2. Bundesliga

VfL Bochum: Corona-Krise kostet über 9 Millionen Euro

20. Oktober 2020, 20:09 Uhr
Hans-Peter Villis, Aufsichtsratsvorsitzender vom VfL Bochum (Foto: VfL Bochum).

Hans-Peter Villis, Aufsichtsratsvorsitzender vom VfL Bochum (Foto: VfL Bochum).

Am Dienstag stand die Jahreshauptversammlung beim Zweitligisten VfL Bochum auf dem Plan. Knapp 1800 Mitglieder nahmen virtuell teil - ganz im Zeichen von Corona. 

Auch beim VfL Bochum stellte sich bei der Mitgliederversammlung vorrangig die Frage, was hat es und was wird die Corona-Krise den Zweitligisten kosten. Die Antwort an die 12.276 Mitglieder. Es wird teuer. 

Die Zahlen der VfL Bochum 1848 GmbH & Co. KGaA in der Übersicht:

Die abgeschlossene Spielzeit wurde mit einem Minus von 3.123 Millionen Euro beendet. Dürfen in dieser Saison keine Zuschauer mehr in die Stadien, plant der VfL mit einem Minus von etwa 7.571 Millionen Euro. In der Summe sind das fast 10,7 Millionen Euro, von denen 9,2 Millionen Euro der Corona-Krise zuzurechnen sind. Weitere 1,4 Millionen Euro weniger bekommt der VfL aus dem TV-Topf. Daher hat der VfL auch ein KfW-Darlehen in Millionenhöhe aufgenommen. Das Fremdkapital dient neben anderen Punkten wie Gehaltsverzicht, Kurzarbeit oder Stundungen der Liquiditätssicherung.

Das Eigenkapital zum 30. Juni 2020 beläuft sich auf minus 350.000 Euro. Die Netto-Verbindlichkeiten des Vereins zum selben Zeitpunkt belaufen sich auf 2.887 Millionen Euro.

Wobei auf die Fans des VfL Bochum Verlass war. Denn nur 13 Prozent haben ihre Kosten erstatten lassen, 30.000 Euro hat das den VfL gekostet. Der Rest entschied sich für eine der Varianten Kompensation/Gutschein, Spende oder Verzicht. Auch bei den Partner und Sponsoren zeichnete sich ein positives Bild ab, auch wenn der Prozentsatz derer, die Geld zurückforderten, mit 33 Prozent höher lag. Das hat den VfL 410.000 Euro gekostet. 

VfL Bochum bei Beraterhonoraren auf Rang 13 Zweitligatabelle

Bochums Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Peter Villis betonte: " Wir haben sowohl von unseren Spielern, dem Staff, den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung große Solidarität mit dem Verein erfahren, sei es durch das Einverständnis zur Kurzarbeit bzw. Gehaltsverzicht. Fans, Dauerkartenbesitzer, Partner und Sponsoren haben uns durch ihren Verzicht auf Rückzahlungen mit über einer Million Euro geholfen."

Eine weitere Zahl, die präsentiert wurde, war die der Beraterhonorare. Hier lag der VfL in der letzten Spielzeit auf Rang 13 der Zweitligatabelle. 632.000 Euro gaben die Bochumer für Berater aus. Spitzenreiter war der VfB Stuttgart, der satte 12.553 Millionen Euro an Berater zahlte. Am wenigsten gab der Karlsruher SC hier aus - nur 114.000 Euro.

Sportlich geht es für den VfL am Sonntag (13:30 Uhr) weiter. Dann steht das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue an. 

gp /cb

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20.10.2020 - 21:04 - Außenverteidiger

Wahnsinn, wie die Führungskräfte im Sport versagen. Wie kann man mit Zuschauern planen? War nicht seit März irgendetwas? Man muss doch mal kaufmännisch agieren und die Kostenstruktur an die Einnahmen anpassen. Ist nach jedem Abstieg genauso. In diesem Fall ist die Pandemie der Einnahmeabstieg. Bochum kann doch auch kein TV Geld der ersten Liga einplanen. Mich stört der Umgang mit großen Traditionsvereinen. Man muss unsere Vereine nicht absichtlich ruinieren.