23.10.2017

Schalke

Darum ist die Tedesco-Elf in der Bundesliga auf Kurs

Foto: firo

Unter Domenico Tedesco spielt Schalke nicht überragend, aber erfolgreich. Guido Burgstaller steht mit seiner Wühler-Spielweise für das neue S04.

Beim FC Schalke 04 herrschte eine gewisse Euphorie. Als die Mannschaft am Freitag nach dem 2:0 (1:0)-Sieg über Mainz 05 zur Ehrenrunde durch die Veltins-Arena trabte, gab es viel Beifall von den Rängen. Die S04-Anhänger genossen, dass ihr Team nach einem enttäuschenden Jahr scheinbar wieder auf dem Weg ins internationale Geschäft ist.

16 Punkte nach neun Spielen, da reifen Träume. Die nächsten Gegner heißen am Dienstag (18.30 Uhr) SV Wehen Wiesbaden im DFB-Pokal, am Samstag (15.30 Uhr) VfL Wolfsburg im Bundesliga-Heimspiel. Anschließend ist S04 beim abstiegsbedrohten SC Freiburg zu Gast. Wenn man das hochrechnet. Genau an dieser Stelle stellt Sportvorstand Christian Heidel das Stoppschild auf: „Die Frage, die ich am meisten hasse, ist diese: Was ist wenn?“ Hochrechnungen mag Heidel nicht. Er weiß, was in der vergangenen Spielzeit los war, als es darum ging, den zu Saisonbeginn verlorenen Boden gut zu machen, und diverse Rechenspielchen begannen.

Immer, wenn es darauf ankam, versagte Schalke. So wurde aus dem anvisierten Europa-League-Platz eine Enttäuschung: Rang zehn. Mittlerweile versagen andere. Köln und Freiburg, die Schalke den internationalen Platz streitig machten, finden sich im Tabellenkeller wieder. Schalke profitiert in seiner Umbruchsaison auch von den Schwächen der Konkurrenz.

Parallel dazu entwickelt sich das Team. Leon Goretzka: „Unser Trainer hat gesagt, dass die Tabelle nicht lügt. Da ist etwas Wahres dran.“ Die Königsblauen wirken griffiger, fokussierter. Die Ausbeute stimmt, Einsatzbereitschaft und Kampfgeist sind stark, aber im spielerischen Bereich gibt es trotz einiger Höhepunkte – für die Goretzka und Amine Harit meist verantwortlich sind – durchaus Stockfehler, Leerlauf oder Missverständnisse.

Für Goretzka ist das undramatisch: „Wir müssen jetzt keine Spektakel abreißen, sondern Punkte sammeln.“ Dass es Schalke gelingt, wieder oben mitzumischen, ist angesichts der aktuell dünnen Sturm-Alternativen umso erstaunlicher. 22,5-Millionen-Euro-Mann Breel Embolo schaffte es aus Leistungsgründen nicht in den Kader für das Mainz-Spiel. „Wir werden ihn dabei unterstützen, aus diesem kleinen Loch herauszukommen“, sagt Trainer Tedesco, der weiter auf Franco Di Santo setzt.

Der 28-Jährige ist seit eineinhalb Jahren ohne Torerfolg und enthüllte jetzt im S04-Vereinsmagazin, dass er seit seiner Verletzungszeit mit einem Psychologen zusammenarbeitet. Di Santo: „Er ist ein neuer Reizpunkt für meinen Job, aber auch für mein Privatleben.“ Tedesco schätzt Di Santo wegen seines guten Pressing-Verhaltens.

Für die Tore ist bisher Billig-Knipser Guido Burgstaller zuständig. Der im Januar für 1,5 Millionen Euro aus Nürnberg geholte Österreicher erzielte im ersten Halbjahr neun Tore und steht jetzt bei drei Erfolgen. Heidel: „Die Chance, dass er mehr Tore schießt als im Vorjahr, ist relativ groß.“ Und so steht Burgstaller mit seiner Wühler-Spielweise auch für das neue Schalke: nicht ganz so schön, aber ziemlich erfolgreich.

Autor: Thomas Tartemann

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