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Fußball-Talk
Marionette oder kritischer Geist?

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RevierSport-Fußball-Talk auf Zollverein

"Ich habe kein Interesse an Polemik oder irgendwelchen Hypes!" Das sagt Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl im RevierSport-Talk auf Zollverein.

Beim Pre-Event eineinhalb Wochen vor dem SpobiS, der Messe für Sport-Business am 9./10. Februar in Düsseldorf, diskutierte am Donnerstagabend vor der spektakulären Kulisse des Welterbes Zollverein eine illustre Runde über die Rolle der Medien im Fußball von heute.


Unter dem Motto "Marionetten von PR-Strategien - Sportjournalismus am Scheideweg?" erörtern neben Eberl noch Sascha Fligge, Direktor Kommunikation von Borussia Dortmund, Sky-Moderator und -Reporter Ulli Potofski, der ehemalige WAZ-Sportchef Hans-Josef Justen und Philipp Klotz, Mitglied der Geschäftsleitung beim SpoBiS-Ausrichter SPONSORs aktuelle Fragen rund um moderne Fußball-Berichterstattung zwischen Toren, Trainern und Twitter. Moderiert wurde die launige Runde von Ralf Bosse (Sport 1, 90elf).

"Ich habe kein Interesse an Polemik und irgendwelchen Hypes", betonte Gladbachs Sportvorstand Eberl. Der Ex-Profi pflegt einen nach seiner Aussage vertrauensvollen Umgang mit den Medienvertretern rund um die "Fohlen". Er sei kein Typ, der mit Boulevardzeitungen paktiert, nur weil die eben die größte Reichweite haben.


Bei der Borussia aus Mönchengladbach sei allerdings auch ein entspannteres Arbeiten möglich als bei der Borussia aus Dortmund. 72 Journalisten hätten den kriselnden Klub ins Trainingslager nach La Manga in Spanien begleitet, berichtete BVB-Sprecher Fligge – "auch aus England, Italien und Japan".

Früher saß er noch auf der anderen Seite und berichtete für eine regionale Tageszeitung über die Schwarz-Gelben. Heute ist sein Job, nicht zu viel vom Verein, der schließlich selbst ohne Ende PR-Arbeit betreibt und allein über 20 Social-Media-Kanäle bespielt, nach draußen zu lassen.


"Solche Geschichten wie im Trainingslager, als Jürgen Klopp einen Spieler etwas schärfer ansprach, machen natürlich viel kaputt. Wenn da ein Journalist schreibt, der Tor wird rauer, ist das vollkommen in Ordnung. Wenn aber drei Minuten nach dem Vorfall der komplette Wortlaut über Twitter läuft, dann ist es kein Wunder, wenn die Mannschaft beim nächsten Mal auf einem hinteren Platz trainiert. Der meistens junge Medienvertreter hatte dann zwar für ein paar Minuten seinen Ruhm, aber die älteren Kollegen, die uns schon lange begleiten, danach für fünf Jahre schlechtere Arbeitsbedingungen", führte Fligge aus. "Daher habe ich, als ich beim BVB angefangen habe, die erfahreneren Journalisten, mit denen ich vorher, als ich selbst Journalist war, nicht so viel anfangen konnte, sehr schätzen gelernt."

"...danach habe ich einen Riesenanschiss gekriegt"

Potofski, 1989 mit "Anpfiff" auf RTL einst Wegbereiter eines Fußballs, der im Fernsehen zur Unterhaltungssendung wird, regt sich heute gerne über die für ihn kaum nachvollziehbaren Reglementierungen im Bundesliga-Zirkus auf. "Früher stand ich als Field-Reporter für RTL am Rasen. Wenn sich da ein Spieler verletzt hat, bin ich eben zur Trainerbank hin und habe gefragt, was er denn hätte", erinnert sich der bekennende Schalker. "Das habe ich vor ungefähr einem Jahr bei einem Einsatz für Sky auch so gemacht. Ich wusste nicht, dass das heute streng verboten ist, danach habe ich einen Riesenanschiss gekriegt."

Einfach mal einen Trainer ansprechen, das geht eben heute nicht mehr. Natürlich sei der Sportjournalismus am Scheideweg" war die einhellige Meinung der Beteiligten, Marionetten irgendwelcher PR-Strategien seien die Medienvertreter allerdings nicht. Schon gar nicht, wenn sie solch ein Standing wie "Hennes" Justen haben. Der langjährige WAZ-Sportchef wird heute noch von Schalkes Aufsichtsratsvorsitzendem Clemens Tönnies persönlich zum Besuch in der Arena eingeladen. Der Pensionär lehnt dann höflich dankend ab und geht lieber mit dem Hund spazieren...

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