Rot-Weiss Essen hat vor wenigen Wochen sieben Spieler verabschiedet. Nach Enzo Wirtz und Philipp Zeiger hat RevierSport auch mit Marcel Lenz gesprochen. Der Fan des MSV Duisburg hat RWE tief in sein Herz geschlossen.

Regionalliga West

RWE: Mit diesen Worten verabschiedet sich MSV-Fan Marcel Lenz

15. Juni 2020, 21:15 Uhr
In drei Jahren absolvierte Marcel Lenz 24 Pflichtspiele für Rot-Weiss Essen. Foto: Thorsten Tillmann

In drei Jahren absolvierte Marcel Lenz 24 Pflichtspiele für Rot-Weiss Essen. Foto: Thorsten Tillmann

Rot-Weiss Essen hat vor wenigen Wochen sieben Spieler verabschiedet. Nach Enzo Wirtz und Philipp Zeiger hat RevierSport auch mit Marcel Lenz gesprochen. Der Fan des MSV Duisburg hat RWE tief in sein Herz geschlossen.

Marcel Lenz hat für Rot-Weiss Essen in drei Jahren nur 24 Pflichtspiele absolviert. Keine berauschende Statistik für den gebürtigen Duisburger. Der 1,90 Meter große Torwart war im Sommer 2017 mit großen Erwartungen vom MSV Duisburg nach Essen gekommen. 

Doch er hatte Pech. Lenz fiel schon in seiner ersten rot-weissen Vorbereitung viele Monate aufgrund eines Sehnenrisses im Oberschenkel aus. Doch er kämpfte sich zurück und übte immer Druck auf die RWE-Torhüter aus. Ob Lukas Raeder, Robin Heller oder Jakob Golz: sie alle spürten stets den Atem des 29-Jährigen.

Lenz verlässt Essen als ein beliebter Mannschaftskollege und Musterprofi. Überhaupt spricht die Statistik, sprechen die Zahlen für Lenz - und das nicht nur bei Rot-Weiss Essen, sondern auch in seiner bisherigen Karriere. 

Bei RWE kassierte Lenz in 24 Spielen 23 Gegentore, spielte acht Mal zu Null. Auf Schalke, wo er in der Jugend zehn Jahre verbrachte, waren es 56 Partien in der U17- und U19-Bundesliga und 84 Gegentreffer. Beim MSV, hier verbrachte er drei Jahre in der Jugend und sieben Jahre bei den Senioren, waren es insgesamt 113 Begegnungen und 144 Gegentore. Warum es nirgendwo, bis auf die Zeit bei der U23 des MSV, so richtig zur Nummer eins langte, versucht er im RevierSport-Interview zu erklären.

Marcel Lenz, drei Jahre bei Rot-Weiss Essen und nur 24 Spiele: wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?
Natürlich kann ich damit nicht zufrieden sein. Ich bin voller Tatendrang nach Essen gekommen und wollte die Nummer eins werden. Aber direkt zu Beginn wurden meine Pläne durchquert. Ich habe mir einen Sehnenriss zugeholt und bin monatelang ausgefallen. RWE hat in dieser Zeit Lukas Raeder als Nummer eins verpflichtet. Als ich mich zurückgekämpft habe und zu dieser Saison auch die Nummer eins wurde, wurde ich nach zwölf Spiele rausgenommen.

Wie enttäuscht waren Sie, als Christian Titz ihnen diese Entscheidung mitteilte?
Ich war sehr enttäuscht. Ich habe das auch nicht verstanden, weil ich keine groben Schnitzer in meinem Spiel gesehen habe. Aber der Trainer ist der Chef. Ich musste und habe die Entscheidung akzeptiert. Es lief für die Mannschaft und für Jakob Golz wieder rund. Mir war klar, dass ich erst einmal raus bin. Dann kam noch Corona. Ich hätte mir natürlich auch einen anderen Abschied gewünscht.

Was bleibt bei Ihnen hängen, wenn sie als Duisburger Junge an RWE denken?

Rot-Weiss Essen ist ein geiler Verein, den ich in den drei Jahren lieben gelernt habe. Die Fans, die Menschen in der Stadt sind der Wahnsinn. Das hat man wieder in der Corona-Krise gesehen. Die Unterstützung ist phänomenal. Viele Vereine in der Bundesliga, 2. oder 3. Liga würden sich solch einen Support wünschen. Obwohl ich insgesamt zehn Jahre auf Schalke und zehn Jahre beim MSV gespielt habe, ist auch RWE in meinem Herzen. Ich bin der lebende Beweis dafür, dass man Essen, Schalke und Duisburg im Herzen tragen kann (lacht).

An welche Spiele werden Sie sich besonders gerne erinnern?
Ja, da war natürlich der erste Spieltag dieser Saison - Wahnsinn. Als wir das Ding in der letzten Sekunde durch den Elfmeter von Alexander Hahn gegen Dortmunds U23 gewonnen haben, brachen alle Dämme. Die Stimmung war genial. Ein geiles Gefühl. Aber auch die Siege gegen Köln II oder Oberhausen und im Pokal gegen Uerdingen waren besonders. Überhaupt waren alle Spiele an der Hafenstraße immer ein großes Spektakel.

Was wünschen Sie dem Verein für die Zukunft?

Das, was sich alle Essener wünschen: den ersehnten Aufstieg. Essen muss hoch und wird auch hoch gehen. Die Frage ist nur: wann? Ich hoffe, dass es schon nächste Saison sein wird. Dieser Verein wird auf Dauer nicht aufzuhalten sein. Da bin ich mir sicher.

Wie geht es mit Marcel Lenz weiter?
Das weiß ich noch nicht. Ich bin selbst gespannt, wo ich am Ende lande. Ich kann mir wirklich alles vorstellen, ob Regionalliga oder Oberliga mit einem Job verbunden - alles ist möglich. Aber klar ist auch, dass ich in den nächsten Jahren die Nummer eins sein will. 

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Kommentieren

16.06.2020 - 10:58 - krayerbengel

Ich bin der lebende Beweis dafür,daß man RWE,Schalke und denn MSV im Herzen tragen kann...
Ich würde eher sagen,der lebende Beweis dafür, wie sich heutzutage Profis,mit unrealistischen Geschwätz lächerlich machen.

16.06.2020 - 09:52 - Außenverteidiger

Stimmt Anron. Titz hat das Malochertum eingeführt. Der faule Betriebsrat, schützt natürlich nicht die Leistungsträger. Ich muss unseren Trainer mal loben. Wenn wir Trainer sind und ein Reporter hat einen Maulwurf in der Mannschaft installiert, wäre ich ganz anders drauf. Was der Reporter wiedergibt, ist nicht's anderes als schwerster Verrat an unserem RWE. Eine Schändung und Schändungen verurteile ich grundsätzlich. Diese Art Egoismus dürfte jeder Spieler in gute Leistungen umwandeln. Tut er nicht. Lieber wird der Malocher abgesägt, weil das faule Arbeitsklima weiter laufen soll. Natürlich auf Kosten der Sponsoren und Fans.

Lenz war ein guter Torhüter. Hätte ihm mehr Gesundheit gewünscht. Die Maßnahme war richtig, weil er unsicher wirkte. Im Gegensatz zu ihm, kann ich mich an viele Wackler erinnern, die zwar gut ausgegangen sind, aber aus Spielersicht zu Unsicherheiten führen. Gerade die heute psychisch instabile Spielergeneration, verkraftet Wackler weniger.

Zum Herzen: Jeder Mensch hat nur ein Herz. Das Herz wird im 1:1 entscheiden wofür es schlägt. Sympathien kann man hingegen für alles und jeden entwickeln. Und mit alles und jeden meine ich alles und jeden. Ob das gesund ist? ;)

16.06.2020 - 09:33 - Steini77

@einWozi: Wie viele Tore hat Lenz im Trikot von RWE bekommen? 8 wo kommen die denn her? Evtl einfach mal auf Transfermarkt die Statistik begutachten, evtl stimmt die auch nicht zu 100%, ist aber sicherlich auch deutlich besser wie die Gegentor Quote die uns hier im Artikel verkauft wird, mit 8 gegen Toren würde er sicherlich bleiben und die klare Nr1 im Kasten sein.

Zur Auflösung: er hat gegen:
BvB II 1
Homberg 1
Köln II 1
Rödinghausen 1
Lippstadt 2
Bonn 1
Verl 4
M'Gladbach II 3
F.Köln 1

Das sind jetzt nur die Meisterschaftsspiele wo er in der Saison 19/20 im Tor stand und Gegentore bekommen hat!
Sind 15 Gegentore in 9 Spielen also fast doppelt so viele wie im Artikel behauptet.....

Gesamt gesehen hat er (ohne Gewähr): 17 x in der Meisterschaft das Trikot über gezogen, ist dabei 5 x ohne Gegentor geblieben und musste leider 19 x hinter sich greifen um die Pille aus dem Netz holen!

Nix desto Trotz war Lenz für mich immer ein guter Schlussmann und ich Wünsche Ihm alles Gute für seine weitere Zeit.

16.06.2020 - 08:12 - Anton Leopold

Die Unruhe, die Titz in die Mannschaft gebracht hat, besteht im Erheben, Auswerten, Analysieren sowie im Vorhalten von Leistungsdaten. Einen Kapitän, dessen gerötetes Gesicht auch Zeugnis von der Arbeitseinstellung ablegte, der mit geblähten Backen im Streit mit Schiedsrichtern Verschnaufpausen suchte, sehen wir ebensowenig wie ein Lazarett oder Niederlagen in den letzten 10 Minuten. Klar ist, dass nicht begeistert reagiert, wer ein leistungsloses Grundeinkommen auf Kosten der Mitglieder, der Fans und Sponsoren generierte und nun Rechenschaft über Lebensführung, Trainingsleistung und Spielverhalten nach objektiven Kriterien ablegen muss.

16.06.2020 - 07:43 - Bacardicola

Lenz ist für mich ein sehr guter Torwart, der keinen deut schlechter war als die anderen Keeper.
Bei Titz hatte er es schwer, da Golz auch von Vitamin B profitiert hat.
Mich jedenfalls hat er in seinen Einsätzen überzeugt, und er verlässt den Verein klar unter Wert.

15.06.2020 - 22:48 - Labernich

Meine Vermutung bestätigt sich immer mehr, dass Titz sehr viel Unverständniss und Unruhe in die Mannschaft gebracht hat. Ich möchte nicht Wissen was der Großteil der Spieler über den Trainer sagen würden, wenn sie dürften.

15.06.2020 - 22:43 - dr.zimmermann

Frage:
Was haben Lenz, Heller,Selischta, Adetula,Platzeck,Wirtz, Erving-Drüppel,Kefkir, Grote, Dahmani,Zeiger, Bichler und Harenbrock gemeinsam???

Antwort:
Alles Spieler die unter C.Titz, nicht annähernd ,an ihr schon gezeigtes Leistungsniveau rankammen ,sondern eher im Laufe der Saison schwächer wurden!

Auch das ist der Verdienst des Trainers!

15.06.2020 - 22:40 - Brückenschänke

Marcel, mach es gut und viel Glück für Deine Zukunft. Tadelloser Sportsman.
Zeiger und Lenz hätte ich als Reserve behalten.

15.06.2020 - 21:44 - RWE-Tom

Danke und alles Gute, Marcel!
Du warst für mich nicht der schlechtere Torwart. Aber Jakob Golz gehört die Zukunft.

15.06.2020 - 21:40 - Malocher74

Big Titz ist laut unserem Experten hier doch eh schon so gut wie weg - da hätte er auch bleiben können ;)

Beitrag wurde gemeldet

15.06.2020 - 21:36 - Vandalz

Danke und Tschüss, wer blau weiss im Herzen trägt, hat es sich nicht verdient ein Rot Weisses Gewand zu tragen, als nächstes bitte noch P.Z Addios Junge, auf unserer Tasche sich die Eier schauckeln......? Haus' de rein Jung ;), jetzt noch nen vernünftigen Torwart und es könnte nächste Sasion laut Aufstellung / Spieler endlich mit dem Aufstieg klappen, aber was lernte uns diese Sasion....? Richtig Spieler Namen Trainer sagen rein gar nichts aus, das was zählt sind die Jungs auf'em Grün sollten Sie keine 1907% geben weg mit dem Dreck, und glaube Nie einen erfundenen Mainstream Virus..... ;)

Bis dahin
Nur der RWE

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