Kommentar

Der SC Frintrop sollte sich schämen

29. Mai 2019, 12:09 Uhr

Foto: Michael Gohl

Bezirksligist SC Frintrop hat am Dienstag für einen Eklat gesorgt. Das vor Monaten verpflichtete Trainerteam wurde noch vor dem Amtsantritt von seinen Aufgaben entbunden. Ein Kommentar.

Ehrlichkeit, Vertrauen und Kollegialität sind Werte, auf denen der Amateurfußball aufbaut. Abseits des hochkommerzialisierten Fußballs gelten das gesprochene Wort und der Handschlag als Vertrag. Die Vereine an der Basis beklagen sich häufig darüber, dass sich vor allem Spieler nicht an diesen Ehrenkodex halten. Flattert ein lukrativeres Angebot ins Haus, spielt das Wort plötzlich keine Rolle mehr.

In Essen-Frintrop ist es nun genau umgekehrt. Die Grundprinzipien des Amateurfußballs wurden von Vereinsseite mit Füßen getreten. Bezirksligist SC Frintrop hat seinen neuen Trainer Dennis Herrmann am Dienstag vor die Tür gesetzt - noch vor dem Amtsantritt im Sommer. Seit Anfang Februar bastelte der neue Mann am Kader der Essener, investierte Zeit und Mühen, um seiner neuen Aufgabe gerecht zu werden. Die Vorbereitung wurde geplant, das Trainingslager sowie der Trainerlehrgang gebucht. Auch der private Familienurlaub wurde am Terminplan des neuen Klubs ausgerichtet. Als Dankeschön wurden Herrmann und sein Co-Trainer Marcel Ertmer von ihren noch nicht offiziell begonnenen Aufgaben entbunden. Für dieses Verhalten sollte sich der SC Frintrop schämen. Die Vorgehensweise der Funktionäre ist skandalös, rückgratslos und schlicht und ergreifend erbärmlich. Der SC Frintrop ist in dieser Form eine Schande für den gesamten Amateurfußball.

Kai von der Gathen brach sein Wort in Dellwig

Die Gründe für diesen beispiellosen Vorgang werfen auch ein schlechtes Licht auf Kai von der Gathen. Weil der alte Trainer eine Rolle rückwärts machte und sein Wort bei RuWa Dellwig ebenfalls brach, kamen die Frintroper Verantwortlichen ins Grübeln. Von der Gathen war sich der Tatsache bewusst, welche Lawine er mit seinem Rückzieher auslösen würde. Nichtsdestotrotz forcierte er seinen Verbleib in Frintrop und übte mit Hilfe der Mannschaft Druck auf den Vorstand aus, der sich schließlich weich kochen ließ.

Spieler, die mit dem Gedanken spielen, sich ab der kommenden Saison dem SC Frintrop anzuschließen, sollten ihr Vorhaben angesichts dieser Posse genau überdenken. Denn wenn ein Handschlag auch bei einem Klub keine Bedeutung mehr besitzt, sollten die Alarmglocken klingeln.

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29.05.2019 - 15:55 - Baby

Ja, das liest sich nicht schön. Auch wenn hier einmal ausnahmsweise nicht die Spieler den Verein sondern der Verein seine Beschäftigten zu linken scheint. Trotzdem zwei Anmerkungen zur Artikeletstellung: 1. viele Behauptungen, keine Belege und keine Zitate der Quellen. 2. Ich hoffe der Artikel hat nicht nur aus kollegialen Gründen aufgrund der langjährigen gemeinsamen Veteinsvergangenheit von betroffenem Trainer und dem Autor MH bei den Ballfeunden den Weg an die Öffentlichkeit gefunden. Das wäre dann nur persönlich motivierte Meinungsmache in eigener Sache.

29.05.2019 - 12:24 - Lackschuh

Hier dürfte Herr Herms auf verdammt viel Zustimmung treffen! Ich habe mich gestern bereits gefragt, was da in den Köpfen von SC F. und Herrn Von der Gathen vorgeht, aber eine Antwort oder Erklärung habe ich nicht! Hier kann man von einer neuen Dimension im Amateurfussball reden, wo es nur Verlierer und verbrannte Erde gibt! Eigentlich bleibt den Verantwortlichen beim SC F. nur der Rücktritt!!