Eigentlich hatte Philipp Kunz seine Karriere schon beendet und will der Mannschaft nun mit seiner Erfahrung helfen. Auch gegen einen Stammplatz hätte er nichts einzuwenden.

Oberliga Westfalen

SG Wattenscheid: Torwart Philipp Kunz über seine Rückkehr

Stefan Stobbe
14. September 2020, 07:00 Uhr
Foto: dpa

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Eigentlich hatte Philipp Kunz seine Karriere schon beendet und will der Mannschaft nun mit seiner Erfahrung helfen. Auch gegen einen Stammplatz hätte er nichts einzuwenden.

330 Tage hatten die Zuschauer und Spieler der SG Wattenscheid 09 auf ein Heimspiel in der Lohrheide warten müssen. Beim 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Kaan-Marienborn war es dann endlich wieder soweit. Doch einer musste noch etwas länger auf eine Rückkehr in sein Wohnzimmer warten: Torwart Philipp Kunz.


Zehn Jahre nachdem er die SG gen Rot-Weiss Essen verlassen hatte, und nur noch als Gast in der Lohrheide zugegen war, stand der 33-Jährige am Sonntag wieder im Wattenscheider Torwarttrikot auf dem Rasen - wenn auch "nur" beim Aufwärmen. Dazwischen spielte er noch unter anderem noch für Schwarz-Weiß Essen und den FC Kray. Auf seine Rückkehr angesprochen grinste Kunz nur: „Es war schon schön. Man kann nicht klagen.“

Dass er auch das zweite Spiel der Saison von der Bank aus beobachten musste, sah er nicht so eng. Sein Anspruch in Wattenscheid ist ein anderer. „Ich möchte der Mannschaft helfen, auch wenn es meine Anwesenheit ist. Dann reicht mir das schon“, erklärte er.

Die Nummer eins ist kein Tabu-Thema

Sein eigentliches Hoch habe er schon hinter sich, gab er frei heraus zu. Dennoch habe ihn der Anruf von Trainer Christian Britscho gereizt. „Er hat mich gefragt, ob ich für den Ernstfall da bin. Und wer mich kennt, weiß, dass ich ehrgeizig bin und nicht nur der Ernstfall das interessante ist, sondern auch der ‚Soll-Fall‘“, sprich wenn er im Tor gebraucht wird. „Dementsprechend gebe ich da auch Gas“, legte er seine Ansprüche dar.


Wenn die Chance auf einen Startplatz im Tor da wäre, würde sie Kunz gerne ergreifen. „Sonst hätte ich auch die falsche Position. Wer Torwart ist, hat immer den Anspruch Nummer eins zu sein. Wenn die Chance da ist, ist sie da, aber an-sonsten helfe ich der Truppe“, meinte er.

Ähnlich zurückhaltend wie er seine Rolle im Kader neben den anderen drei Torhütern Tolunay Isik, Bruno Staudt (beide verletzt) und Maurice Horn einschätzte, geht er die Ziele für diese Saison an. „Wir müssen abwarten. Gerade nach Corona weiß noch keiner wirklich, welches Ziel ausgegeben wird. Wir schauen, dass wir hier in ruhiges Fahrwasser gelangen. Das ist in Wattenscheid immer viel wert“, lautete sein persönlicher Ausblick auf die Saison.

Ob es ein weiterreichendes Engagement wird, steht noch in den Sternen. „Erstmal bleibe ich hier ein Jahr“, schloss er. Ob es dann doch wieder zurück in den fußballerischen Ruhestand geht, wie er es seiner Frau eigentlich versprochen hatte, wird sich zeigen.  

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