02.06.2017

Nach 1860-Zwangsabstieg

Auswirkungen bis in die Regionalliga

Es ist die Nachricht des Tages: 1860 München erhält nicht die Lizenz für die 3. Liga. Dieses Löwen-Debakel hat auch Auswirkungen auf die Regionalliga West.

Es ist ein Schock für alle Münchener Löwen-Fans. Der TSV 1860 München erhält keine Lizenz für die 3. Liga. Investor Hassan Ismaik überwies dem bayrischen Klub nicht das dringend benötigte Kapital um weiterhin im Profifußball antreten zu können. Das bedeutet: 1860 verschwindet in der Bedeutungslosigkeit. Freude sollte diese Entscheidung allerdings in Ostwestfalen auslösen.

Auch wenn die Regionalliga sehr attraktiv ist, ich schaue sie mir lieber als unbeteiligter Beobachter an
Markus Krösche (SC Paderborn)

Denn durch den Lizenzentzug für 1860 spielt der SC Paderborn im kommenden Jahr weiterhin in der Drittklassigkeit. Der Klub von Präsident Wilfried Finke war als 18. der zurückliegenden Spielzeit sportlich in die Regionalliga West abgestiegen. Doch dies ist nach dem Münchener Debakel nun wieder Makulatur. Nun ist der DFB am Zug.

DFB muss Paderborner Finanzlage beurteilen

Der SCP könnte damit den traurigen historischen Rekord von drei Abstiegen in Serie vermeiden. Vor allem finanziell würde der Klassenerhalt für den chronisch klammen Klub einen wahren Segen bedeuten. Doch noch ist nicht alles spruchreif. Denn auch die Ostwestfalen müssen erst auf eine Startberechtigung in der 3. Liga hoffen. "Wir konnten die Etat-Lücke komplett schließen, sonst hätten wir die Unterlagen erst gar nicht eingereicht", erklärte SCP-Präsident Wilfried Finke gegenüber der "Neuen Westfälischen" und fügte hinzu: "Jetzt sind wir nicht mehr Herr des Verfahrens, es liegt alles an der Beurteilung des DFB."

Markus Krösche ergänzte gegenüber RevierSport: "Noch dürfen wir uns nicht freuen. Wir haben die Lizenzunterlagen fristgerecht abgegeben. Durch den Zwangsabstieg von 1860 München hat sich eine neue Situation ergeben. Nichtsdestotrotz ist es noch ein schwebendes Verfahren, daher müssen wir uns noch einige Tage gedulden" erklärte der Paderborner Sportdirektor und fuhr fort: "Klar ist aber auch, dass alle Spielerverträge, die nur für die 3. Liga gegolten haben, durch diese neue Situation wieder rechtskräftig werden würden. Jetzt heißt es: Abwarten."

Falls das Lizenzierungs-Verfahren positiv verlaufen sollte, würde dies im Umkehrschluss auch wieder eine veränderte Situation in der Regionalliga West bedeuten. Krösche würde diese wohl ohne zu Zögern unterschreiben: "Auch wenn die Regionalliga sehr attraktiv ist, ich schaue sie mir lieber als unbeteiligter Beobachter an."

Was wird aus Rot Weiss Ahlen? Rhynern bis dato "obdachlos"

Durch den verpassten Aufstieg von Viktoria Köln wären in der kommenden Saison eigentlich 19 Mannschaften in der 4. Liga angetreten. Doch nach dem wahrscheinlichen Paderborner Klassenerhalt am "Grünen Tisch" starten, wie in dieser Spielzeit, erneut 18 Mannschaften.

Für Rot Weiss Ahlen hat dies keinerlei Bedeutung. Aus der 4. Liga steigen dennoch vier Teams ab, außer ein ganz unwahrscheinlicher Fall tritt ein. Denn Westfalia Rhynern sucht noch ein adäquates Stadion für den Regionalliga-Betrieb: Die Unterlagen für die Lizenz wurden zwar fristgerecht eingereicht, die Unbedenklichkeitsbescheinigung der Polizei für die Sicherheitsspiele konnte jedoch nicht vorgelegt werden, da die Hammer Evora Arena noch nicht entsprechend umgebaut ist. Der RWA wird das Wersestadion wohl nicht zur Verfügung stellen. Für die Hammer SpVg ergibt sich dadurch als möglicher erster Nachrücker dasselbe Problem. Der TSV Marl-Hüls hat als Vierter nicht einmal eine Lizenz für die höhere Spielklasse beantragt.

Daraus ergibt sich vorerst folgende Konstellation in der Regionalliga West:

FC Viktoria Köln
Borussia Dortmund II
Borussia Mönchengladbach II
Rot-Weiß Oberhausen
Rot-Weiss Essen
1. FC Köln II
Alemannia Aachen
SG Wattenscheid 09
Bonner SC
SV Rödinghausen
Wuppertaler SV
Fortuna Düsseldorf II
SC Verl
SC Wiedenbrück
KFC Uerdingen
TuS Erndtebrück
Westfalia Rhynern
FC Wegberg-Beeck / TV Herkenrath

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