RS-Kommentar: Die Schalker Lach- und Spaß-Gesellschaft

27. Oktober 2005, 10:48 Uhr

War es nun ein schmerzhafter, aber rechtzeitiger und vielleicht heilsamer Schuss vor den Bug? Oder war es für den FC Schalke nur der peinliche Auftakt einer entscheidenden Woche, in der er in drei Wettbewerben die hoch gesteckten Ziele aus den Augen verliert?

War es nun ein schmerzhafter, aber rechtzeitiger und vielleicht heilsamer Schuss vor den Bug? Oder war es für den FC Schalke nur der peinliche Auftakt einer entscheidenden Woche, in der er in drei Wettbewerben die hoch gesteckten Ziele aus den Augen verliert?

Das 0:6 in Frankfurt – ein Wachrüttler für eine Mannschaft, die vor dieser Saison mit 15 Millionen Euro aufgehübscht wurde und nach einem Drittel der Serie aus dem Ruder zu laufen droht? Und mittendrin ein Coach, der offensichtlich nicht das Vertrauen von Manager Rudi Assauer genießt. Obwohl sich dieser ausgerechnet gestern – einen Tag nach der höchsten Schalker Niederlage seit fast einem Vierteljahrhundert (0:6 gegen den VfL Bochum am 9.5.1981) - hinter diesen stellte, ist Ralf Rangnick angezählt.

Nicht zum ersten Mal, denn erst vor vier Wochen wurde der Schwabe schon einmal öffentlich in Frage gestellt. Da wusste kaum jemand, warum, der Boulevard hatte das Feuer auf den Fußball-Lehrer noch exklusiv eröffnet. Inzwischen ist das anders, als erstes titelte die „Buersche Zeitung“ gestern: „Rangnick wackelt!“ Der zeigte sich zwar gestern noch ganz standhaft, wird aber trotz seines überaus gesunden Selbstbewusstseins wissen, dass seine Zeit auf Schalke abläuft, wenn er in den nächsten beiden Spielen keinen Erfolg hat. In der Bundesliga geht es am Samstag beim Hamburger SV darum, den Anschluss an die Top drei der Meisterschaft zu halten. Eine Niederlage in der AOL-Arena, und Schalke darf sich nicht nur von der Meisterschaft verabschieden, sondern kann auch im Kampf um einen Platz in der Champions League auf acht Punkte Abstand zurück fallen. Drei Tage später geht es in der heimischen Arena um die (vor-) letzte Chance, in der europäischen Königsklasse nicht nach nur vier Spieltagen die weiße Fahne zu hissen. Nur ein Dreier über Fenerbahce Istanbul hält das verunsicherte Team im Wettbewerb, selbst bei einem abermaligen Unentschieden gegen die Truppe von Coach Christoph Daum ist das Weiterkommen nur noch eine schöne Illusion.

Für Rangnick brechen die vielleicht schwierigsten Tage seiner Trainer-Laufbahn an. Übersteht er den heißen Herbst unbeschadet und kann mit der bisher unter ihren Möglichkeiten agierenden Star-Truppe wie vor einem Jahr zum Höhenflug ansetzen, dürfte sogar einer Verlängerung des bis Juni 2006 begrenzten Vertrags nicht ausgeschlossen sein. Verlieren er und die Mannschaft in Hamburg und holen gegen die Türken nur einen oder gar keinen Punkt, ist er vermutlich noch vor dem Derby gegen Duisburg weg.

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