Der FC Schalke 04 ist aus der Bundesliga abgestiegen. Nicht wenige Fans befürchten einen Absturz des Klubs. In den vergangenen Jahren ist schon so mancher Bundesligist tief gefallen. 

S04

Die größten Abstürze von Bundesligisten: Droht S04 das gleiche Schicksal?

Damian Ozako
23. April 2021, 07:00 Uhr
Foto: firo

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Der FC Schalke 04 ist aus der Bundesliga abgestiegen. Nicht wenige Fans befürchten einen Absturz des Klubs. In den vergangenen Jahren ist schon so mancher Bundesligist tief gefallen. 

Es ist vorbei. Der FC Schalke 04 ist nach der 0:1-Niederlage in Bielefeld aus der Bundesliga abgestiegen. Jahre voller schlechter Arbeit haben nun ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Die Königsblauen gehen hochverschuldet in die 2. Bundesliga. Dem stolzen Klub aus dem Ruhrgebiet stehen schwierige Zeiten bevor. 

In der Vergangenheit hatten regelmäßig Vereine nach dem Abstieg aus der Bundesliga Probleme und nicht wenige Vereine stürzten direkt mehrere Ligen hinab. RevierSport blickt auf die Ereignisse seit der Jahrtausendwende zurück. 

Von der Bundesliga in die Regionalliga

Den heftigsten Absturz erlebte der SSV Ulm 1846. In der Saison 1997/98 stürmte der Klub mit Ralf Rangnick in die 2. Bundesliga. Martin Andermatt führte die Schwaben danach sogar direkt in die Bundesliga. Ebenso schnell ging es auch wieder runter in die Regionalliga. 2012 fand sich der Verein sogar in der Oberliga wieder. 2015/16 spielte Ulm zuletzt fünftklassig und konnte danach in die Regionalliga Südwest aufsteigen, wo sich der Klub aktuell noch befindet. 

Regionalligaluft mussten auch weitere ehemalige Bundesligisten der vergangenen Jahrzehnte schnuppern. 2001 verabschiedete sich die SpVgg Unterhaching aus dem Oberhaus und wurde in die damals drittklassige Regionalliga-Süd durchgereicht. Der Klub fand zwar direkt den Weg in die 2. Liga wieder, die Bundesliga erreichte man danach allerdings nicht mehr. Mittlerweile kämpfen die Bayern gegen den Abstieg aus der 3. Liga. 

Aachen in der Regionalliga

Den zuletzt heftigsten Absturz eines Bundesligisten aus NRW hat Alemannia Aachen hingelegt. 2007 noch in der Bundesliga gespielt, folgte danach weitestgehend Tristesse. 2012 stieg die Alemannia in die 3. Liga ab und wurde in der darauffolgenden Spielzeit in die Regionalliga West durchgereicht und musste sogar Insolvenz beantragen. In der vierten Liga verweilt Aachen immer noch. Auch Energie Cottbus, das 2009 aus der Bundesliga abstieg, ist in der Regionalliga unterwegs. 

Den medienträchtigsten Absturz aller Traditionsklubs legte wohl der 1860-muenchen/" title="" target="">TSV 1860 München hin. 2004 spielten die Löwen noch in der Beletage des deutschen Fußballs. Nach dem Abstieg scheiterten sie an der Rückkehr, träumten aber weiterhin von der Bundesliga. Investor Hasan Ismaik sollte diesen Traum letztendlich erfüllen. Ergebnis: 2017 stieg der stolze Klub aus der 2. Bundesliga ab und erhielt nicht einmal die Lizenz für die 3. Liga. Der Neustart fand in der Regionalliga Bayern statt und man stieg sofort auf. In der aktuellen Saison kämpft 1860 um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. 

Mitkonkurrent Hansa Rostock träumt nach neun Jahren Drittklassigkeit ebenfalls von der Rückkehr in die 2. Bundesliga. 2008 spielten die Hanseaten, die einst als Aushängeschild des Ostens galten, zuletzt in der Bundesliga. 

Traditionsklubs in der 3. Liga

Anders sieht es bei einem der traditionsreichsten Klubs Deutschlands aus: Der 1. FC Kaiserslautern will aktuell den Abstieg in die Regionalliga vermeiden. 2012 spielten die roten Teufel zuletzt in der Bundesliga. Vor drei Jahren ging es in die dritte Liga runter und Ende 2020 wurde das Insolvenzverfahren des Klubs abgeschlossen. 

Mit dem MSV Duisburg ist auch ein Bundesligist aus dem Ruhrgebiet bis in die Drittklassigkeit gerutscht, nachdem die Meidericher 2007/2008 noch in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten waren. Die letzten Jahre pendelten die Zebras zwischen der 2. und 3. Liga hin und her. So erging es zwischenzeitlich auch Arminia Bielefeld, das am Dienstag S04 in die zweite Liga verabschiedete. 

Wie lange bleibt Schalke in der 2. Bundesliga?

Mit dem Karlsruher SC, St. Pauli, Eintracht Braunschweig dem SC Paderborn und dem FC Ingolstadt rutschten noch weitere Klubs in die Drittklassigkeit. Doch auch schon Szenarien, wie die elf Jahre, die der VfL Bochum im deutschen Unterhaus verbrachte und erst jetzt zu durchbrechen scheint, sind für den FC Schalke 04 erschreckend genug.

Doch die Vergangenheit hat eindrucksvoll bewiesen, dass auch große Klubs brutal abstürzen können. Ein Wiederaufstieg in die Bundesliga ist alles andere als selbstverständlich, wie man es derzeit beim HSV nur allzu gut beobachten kann. Die Hamburger befanden sich in einer ähnlichen Situation, wie die Königsblauen und könnten in der laufenden Saison zum dritten Mal am Aufstieg in die Bundesliga scheitern. Es droht ein längerfristiger Verbleib in der 2. Liga. Gilt dies auch für Schalke? Man darf gespannt bleiben.

Kommentieren

23.04.2021 - 19:22 - vomFlankengott

@ easybyter

LOGO, es ist noch kein Verein von der Dimension Schalke 04 in Deutschland dauerhaft aus der 1.Bundesliga verschwunden. Also kann es gar keinen Vergleich geben. Totschlagargument!

Selbst BMG, Köln oder Frankfurt erreichen nicht die Dimension von Schalke 04. Und diese 3 Vereine waren schnell wieder in der 1.Buli.

Aber pauschal DESHALB alles abzutun, geht auch an der Realität vorbei. Am Nachdenklichsten macht mich, dass auf Schalke sowohl bei den Verantwortlichen als auch bei der großen Masse der Anhängerschaft jeglicher Realismus fehlt und leider wenig mit dem Kopf gedacht wird und dafür sehr viel mit dem Bauch. Plus die schlimme Wagenburgmentalität, leider auch bei Ihnen anzutreffen. Zuerst guckt man mal von WEM die Kritik kommt. Ist das kein Schalker und obendrein jemand der nicht allzu erfolgreich im Fußballgeschäft unterwegs ist, dann folgt GARANTIERT unsachlicher Blödsinn, auch gerne zusätzlich noch mit Schmähungen (nicht von Ihnen!) garniert. Es wird dann noch auf dessen Mißerfolge rekurriert. Keine Ahnung was das uns Schalkern bringen soll! Nur eine SACHLICHE Auseinandersetzung bringt uns weiter. Und auch ein A....loch und ein absoluter Dilettant kann MAL ein gutes Argument aufbieten. Selbst wenn's aus Essen oder Lüdenscheid-Nord kommt. Leider!

SO kam es jetzt auch zu dem IGNORANTEN Verhalten in dem man die Warnungen der Polizei leichtfertig in den Wind schlug. Außenstehende - das sollten gerade Sie mal endlich zur Kenntnis nehmen - haben in der Regel einen wesentlich realistischeren Blick - auf unseren Verein. Hier z.B. die Polizei, welche die Sachlage jetzt im Vorfeld der Heimfahrt zur Veltins-Arena absolut KORREKT einschätzte.

Und erinnern Sie sich mal an Ihre EIGENEN sportlichen Einschätzungen vor der jetzigen Saison, aber bereits nach der katastrophalen Rückrunde der letzten Saison. Das war m.E. schon damals völlig realitätsfremd. Das Internet vergisst ja bekanntlich nix. Sie können auch meine Einschätzungen noch nachlesen.

GLÜCK AUF

23.04.2021 - 18:04 - easybyter

Ich glaube nicht, dass man Schalke mit dem Potenzial mit dem Stadion und der MItgliederzahl mit den meisten der o.g. Vereine vergleichen kann. Hier wird einmal mehr versucht, für Schalke ein Horrorszenario zu entwerfen. Es wird auch keineswegs einfach sein, sofort wieder aufzusteigen, aber ich bin sicher, dass Schalke wieder in die 1. Bundesliga kommen wird. Vielleicht dauert es ein wenig, aber Schalke wird sich wieder erholten und sicher auch die Struktur ändern, um finanziell wieder auf die Beine zu kommen.

23.04.2021 - 15:08 - lappes

Stammtisch Hafenstübchen.

Beitrag wurde gemeldet

23.04.2021 - 13:15 - IchDankeSie1907

Vielleicht fehlen dem Autor ein paar Kenntnisse zum Thema. Aber da gab es noch ein paar Vereine mehr, die sogar aus der Region kommen, die einen bitteren Abstieg erleben mussten:
MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen, Wuppertaler SV, Fortuna Köln, Wattenscheid 09, Preußen Münster, vielleicht auch noch Westfalia Herne, Fc Mülheim Styrum , Union Solingen, aber die waren keine Erstligisten.
Einige haben sogar vom DFB die Lizenz entzogen bekommen, weil die Schulden zu groß waren mit. Aber das waren höchstens zweistellige Millionenbeträge unter zwanzig Millionen. Das hat der DFB noch verstanden.
Schalke hat ja auch eigentlich auch nur zweistellige Millionenbeträge Schulden unter zwanzig Millionen, allerdings pro Spieler! Das versteht der DFB aber nicht mehr. Deswegen gibt es keinen Lizenzentzug. Das ist dem DFB auch alles viel zu kompliziert mit den ganzen verschachtelten Scheinfirmen von SO4. Insbesondre kann der DFB soche komplizierten Nebenkriegsschauplätze überhaupt nicht gebrauchen, wenn man jeden zweiten Tag die Steuerfahndung in der Tür stehen hat und sich untereinander im Präsidium hasst wie die Pest.

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