Der Klassenerhalt des VfL Bochum hängt weiterhin am seidenen Faden.

Individuelle Aussetzer bringen den VfL an den Rand des Abgrunds

Alberne Abwehrfehler

13. Mai 2009, 22:25 Uhr

Der Klassenerhalt des VfL Bochum hängt weiterhin am seidenen Faden.

Nach der 1:3 (0:2)-Niederlage in Hamburg rutschte das Team von Marcel Koller auf den 15. Tabellenplatz und steht in Augenhöhe zu den Abstiegsplätzen. Vor 48.000 Zuschauern war der VfL gegen den UEFA-Cup-Halbfinalisten von der Elbe, der sich den Luxus leisten konnte, Trochowski und Petric zunächst auf der Bank zu lassen, chancenlos und mit dem 1:3 noch gut bedient. Immerhin gelang Slawo Freier in der Schlussphase mit seinem ersten Saisontor ein kleines Lebenszeichen. Danach bot sich noch die eine oder andere Chance zur Resultatsverbesserung. Nun fällt am Samstag im Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht, die daheim mit 0:5 gegen Bremen unter die Räder kam, im Kampf um den Klassenerhalt mindestens eine Vorentscheidung.

Ausflugswetter in der Hamburger Innenstadt. Bei Temperaturen um 20 Grad war von Fußball-Euphorie an der Elbe nichts mehr zu spüren. Wie würde sich der HSV nach dem Werder-Waterloo präsentieren? Die Gäste aus Bochum witterten jedenfalls Morgenluft und traten einen Tick offensiver an als beim Gastspiel am Samstag in Berlin. Grote spielte für Azaouagh, Klimowicz für Hashemian und Pfertzel zentral für Imhof. Was zunächst auch ganz ordentlich aussah.

[player_rating]1bundesliga-0809-32-210600161[/player_rating]
Doch was nützen die Offensivbemühungen, wenn man den Gegner durch individuelle Fehler stark macht? Prompt säbelte Yahia halb am Ball vorbei, da nutzte Guerrero die Chance und zog aus 20 Metern zum 1:0 (15.) ab. Erste HSV-Chance - erstes Tor. Wesentlich uneffektiver die Gäste. Denn als Grote (20.) völlig frei vor HSV-Torhüter Rost auftauchte, klärte der souverän - der große Unterschied. Als ob der Kopfball von Olic nach einer Aogo-Ecke (27.) nicht Warnung genug war. Nur sechs Minuten später wiederholte sich das „Schauspiel“. Erneute Aogo-Ecke, Concha neben Olic nur Statist. Und warum so ein langer Kerl wie Daniel Fernandes den Ball im Fünfmeterraum nicht unter Kontrolle bringt, bleibt sein Geheimnis.

Mit solchen Fehlern, wie sie vielleicht in einer Schülermannschaft vorkommen, kann man selbst einem angeschlagenen HSV nicht beikommen. Zwar wirkte das VfL-Spiel in der ersten Halbzeit gefällig, doch am gegnerischen Strafraum passierte in letzter Konsequenz einfach zu wenig. Obwohl sich Joel Epalle, erstmals ohne Maske, nach Kräften wehrte.

[gallery]607,0[/gallery]
Auch im zweiten Abschnitt war der VfL über weite Strecken nur ein Spielball der Hausherren. Daran änderten zunächst auch die Einwechslungen von Hashemian, Freier und Imhof nichts. Erst als Olic (58.) Fernandes und Concha mit dem 3:0 auf alberne Weise düpiert hatte, legten die Gäste langsam ihre Lethargie ab und hatten die erste Möglichkeit, als Streit auf der Linie rettete (68.).

Nach Freiers Anschlusstor (71.) zeigte der VfL wenigstens gelegentlich den so lange vermissten Offensivgeist.
Nach sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen kommt es nun zu einem wahren Schicksalsspiel gegen Frankfurt. Am Samstag wird es nicht reichen, nur die Abwehr zu verstärken und auf günstige Zwischenergebnisse aus den anderen Stadien zu hoffen.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren