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Reis vor Trainer-Debüt in Bochum: „Ein Traum“

12. September 2019, 11:07 Uhr

Foto: firo

Trainer Thomas Reis feiert am Sonntag gegen Dynamo Dresden seinen Einstand als neuer Trainer des VfL Bochum. Der Dutt-Nachfolger hat eine verunsicherte Mannschaft übernommen, verfolgt aber einen klaren Plan.

Die DNA des VfL Bochum hat Thomas Reis total verinnerlicht. „Der VfL ist mein Verein. Ich habe viele Jahre hier verbracht, als Spieler, aber auch, was den Start im Trainerbereich angeht. Dass ich jetzt als Cheftrainer zurückkomme, ist für mich natürlich ein Traum“, sagte der 45 Jahre alte Chefcoach des kriselnden Fußball-Zweitligisten und Nachfolger des entlassenen Robin Dutt (54).

Zum dritten Mal steht Reis in Diensten der Westfalen, zunächst war er acht Jahre Profi, später Nachwuchstrainer und Co-Trainer an der Castroper Straße. „Jeder, der mich kennt und in den vergangenen Jahren begleitet hat, weiß, dass ich Schritt für Schritt auf dieses Ziel hingearbeitet habe“, betonte er im kicker-Interview, „ich war bereits 15 Jahre mit dem VfL verbunden. Ich bin davon überzeugt, dass meine Fußball-Philosophie und die des Vereins identisch sind.“

Aber die Aufgabe bei den einstmals in der Bundesliga „Unabsteigbaren“ ist alles andere als einfach. Die Mannschaft ist nach fünf Saisonspielen noch sieglos, hat nur zwei Pünktchen auf dem Konto und ist Tabellenvorletzter. Am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) kommt Dynamo Dresden. Reis weiß, wo der Hebel anzusetzen ist: „Die Grundtugenden müssen stimmen. Aktiv sein, diszipliniert sein.“ Ein klarer, aber im Grunde auch einfacher Plan soll helfen, die sportliche Wende einzuleiten.

Und natürlich muss er mit vielen Einzelgesprächen versuchen, die allgemeine Verunsicherung bei seinen Schützlingen zu lösen: „Selbstvertrauen bekommt man, wenn man einen klaren Plan hat. Den will ich den Jungs mit auf den Weg geben. Die Abstände untereinander müssen geringer sein, so erhalten wir mehr Stabilität.“

Sebastian Schindzielorz ist überzeugt vom Dutt-Nachfolger beim VfL Bochum

Sportdirektor Sebastian Schindzielorz („Thomas ist ein bodenständiger Typ, der für harte Arbeit steht“) ist überzeugt vom Nachfolger von Dutt, der sich nach der katastrophalen ersten Hälfte gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden (0:3) selbst angezählt hatte, obwohl sein Team noch ein 3:3 erkämpfte. Anstelle von Dutt hielt Schindzielorz eine flammende Halbzeitansprache an die Mannschaft.

Reis will die Anhänger für den VfL zurückgewinnen. „Mit Leidenschaft Fußball spielen, das wollen die Fans in Bochum sehen“, lautet sein Credo. Immerhin war zuletzt die Moral intakt, nicht nur gegen Wehen, sondern auch gegen Bielefeld wurde ein deutlicher Rückstand wettgemacht.

Reis hat in seiner aktiven Karriere etliche Trainer erlebt, darunter auch Hochkaräter wie Jupp Heynckes in Frankfurt und Klaus Toppmöller in Bochum. „Jeder hat und hatte seine guten Seiten, von denen man sich natürlich etwas abgeschaut hat“, berichtet der neue Bochumer Chefcoach. Davon sollen nun die VfL-Profis profitieren. sid

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