Viele stöhnen in diesen Tagen über den Kälteeinbruch. Doch was soll da erst Sven Bender sagen? Für ihn ging es von 38 Grad runter bis auf den Gefrierpunkt!

Benders Kälteschock

"Viele haben uns nichts zugetraut"

Matthias Dersch
15. Oktober 2009, 18:27 Uhr

Viele stöhnen in diesen Tagen über den Kälteeinbruch. Doch was soll da erst Sven Bender sagen? Für ihn ging es von 38 Grad runter bis auf den Gefrierpunkt!

Das Ruhrgebiet erlebte in den letzten Tagen einen wahren Temperaturschock. Von sonnigen 18 Grad ging es hinab bis zum Gefrierpunkt. Sven Bender kann über solche Schwankungen allerdings nur müde lächeln. Der 20-Jährige weilte in der vergangenen Woche mit der U20-Nationalmannschaft in Ägypten und musste sich deshalb am Mittwoch ganz besonders dick einpacken: „Das ist echt extrem kalt hier. Am Samstag beim Spiel gegen Brasilien lagen die Temperaturen bei 38 Grad und jetzt das hier. Aber damit muss ich wohl umgehen.“

Ebenso unaufgeregt wie der frühere Münchner „Löwe“ mit den Wetterschwankungen umgeht, spielte der „Sechser“ auch bei der Junioren-WM seinen Part herunter – trotzdem reichte es für sein Team nicht für den erhofften Sprung ins Halbfinale. Die Enttäuschung darüber hielt sich bei Bender allerdings in Grenzen: „Viele haben uns nichts zugetraut und gedacht, wir scheiden nach der Vorrunde aus. Diese Leute wollten wir vom Gegenteil überzeugen, und ich denke, das ist uns gut gelungen.“

Der Traum vom Titel platzte zwar, doch der U19-Europameister von 2008 blickt dennoch zufrieden auf seine zwei Partien zurück. Erneut konnte der aktuelle Vertreter von Sebastian Kehl wichtige Erfahrungen sammeln und sich Sicherheit auf der „Sechser“-Position holen.

„Für mich ist Spielpraxis ganz entscheidend. Deshalb hatte ich auch kein Problem damit, anfangs in der 3. Liga zu spielen“, fühlt sich der Defensivspezialist deshalb auch in seinem bislang zurückgelegten Weg bestätigt – erst recht, da bereits zwei Bundesliga-Einsätze über 90 Minuten in seinem Arbeitszeugnis stehen.

Am Sonntag, wenn der VfL Bochum in Dortmund gastiert, soll das Talent erneut von Beginn an auflaufen. Eine kleinere Blessur am Außenband, die Bender aus Ägypten mitbrachte, wird bis dahin auskuriert sein. Nachdem er das Match gegen Schalke verpasste, steht der gebürtige Rechtsfuß also vor seiner Derby-Premiere.

Dass es „nur“ das „kleine“ Revierduell ist, stört Bender keineswegs: „Die Stimmung wird im Vorfeld vielleicht nicht ganz so aufgeheizt sein wie vor dem Schalke-Spiel. Aber auch diese Partie funktioniert vor allem über den Kampf und über den Einsatz.“

Nach dem in erster Linie erarbeiteten Sieg in Mönchengladbach dürfte auch der BVB-Auftritt gegen Bochum kein Fall für die Feinkostabteilung sein – zu viel steht beim Duell des Tabellenzwölften gegen den Vierzehnten auf dem Spiel. Geht es nach Bender, könnten es am Ende aber doch die größeren spielerischen Qualitäten sein, die den Unterschied ausmachen: „Gelingt es uns, unsere fußballerischen Qualitäten einzubringen, ist mir ganz und gar nicht bange.“

Autor: Matthias Dersch

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