Nach der neuerlichen Niederlage gegen den SV Werder Bremen steht fest: Schalke hat seine Negativserie von 1997 eingestellt. Auch da blieb Königsblau elf Spiele lang ohne Sieg. 

Durch 0:1 gegen Bremen

Schalke so schlecht wie zuletzt vor 23 Jahren

Tizian Canizales
30. Mai 2020, 21:09 Uhr
Huub Stevens, damaliger Trainer des FC Schalke 04, lässt seine Spieler im Jahr 1997 ordentlich ackern. Am Ende steht der Gewinn des Uefa Cups. Foto: firo

Huub Stevens, damaliger Trainer des FC Schalke 04, lässt seine Spieler im Jahr 1997 ordentlich ackern. Am Ende steht der Gewinn des Uefa Cups. Foto: firo

Nach der neuerlichen Niederlage gegen den SV Werder Bremen steht fest: Schalke hat seine Negativserie von 1997 eingestellt. Auch da blieb Königsblau elf Spiele lang ohne Sieg. 

Als wären das 0:1 (0:1) gegen den SV Werder Bremen und die fünfte Gelbe Karte von Mittelfeldmotor Weston McKennie nicht schon Strafe genug für Schalke 04, droht den Königsblauen im kommenden Auswärtsspiel bei Union Berlin (Sonntag, 7. Juni 2020, 15.30 Uhr) nun noch ein weiterer Tiefpunkt: Gewinnen die Knappen diese Partie nicht, haben sie den Negativrekord aus der Saison 1996/97 gebrochen. Da blieben sie, wie aktuell, elf Bundesligaspiele sieglos. 

Beide Krisen starteten gegen Bayern München

Ironischerweise begann die Krise damals, genau wie heute, in der Rückrunde und mit einem Spiel gegen den FC Bayern München. Damals setzte es unter Trainer Huub Stevens ein 0:3, im Januar diesen Jahres unter David Wagner gar ein 0:5. 


Bei all den Parallelen unterschieden sich die Mannschaften jedoch gewaltig. Im Team von 1997 fanden sich zahlreiche international bekannte Namen wieder. So standen beispielsweise Jens Lehmann im Tor, Thomas Linke in der Abwehr, Olaf Thon und Mike Büskens im Mittelfeld und Youri Mulder im Sturm. 

Dieser Glanz fehlt der Schalke-Elf von 2020. Bei den hinter den deutschen Staatsgrenzen am meisten bekannten Namen dürfte es sich um den vom FC Everton ausgeliehenen Jonjoe Kenny, die Nationalspieler Weston McKennie (USA), Amine Harit (Marokko) und Matija Nastasic (Serbien) und den frisch zum FC Bayern München transferierten Alexander Nübel handeln. 

Uefa-Cup-Sieg und Befreiungsschlag gegen Rostock

All die klangvollen Namen halfen Schalke allerdings im Jahr 1997 nichts. Nachdem die Bayern durch Tore von Thomas Helmer (13.), Christian Nerlinger (89.) und Jürgen Klinsmann (90.) das Spiel mit 3:0 gewonnen hatten, folgten für Schalke weitere empfindliche Pleiten. 0:2 gegen Bayer Leverkusen und den SC Freiburg, 0:1 gegen den Hamburger SV, Borussia Dortmund und Fortuna Düsseldorf, 1:2 gegen den TSV 1860 München. Dazwischen reihten sich insgesamt vier Unentschieden gegen Arminia Bielefeld, den Karlsruher SC (jeweils 0:0), Werder Bremen und den 1. FC Köln (jeweils 1:1) ein. 


Der Befreiungsschlag gelang erst am letzten Spieltag gegen Hansa Rostock. Radoslav Latal schoss in der 90. Minute das 1:0 und erlöste so eine gesamte fußballverrückte Stadt Gelsenkirchen. Nun hoffen die Schalker, dass sich diese Geschichte am Sonntag (7. Juni, 15.30 Uhr) bei Union Berlin wiederholt. 

Doch selbst wenn das der Fall sein sollte, bleibt ein großer Unterschied zwischen den Spielzeiten 1996/97 und 2019/20 bestehen. Im Mai 1997 gewann Schalke 04, mitten in seiner Niederlagenserie, das Uefa-Cup-Finale gegen Inter Mailand im Elfmeterschießen und holte somit den Pott in den Pott. Die "Schalker Eurofighter" waren geboren, niemand sprach mehr von der Sieglos-Serie in der Bundesliga. In der aktuellen Spielzeit ist Schalke dagegen international nicht vertreten. 

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31.05.2020 - 15:08 - Schalker1965

Ein Vergleich mit den 97er Eurofightern verbietet sich. Schalke hat damals den UEFA-Cup als Ziel vorgegeben. Die Liga wurde hintenangestellt. Die Mannschaft hatte Struktur und bestand aus echten "Typen" wie Lehmann, Thon, Anderbrügge, De Kock, Büskens, Nemec, Wilmots u.v.a. und war zumindest auf dem Platz ein eingeschworenes "Team". Dazu hatten wir einen Trainer mit einem Plan, einem Plan B und notfalls Plan C. Und da war auch noch der Rudi, der mal draufhauen konnte und ein anderes Mal mit der Mannschaft in Kabine feierte. Wenn ich mir die Bilder Revue passieren lasse, kommen mir die Tränen. Was haben diese Totengräber in der Führungsetage nur aus diesem Schalke gemacht?

31.05.2020 - 10:14 - lappes

" Malocherclub e.V. "

31.05.2020 - 10:09 - Schacht 7

Schalkes Untergang

31.05.2020 - 10:08 - Schacht 7

Wagner ist nicht in der Lage Krisen zu meistern, daß war in Huddersfield genau so deshalb wurde er dort entlassen.
Alleine das Torhüter Theater, Nübel raus Schubert rein und das Vier Mal zeigt seine Hilflosigkeit.
Kein Spielkonzept ist zu erkennen wo ist der Mut der Hinrunde wo man den Gegner gnadenlos vorne gepresst hat, auch die Laufleistung ist abhanden gekommen. Er hat keinen Plan B in der Tasche und sich gegen einen Abstiegskandidaten aus Bremen in einem Heimspiel nur hinten rein stellen mit 18% Ballbesitz ist ein Armutszeugnis genau wie in Düsseldorf. 11 Spiele ohne Sieg das sagt schon alles aus.
Und Schubert ist jetzt sein Bauernopfer ohne das es von Erfolg gekrönt war.
Mit Wagner in die neue Saison zu gehen wäre Schalkers Untergang , denn Drei Spielzeiten ohne einen internationalen Wettbewerb kann sich der Verein nicht erlauben außer er will mit Wagner in die 2 Liga gehen.
Dann sind die Verantwortlichen fehl am Platze.


Glück Auf

31.05.2020 - 09:39 - lappes

D.Wagner sollte unbedingt weitermachen.
Auch sonst sollten keine Veränderungen vorgenommen werden, schon gar nicht im Vorstand.

31.05.2020 - 08:50 - Schalkerstachel

Huub & Rudi haben einst auch draus gelernt, DW, Reschke und Schneider werden das auch tun. Dass David bleibt ist die richtige Entscheidung!
Glück auf!

31.05.2020 - 05:20 - NorbiNig

Ich sage das jetzt mal so in den Raum hier!
Kann es sein, das das die Spätfolgen von Den letzten 2 Jahren ist. Domenico Tedesco hatte der Mannschaft die Strukturen genommen. Keine Leader mehr in der Mannschaft, alle wurden gleich gemacht.
Wagner hat fast die gleiche Mannschaft übernommen, mit der sogar Huub Stevens seine Schwierigkeiten hatte.
Der Anfang unter Wagner war wirklich gut, aber als die ersten Schwierigkeiten mit Verletzungen und der Nübel/Torwart Theater losging, ist die Mannschaft in sich zusammengesunken, Zerbrochen.
Wenn ich den Höwedes Transfer nich verstehe (Höwedes hatte sich schon ein bisschen Mädchenhaft verhalten) hat man Naldo und Fährmann ohne Not fallenlassen.
Ohne Leader auf und neben dem Platz haben wir jetzt das, was wir haben.
Dazu Spieler, die die Schalker Wohlfühloase der letzten 6 Jahre schon zu sehr im Blut haben. Ihre Leistungen nicht jeden Tag, jeden Spieltag abrufen wollen.
Das macht es für jeden Trainer schon sehr schwer.
Die Saison ist gelaufen, der Verein geht finanziell sowieso am Stock. Jetzt vom Management bis zum Trainer anfangen ein neues Konzept für die neue Saison erarbeiten, wo nur der Leistungswillen (Training und Spiel) zählt, wo Schalker Tugenden zählen.
Last mich hören waa Ihr so denkt!