Die Geister, die ich rief, werde ich nicht wieder los. Und die Verantwortlichen von Borussia Dortmund haben die finanziellen Schreckgespenster angelockt, als sie in den letzten Jahren den Geldhahn so überdrehten, dass dieser zu einer Daumenschraube mutierte, der die Handlungsfreiheit der gefeierten BVB-Macher erheblich einschränkt.

RS-Kommentar: Wer Fehler begeht, der muss zu ihnen stehen

raka
15. Oktober 2004, 11:17 Uhr

Die Geister, die ich rief, werde ich nicht wieder los. Und die Verantwortlichen von Borussia Dortmund haben die finanziellen Schreckgespenster angelockt, als sie in den letzten Jahren den Geldhahn so überdrehten, dass dieser zu einer Daumenschraube mutierte, der die Handlungsfreiheit der gefeierten BVB-Macher erheblich einschränkt.

Die Geister, die ich rief, werde ich nicht wieder los. Und die Verantwortlichen von Borussia Dortmund haben die finanziellen Schreckgespenster angelockt, als sie in den letzten Jahren den Geldhahn so überdrehten, dass dieser zu einer Daumenschraube mutierte, der die Handlungsfreiheit der gefeierten BVB-Macher erheblich einschränkt. Nur so konnte es dem Spekulanten Florian Homm gelingen, sich bei den Schwarz-Gelben verbal mit wenig erfrischenden Sprüchen breit zu machen. Darunter auch mit der eindeutigen Drohung, dass Club-Präsident Dr. Gerd Niebaum sowie Club-Manager Michael Meier die Wende schaffen müssen, sonst würde er sie vor die Tür setzen.
Doch nicht nur der "Finanzhai" mit seinem forschen Auftreten bereitet den beiden Geschäftsführern der Dortmunder KGaA erhebliche Kopfschmerzen, auch die Presse haben sie zu den bösen Buben auserkoren. Vor den jeweiligen juristischen Institutionen wäre eine Drehtür eine durchaus sinnvolle Investition, die sich bei der Häufigkeit der beantragten "Einstweiligen Verfügungen" und sonstigen rechtlichen Schritte schnell amortisieren dürfte. Da gibt es doch tatsächlich Medienvertreter, die scheibchenweise oder manchmal auch in kaum zu verdauenden Brocken das ganze Ausmaß des pekuniären Desasters offen legen. Gegen den Kern der Enthüllungen können die Entlarvten nie vorgehen, es geht meistens nur um spitzfindige Feinheiten, die vehement dementiert werden.
Zu diesem äußerst unschönen Fernduell hätte es nicht kommen müssen, wenn von vornherein mit offenen Karten gespielt worden wäre, aber dazu waren und sind die obersten Borussen immer noch nicht bereit. Wenn kritische Rückfragen kommen, wie zum Beispiel auf der Bilanzpresskonferenz, denn wird die Mauer des Schweigens errichtet. Da klingt es schon fast schizophren, wenn dann ausgerechnet Niebaum und Meier von Transparenz sprechen.
Die Folgen sind unübersehbar. Der Imageschaden für den einst in der Öffentlichkeit so positiv wirkenden Verein ist katastrophal, Fußball scheint beim Ballspielverein Borussia zu einer Nebensache geworden zu sein, täglich rauschen Millionensummen und Dementis oder Richtigstellungen durch den Blätterwald. Schade, denn gerade das BVB-Führungsduo war noch bis vor wenigen Jahren der Garant für den imposanten Erfolgsweg der Dortmunder. Doch handelten die beiden Vorstandprofis, als wenn sie von allen guten Geistern verlassen wären, insbesondere beim Umgang mit der Krise. Fehler begehen kann jeder, aber er sollte dazu stehen. Wer das nicht kann, der darf sich nicht wundern, dass nun gleich scharenweise unliebsame Geister den Traditionsverein umschwirren.

Autor: raka

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