehen konnten. „Aus dem Spiel heraus hat sich uns nicht erschlossen, dass es Abseits war“, gab Owomoyela zu, während sich Roman Weidenfeller über die Entstehungsgeschichte ärgerte: „Wir dürfen so ein Tor einfach nicht herschenken, auch wenn es im Endeffekt Abseits war.“

Überhaupt war der Keeper nicht sonderlich gut auf die Partie zu sprechen - insbesondere nicht auf den Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben dem Gegner zu viel Platz gelassen und haben nicht fest genug zugepackt. Das hat vorne angefangen und sich bis zur Abwehr durchgezogen. Wir können mit der Leistung nicht zufrieden sein.“

Für den 29-Jährigen galt diese Kritik allerdings nicht. Erneut war er die Rettung seiner Mannschaft. „Roman ist in einer überragenden Form“, lobte Klopp seine Nummer eins, und auch Owomoyela klopfte seinem Kollegen auf die Schulter: „Er war in Berlin ein Riesenrückhalt für uns.“

Dank Weidenfellers starker Leistung durften die Borussen immerhin einen Punkt mit nach Dortmund nehmen. Was dieser Zähler wert sein wird, wird sich vielleicht schon am kommenden Samstag zeigen.

Denn dann ist Werder Bremen im Signal Iduna Park zu Gast.„Wir müssen gegen Werder deutlich besseren Fußball auf den Platz bringen“, forderte Owomoyela bereits am Wochenende eine deutliche Leistungssteigerung - und die wird auch nötig sein, um gegen die offensivstarken Bremer zu bestehen.

Autor: Matthias Dersch

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