Stadtmeisterschaft

Das Turnier hat seinen ersten Skandal

Felix Guth
28. Dezember 2006, 23:36 Uhr

Viele Zuschauer, rasanter Fußball und tolle Tore: Bereits am ersten Tag der Vorrunde wurde die Dortmunder Hallen-Stadtmeisterschaft ihrem Ruf gerecht.

Leider gab es jedoch auch einen negativen Höhepunkt. In der Halle Nette kam es zu einer Massenschlägerei, nachdem ein Spieler des B-Kreisligisten Sila Spor mit einigen Zuschauern aneinander geriet.

Die Szene ereignete sich nach dem Ende der Partie zwischen Urania Lütgendortmund und Sila Spor. Der türkische Fußball-Klub aus der Nordstadt führte bis kurz vor Schluss bereits mit 4:1 und wäre damit weiter gewesen. Doch die Urania glich noch aus und rettete sich in das Entscheidungsspiel. Kurz vor Schluss gab es dabei eine rote Karte gegen Sila Spor, was der Täter nach dem Spiel mit einem Schubser am Schiedsrichter rächte. Handgemenge, Geschrei, Hektik, dann scheinbare Ruhe. Doch auf einen provokanten Kommentar von den Zuschauerrängen reagierte ein Sila-Spieler mit einem Kung-Fu-Tritt im besten Eric-Cantona-Stil. Nun war eine Massenprügelei im Gange, die sich nach einigen Minuten zum Glück schnell auflöste. Die alarmierte Polizei musste nicht mehr eingreifen. Verletzte gab es keine, Sila Spor muss mit Folgen rechnen.

Ansonsten bot der erste Tag in Nette wenig Überraschendes und eher fußballerische Magerkost. Der FC Hangeney setzte dabei noch die deutlichsten Akzente, bezwang Sila Spor mit 8:1 und Lütgendortmund mit 4:2. "Wir sind verdient weiter gekommen", meinte Trainer Frank Müller. Mit zwei Siegen (3:2 gegen TuS Bövinghausen und 3:1 gegen Westfalia Kirchlinde) zog auch Bezirksligist DJK SF Nette in die Zwischenrunde ein. "Nach der Vorstellung wird uns da aber keiner mehr auf der Rechnung haben", sagte Geschäftsführer Bernie Bermann. Das Entscheidungsspiel der beiden Gruppenzweiten gewann Urania Lütgendortmund gegen Bövinghausen mit 5:1.

In Renninghausen erwarteten etwa 400 Zuschauer mit Spannung den Auftritt des ASC 09 . Der Bezirksliga-Tabellenführer erfüllte die hohen Anforderungen als Titel-Kandidat nur teilweise. Gegen den SV Berghofen kam der "ASC-Express" erst nach ein paar Minuten auf Touren, siegte aber am Ende mit 9:2. Gegen den BSV Schüren entging die Mannschaft von Trainer Hannes Wolff beim 2:2 allerdings nur knapp einer Blamage. Ohnehin war A-Ligist Schüren die größte Überraschung des Abends. Der BSV bot technisch feinen Hallenfußball und meisterte letztlich das Entscheidungsspiel gegen RW Barop erstaunlich souverän. Dritter Zwischenrunden-Teilnehmer ist der TuS Eichlinghofen, der mit einer laustarken Fan-Schar im Rücken zwei Mal siegte.

In der Halle Brackel mühten sich am ersten Tag die Favoriten Westfalia Wickede und SV Brackel 06 durch die Vorrunde. Wenig überzeugend gewannen sie ihre Vorrundengruppen.

Gastgeber Brackel leistete sich ein peinliches 1:1 gegen B-Ligist TuS Neuasseln. Der TuS erhielt sich damit die Chance aufs Weiterkommen im Entscheidungsspiel. Dort war der TSC Eintracht aber eine Nummer zu groß und siegte mit 6:1. "Wir haben unser Ziel erreicht. Alles andere ist jetzt eine Zugabe", sagte Eintracht-Coach Marc Ritterswürden. Er wusste mit Ümit Aksu den treffsichersten Spieler des ersten Tages in seinen Reihen (vier Tore).

In der Halle Huckarde waren es ebenfalls die drei erwarteten Teams, die sich die Tickets für die Runde der letzten 32 sicherten. Der SC Dorstfeld 09 musste dabei in seiner Gruppe dem Liga-Konkurrenten und Ausrichter TuS Rahm den Vortritt lassen. Rahm besiegte zunächst den überraschend starken FC Maroc knapp mit 3:2, behielt dann aber gegen Dorstfeld mit 4:2 die Oberhand. Kreisliga-Spitzenreiter DSC musste so im Entscheidungsspiel gegen den Spielverein 26 nochmal 'ran. Beim 6:1 gaben sich die "09"er aber keine Blöße. In der Gruppe eins setzte sich erwartungsgemäß Westfalia Huckarde mit zwei Erfolgen gegen die Kreisligisten Spielverein und Fortuna Dorstfeld durch.

Wenig los war in der Brügmann-Halle. Gerade einmal rund 200 Zuschauer sahen wie sich SuS Derne (10:0-Rekordsieger gegen Fatihspor), SC Dortmund und FV Scharnhorst (Play-Off-Sieger gegen den SC Husen-Kurl) in die nächste Runde schossen. "Das geringe Interesse lag auch an den Mannschaften, die nicht besonders attraktiv waren", sagte Andreas Seiffert, Fußball-Obmann bei Ausrichter SG Phönix Eving. Dies dürfte sich am Freitag ändern, wenn Phönix oder Bezirksligist VfL Kemminghausen ins Geschehen eingreifen.
Am Freitag gehen in den fünf Hallen noch einmal 30 weitere Teams an den Start. Die Zwischenrunde findet dann am 6. und 7. Januar in Huckarde, Brackel, Rennighausen und der Brügmann-Halle statt.

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Autor: Felix Guth

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